4. Oberstdorfer Fotogipfel zieht Fotofreunde an

Der Mensch im Fokus

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Der Altstädter Fotograf Bruno Maul war schon mehrmals mit seiner Kamera auf Kuba, um den Wandel im sozialistischen Inselstaat in Bildern festzuhalten.

Oberstdorf – Vom 9. bis zum 14. Juni wurde Oberstdorf beim Fotogipfel wieder zum Mekka der Fotofreunde. Nach den Erfolgen der letzten Jahre ging „Europas höchstes Fotofestival“ in die vierte Runde.

Unter dem Motto „Mensch“ wurden neben hochkarätigen Ausstellungen und großformatige Fotoinstallationen nationaler und internationaler Fotogrößen auch Fotowanderungen, Vorträge und zahlreiche Workshops geboten.

Trotz schlechter Wetterprognosen zeigte sich bei der Eröffnung der Kurator und Initiator des Fotogipfels Christian Popkes entspannt. Fotographie sei nicht nur eine Schönwettergeschichte sondern etwas, wo man – im wahrsten Sinne des Wortes – Natur erleben könne. Mit dem Thema Mensch wolle man die Gegensätze des Lebens beleuchten und unterschiedliche Sichtweisen aufzeigen. Indem man den Fotogipfel jedes Jahr unter ein neues Motto stellt, wolle man sich auch „abheben von der Beliebigkeit der Massenfotografie“. Zweiter Bürgermeister Fritz Sehrwind und Festivalleiter Matthias Adam sprachen von einer „gewachsenen Fotogipfelfamilie“ und bedankten sich bei allen Mitwirkenden und Helfern. Sehrwind betonte, dass in Oberstdorf nicht nur der Sport sondern auch die Kultur einen hohen Stellenwert genießen.

Für Gipfelfreunde gab es ein Fotobiwak auf dem Fellhorn und Outdoor-Installationen auf dem Nebelhorn und an der Seealpe. Ein weiterer Höhepunkt sind die 140 Bilder der Landesfotoschau Bayern, die am Samstag öffentlich prämiert wurden. Für die Festivalmacher war klar, dass es beim Thema Mensch auch um Flucht und Asyl gehen muss. Was auch Schirmherr Dr. Gerd Müller in seiner Videobotschaft ansprach: „Die Herausforderungen machen nicht mehr an den Grenzen halt“, sprach er sich für ein menschliches Miteinander und Integration aus. Beeindruckend und berührend dazu die Bilder des polnischen Fotografen Maciek Nabrdalik in der Wandelhalle des Oberstdorfer Kurparks.

Auch Allgäuer Fotografen kamen beim Fotogipfel zum Zuge, wie Bruno Maul aus Altstädten, der die Veränderungen in Kuba im Focus hat. Der in Altusried wohnhafte Fotograf Kees van Surksum zeigt mit seiner Partnerin Annelie Mackinnon aus Scheidegg ausdrucksstarke Porträts von Flüchtlingen im „Loft“. Ein echter Hingucker und Anziehungspunkt war die selbstgebaute Camera Obscura des Blaichacher Fotografen Reini Tandler im Kurpark. In einem Zelt mit drei Metern Durchmesser fängt sie das Bild in 3,70 Metern Höhe ein und wirft es durch eine große Linse auf eine runde weiße Fläche.

Heinrich Bonert

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