Sorge um den Dorffrieden

Oberstdorf – In Oberstdorf regt sich Protest gegen die von der Gemeinde geplante Unterkunft für Asylbewerber an der Rubingerstraße. Anwohner fordern, dass in den Wohncontainern maximal 10 Personen untergebracht werden sollen und schlagen alternative Standorte vor. Sie fürchten Konflikte und sozialen Stress.

„Im Eingangsbereich des Ortes ist eine Wohncontainersiedlung ernsthaft zu bedenken, da wir hauptsächlich vom Tourismus leben.“ Auch sei der Standort „im Hinblick auf die Schulen absolut nicht zu akzeptieren“. In einem offenen Brief wenden sich Anwohner an den Oberstdorfer Gemeinderat, Bürgermeister Laurent Mies und Landrat Anton Klotz. In ihrem Brief bemängeln sie, dass „dieser Standort für Flüchtlinge absolut nicht geeignet ist“. Der Platz sei zu klein für Wohncontainer, die 50 Asylbewerber beherbergen sollen. „Es sind zwei Schulen in unmittelbarer Nähe. Das Jugendhaus Bullwinkel und der Sportplatz grenzen an dieses Grundstück.“ „Konflikte sind vorprogrammiert. Dies erzeugt sozialen Stress in alle Richtungen!“, fürchten die besorgten Bürgerinnen und Bürger.

Weiter bemängeln sie in dem Brief den fehlenden Dialog mit der Bürgerschaft, „die auch einen Teil der Integrationsarbeit mitzutragen“ hat. Die Anwohner seien nicht befragt worden, hätten ihre Meinung nicht einbringen dürfen. Auch private Grundstücksbesitzer seien nicht befragt worden, ob sie geeignete Grundstücke zur Verfügung stellen würden, ebenso wie die Kirchen mit in die Verantwortung genommen werden sollten.

Die Initiatoren des offenen Briefes zählen alternative Standorte auf, beispielsweise das Grundstück ‘Gärtnerei’, das in ihren Augen als Standort für eine Unterkunft geeignet wäre, „da mehr Platz vorhanden ist und wir diesen Menschen, die oft auch schwer traumatisiert sind, in der größten Not auch eine Chance geben, sich in einer ruhigen Umgebung zu erholen und die Möglichkeit haben sich zu integrieren.“ Das Grundstück sei voll erschlossen, eine Bushaltestelle in der Nähe genauso wie Wald- und Wanderwege. Der nahe Schlachthof störe die Anwohner an der Rubinger Straße auch nicht. Weiter werden der Parkplatz Im Otterrohr, das Haus Thea sowie weitere private Grundstücke vorgeschlagen.

Ein weiterer Vorschlag ist, die Flüchtlinge auf mehrere Häuser zu verteilen, da diese dann „besser integrierbar“ seien und „zu einer besseren Akzeptanz bei der Bevölkerung und den Flüchtlingen“ führten.

Auch die Frage der Betreuung der Asylsuchenden wird im Brief thematisiert. „Aufgrund der unterschiedlichen Nationalitäten in der neuen Unterbringung findet von wem eine Betreuungsarbeit statt? Das bedeutet: Sprach- und Lebensphilosophien, Mentalität unter- scheiden sich.“ Konflikte seien vorprogrammiert, da das Haus keinen Vermieter vor Ort habe, der diese klären könne. „Das Ehrenamt und die Verwaltung sind überbelastet und nicht immer vor Ort. Gerade zu Ungunstzeiten müssten dann Bürger/Ordnungshelfer helfen.“ Die Anwohner bitten um Einsicht in ein „Begleit- und Entwicklungskonzept.“

Im Brief heißt es weiter: „Menschen, die aus Krisengebieten zu uns kommen und auf unsere Hilfe angewiesen sind, dürfen nicht auf engstem Raum zusammengepfercht werden.“ Die Anwohner fordern eine Anliegerversammlung ein. Dem Brief ist eine Unterschriftenliste mit mehr als 60 Unterschriften beigefügt.

eva

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