"Stop-Karweidach" übergibt Petition und 1800 Unterschriften in Oberstdorf

Rubinger Wäldchen soll Gewerbegebiet weichen: Bürgerinitiative wehrt sich

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Übergabe der fast 1800 Unterschriften mit Viktoria Harzheim (vonn links) von der BI stop-karweidach.de, Pia Wilhelm (Initiatorin der Petition), Bürgermeister Klaus King, Irene Kraus, Vorsitzende der Frauen-Union Oberstdorf und Rudi Kaiserswerth von der BI.

Oberstdorf – Im Sommer vergangenen Jahres fand sich in Rubi eine Bürgerinitiative zusammen, die es sich zur Aufgabe machte, das von der Marktgemeinde Oberstdorf geplante Gewerbegebiet Karweidach mit den zu erwartenden Auswirkungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Neben anderen Aktion organisierte die Initiative eine Unterschriftenaktion, die den Protest gegen die Planungen der Marktgemeinde unterstreichen sollte. Jetzt wurden fast 1 800 Unterschriften Bürgermeister Klaus King übergeben.

Die Oberstdorferin Pia Wilhelm hat parallel zu diesen Aktivitäten eine Petition aufgesetzt: „Hier haben sich 1 786 Bürger, davon 586 Oberstdorfer klar für den Erhalt des Rubinger Wäldchens und gegen das Gewerbegebiet ausgesprochen.“ Nach Abschluss der neunmonatigen Zeichnungsfrist wurden die Unterschriften vor Kurzem symbolisch im Rahmen eines kurzen Gesprächs im Oberstdorfer Rathaus an den neuen Bürgermeister Klaus King übergeben.

Die rund 60 000 Quadratmeter große Fläche im nördlichen Gemeindegebiet nahe dem touristischen Hotspot Illerursprung liegt zum überwiegenden Teil in einem biotopkartieren Auwald mit mehreren Tier- und Pflanzenarten, die unterschiedlichen Schutzstatus genießen. Dicht am geplanten Gebiet vorbei führt der Vormittagswanderweg mit seiner zum Teil noch vorhandenen Ahornallee, den um die vorige Jahrhundertwende der Oberstdorfer Verschönerungsverein weitblickend angelegt hatte und der auch heute noch von Einheimischen und Gästen gerne genutzt wird.

Die engagierten Mitglieder der Bürgerinitiative haben sich für den Erhalt des Rubinger Wäldchens ausgesprochen und detaillierte Informationen zur Planung des Gewerbegebietes zusammen mit eigenen Einschätzungen auf der Webseite stop-karweidach.de veröffentlicht. Bemängelt wurde u.a. eine nachvollziehbare Bedarfsprüfung für die Gewerbefläche, fehlende alternative Standortprüfungen sowie die fragwürdige Einschätzung der Natur- und Erholungsflächen. Über Infoabende und Begehungen wurden die Informationen ebenfalls verbreitet. In weit über 100 Einsprüchen zur zweiten Auslegung des Bebauungsplans Anfang dieses Jahres wurden weitere Einschätzungen und Anregungen von Bürgern abgegeben.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Viktoria Harzheim sagte dazu: „Wir möchten mit dieser Aktion verdeutlichen, dass fast 600 Oberstdorfer und viele Gäste – insgesamt fast 1 800 Unterzeichner – sich wünschen, dass der Gemeinderat seine bisherigen Pläne überdenkt und die Vorschläge der Bürgerinitiative und der Bürger in eine veränderte Konzeption übernimmt. Ein neuer Bürgermeister und veränderte Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat lassen hoffen.“

Weitere Informationen unter www.stop-karweidach.de

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