Nordische WM 2021: Alle hoffen auf ein "Wintermärchen"

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Die Ausstattung für die nächste WM soll spätere Nutzungsmöglichkeiten eröffnen, so der Tenor der aktuellen Diskussion in Oberstdorf.

Oberstdorf – Das Wintermärchen von 2005 soll sich bei der Nordischen WM 2021 wiederholen, waren sich die „FIS Koordinationsgruppe“ einig. Zwei Tage besichtigten die Teilnehmer mit Vertretern der Skiverbände, der Gemeinde und des Landkreises die Oberstdorfer Anlagen und schmiedeten Pläne.

Sarah Lewis – Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes – zeigte sich zuversichtlich, dass Oberstdorf „eine WM auf Spitzenlevel“ austragen werde. Nachhaltigkeit ist das Stichwort, das auf die touristische Nachnutzung und auf optimale Zukunftsbedingungen für den Spitzen- und Breitensport und die Nachwuchsarbeit zielt.

Es gibt viele Pläne aber noch wenig Konkretes. Alles hängt von der Finanzierung und den Fördermöglichkeiten ab. Oberstdorf hatte vorsorglich einen Maßnahmenkatalog erarbeitet und 49,5 Millionen Euro an Bedarf bei den Fördergebern angemeldet. Nicht nur für den sportlichen Bereich sondern auch für die touristische und die Verkehrsinfrastruktur (der Kreisbote berichtete).

Die Höhe der Summe hatte für Diskussionen gesorgt. Zuletzt gab es Kritik von CSU und Grünen an den Vorbereitungen und den hohen Planungssumme. Die CSU beklagt eine schlechte Vorbereitung, was die Verkehrssituation betreffe und kritisiert, dass 50 Millionen im Raum stehen ohne dass die eigentlichen Kosten feststehen. Die Grünen treibt vor allem Sorge um, bei der WM könnten ökologische Kriterien unter den Tisch fallen. Sie wollen die vorhandenen Einrichtungen genutzt sehen, um mit möglichst wenig Neubauten auszukommen.

Die 50 Millionen seien nicht der Maßstab sondern eine erste Kostenschätzung, so Reinhard Reitzner, Kreiskämmerer und Aufsichtsrat der Organisations-GmbH für die WM. Die Kosten könnten durchaus auch um etwa 20 Prozent niedriger ausfallen. Der nächste Schritt sei ein Planungsteam zusammenzustellen. „Ohne echte Kostenschätzung kann man das Thema nicht endgültig abarbeiten“, verwies er auf die unterschiedlichen Fördertöpfe. Aus seiner Sicht habe es allerdings wenig Sinn, für die Veranstaltung alles aufzubauen und später wieder abzubauen: Reitzner setzt er auf spätere Nutzungsmöglichkeiten.

DSV-Präsident Franz Steinle erwartet einen „Riesenschub für zwei Sportlergenerationen und Impulse für die Zukunft“. „Was ist notwendig, was ist förderfähig und was nicht?“, beschreibt er die Ausgangslage. Ziel sei es eine „schwarze Null“ zu schreiben. Die Fördermöglichkeiten verteilen sich auf drei Bereiche: Die Förderung des WM-Ausrichtung und der Wettkampfstätten, die Förderung für den Trainings- und Nachwuchsbereich (hier setzt man auf den Freistaat) und die Förderung in die touristische Infrastruktur. Dazu müssen unterschiedliche Förderquellen angezapft werden. Klare technische Vorgaben von Seiten der FIS gibt es etwa für Loipenbreite und Schanzenprofil. Bei der Loipenführung könne man 80 Prozent der alten Strecken nutzen – etwa 20 Prozent müssten gebaut werden, hieß es auf Nachfrage.

Durch den Ausbau der Schneeerzeugung gebe es auch Schneesicherheit für zukünftige Weltcups und den Tourismus, so Oberstdorfs Zweiter Bürgermeister Fritz Sehrwind. Willi Geiger – Stellvertretender Vorsitzende des Skiclub Oberstdorf, erwartet einen Motivationsschub für Nachwuchs, Trainer und Ehrenamtliche.

Wenig Konkretes gab es zur Lösung der Verkehrsproblematik. Mehr Parklätze werden wohl notwendig sein und der ÖPNV soll gestärkt werden. „Wir werden wohl keine neuen Straßen bauen“, so Sehrwind. Beim Thema Regionalvermarktung stehen die Chancen für einheimische Lieferanten eher schlecht. Die Vermarktungsrechte lägen bei der „Infront Sport- und Media GmbH“ in der Schweiz, erklärte DSV Generalsekretär Florian Kurz.

Heinrich Bonert

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