Oberstdorfer Gemeinderat diskutiert über künftige Gastronomie an der Skiflugschanze

Die Schanzenstube hat ausgedient

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Wird die alte Flugschanzenstube abgerissen? Darüber soll erst abgestimmt werden, wenn ein neuer Pächter gefunden ist. Über den hohen touristischen Stellenwert eines Gastronomie-Betriebes an dieser Stelle war sich der Oberstdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung allerdings bereits einig.

Oberstdorf – Eine neue Gastronomie muss her an der Skiflugschanze. Darüber waren sich die Gemeinderäte weitgehend einig. Nur das Wie und was das Ganze kosten darf, blieb umstritten. Soll die alte Schanzenstube wirklich abgerissen und ein Neubau errichtet werden?

Florian Speigl von Tourismus Oberstdorf sieht in der Gastronomie einen wichtigen Baustein im touristischen Betriebskonzept der modernisierten Schanze und ein großes Potential an Besucher-Zielgruppen. Ein Neubau könnte allen wichtigen Bedürfnissen eines klassischen Tagesausflugsziels mit Blick auf die Schanze gerecht werden. Er soll für die Bewirtung großer Gruppen und auch Events und Familienfeiern geeignet sein. Die vorgestellten Modelle mit begehbarer Dachterrasse fielen bei den Gemeinderäten als „nicht ortstypisch“ erst einmal durch.

Was kostet ein Neubau oder eine Sanierung des alten Schanzenstüble, was muss die Gemeinde an Pacht verlangen und was muss der Pächter umsetzen um rentabel zu arbeiten? Darum drehte sich in erster Linie die Diskussion. „Wie wollen wir uns an dieser Stelle präsentieren“, verwies Bürgermeister Laurent Mies auf das Alleinstellungsmerkmal Skiflugschanze, von denen es weltweit nur fünf Stück gibt. Einige Räte hielten es für utopisch, ab einer gewissen Pachthöhe die notwendigen Umsätze zu erzielen. „5000 Euro Pacht sind nicht zu erwirtschaften“, so Christian Raps (FW). „Das kriegen die da draußen niemals gebacken“, sprach sich Alexa Schwendinger (AO/FDP) für eine kleinere Lösung in der Art eines „Alpcafes“ aus. Die Grünen Fraktion will erst einmal bis nach der WM 2018 abwarten, wenn man Übersicht über die Besucherzahlen hat. „Wir sollten bereit sein, uns ein Stück zurück zu nehmen statt weiter vorwärts zu stolpern“, so Siegmund Rohrmoser. Für Albert Tit­scher (CSU) muss sich die Flugschanzengastronomie „aus dem Tagesbetrieb tragen“. Um bei den Kosten den Überblick zu behalten, sprach sich Christian Ricken (FW) für eine Sanierung aus. „Wir müssen ein sauber abgerundetes Konzept bieten“, sah Adalbert Schall (CSU) die unterschiedlichen Modelle seriös gerechnet. Die meisten Räte sprachen sich gegen eine Gastronomie mit Eventcharakter aus. Auch die Konkurrenzsituation zu bestehenden Betrieben war ein Thema.

Um die Formulierungen zu dem Beschluss wurde hart gerungen. Das Ergebnis: Planung und Errichtung sollen erst nach erfolgreicher Pächtersuche erfolgen. Der Betrieb muss qualitativ auf das Tagesgeschäft ausgelegt werden und darf keine Abendveranstaltungen beinhalten. Gemeinsam mit dem Pächter soll ein tragfähiges Konzept entwickelt werden. Davon abhängig ist dann, ob das bestehende Gebäude modernisiert oder ein Neubau realisiert wird. Sämtliche Ergebnisse sind dem Marktgemeinderat erneut zur Beschlussfassung vorzulegen. Auf Antrag von Rohrmoser wurde die Investitionssumme von einer Million Euro gestrichen.

Heinrich Bonert

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