Urlaub von der Allergie – Bald auch in Oberstdorf?

Beschwerdefreier Urlaub

+
Setzen auf ein allergikerfreundliches Gütesiegel: Tourismusdirektorin Heidi Thaumiller (von links), Bürgermeister Laurent Mies und Anja Bode vom Deutschen Heilbäderverband.

Oberstdorf - Etwa jeder dritte Bundesbürger leidet unter Allergien – Tendenz steigend – und muss im Alltag Dinge beachten und vermeiden, um beschwerdefrei über den Tag zu kommen.

Ein Thema, das auch in den schönsten Wochen des Jahres und damit für den Tourismussektor wichtig ist. Die betroffenen Gäste müssen sich ihr Urlaubsziel sorgfältig aussuchen. Oberstdorf will sich darum als „Allergikerfreundliche Kommune“ zertifizieren lassen. Der Ort habe beste Voraussetzungen, um den Gästen entlang der touristischen Servicekette ein geprüftes Angebot zu bieten, so Tourismusdirektorin Heidi Thaumiller.

Das Qualitätssiegel „Allergikerfreundliche Kommune" biete verlässliche Standards und somit Gästen eine Garantie, gute Voraussetzungen für einen möglichst beschwerdefreien Urlaub vorzufinden, erklärte Anja Bode vom Deutschen Heilbäderverband. Dies sei keine Marketingstrategie sondern eine qualitative und strukturelle Verbesserung im Gesundheitstourismus. Für alle Betriebsarten gibt es dabei Kriterien, die pragmatisch und kostengünstig umsetzbar sind. „Oft reichen schon kleine Umstellungen und geringer Aufwand um hohe Effekte zu erzielen“, so Bode. Fliesenböden statt Teppiche, das Angebot von nussfreiem Müsli und laktosefreien Produkten beim Frühstücksbüffet, tägliches Staubsaugen, das Bereithalten von Bezügen gegen Hausstaubmilben, Wahlmöglichkeiten im Restaurant und im Lebensmittelhandel, rauch- und tierhaarfreie Zonen – die Liste der Möglichkeiten um Allergikern den Urlaubsaufenthalt zu erleichtern ist lang. „Es geht um Aufmerksamkeit und Wahlmöglichkeiten, nicht um klinische Verhältnisse mit strengen Kontrollen“, erklärte Bode.

Um die Auszeichnung „Allergikerfreundliche Kommune“ zu erhalten, müssen 10 Prozent der Gästebetten das Siegel „allergikerfreundlich“ nachweisen – verteilt auf alle Kategorien und die gesamte Gemeinde. Beteiligen müssen sich auch Restaurants und Cafes und mindestens eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft. Das Modell des Konzeptes wurde am Beispiel von Bad Hindelang erarbeitet, das schon im Mai 2011 das Siegel erhielt. Vergeben wird es von der gemeinnützigen Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Heilbäderverbands e.V.

Für Thaumiller ist die Zertifizierung ein wichtiges Kriterium bei der Urlaubsentscheidung. In Deutschland gibt es aktuell gerade mal fünf zertifizierte Orte. Man wolle hier aber keine Konkurrenz zu Bad Hindelang aufbauen, so Thaumiller. Zwar gibt es in Oberstdorf schon zahlreiche Vermieter, die mit „allergiefrei“ oder „allergikergeeignet“ werben, doch für die Zukunft setzt die Tourismuschefin auf einheitliche Standards: „Was der Gast sucht, muss er vor Ort in geprüfter Qualität vorfinden“. „Ein wichtiges Zukunftsthema mit Blick auf den wachsenden Gesundheitstourismus“, ermunterte sie die anwesenden Vermieter mitzu- machen. Bürgermeister Laurent Mies sprach sich für eine enge Zusammenarbeit von Gemeinde und Vermietern aus. Das Qualitätssiegel wird den geprüften Betrieben für die Dauer von zwei Jahren verliehen. Auf die Vermieter kommen dabei – je nach Bettenzahl – Kosten zwischen 70 und 200 Euro zu.

Heinrich Bonert

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Keine 50-Millionen-WM für Oberstdorf
Keine 50-Millionen-WM für Oberstdorf
Gemeindefest als Lutherfest in Oberstaufen
Gemeindefest als Lutherfest in Oberstaufen

Kommentare