ÖDP bringt Nutzungsabgabe für Tagesausflügler ins Gespräch

Nicht mehr zum Nulltarif

Menschen beim Schlittenfahren
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Die attraktive Landschaft bietet viele Möglichkeiten. Doch die Infrastruktur rund um den Naturgenuss in Schuss zu halten, geht für die Kommunen ins Geld.

Oberallgäu – Die Ökologisch Demokratische Partei Oberallgäu ÖDP beschäftigt sich seit langem mit den Problemen des zunehmenden Tagestourismus in der Region. Man versuche konstruktiv, ein von allen Gästen tragbares Model zu entwickeln, da jeder Gast gleich viel wert sei, so der Vorstand der Wählervereinigung der ÖDP und Unabhängige Bürger UB zu dem neuerlichen Vorstoß bei der Tourismus-Debatte in der Region.

„Man muss aber schon darauf achten, dass der Tagesgast eine Vielzahl von Leistungen umsonst bekommt und ein anderer dafür bezahlen muss“, so die ÖDP / UB in ihrer jüngsten Veröffentlichung. Vor allem müssten jene, die nicht direkt am Tagesgast verdienen, aber die Tourismusstrukturen erhalten und pflegen wie Landwirte, Ehrenamtliche und Privatvermieter unterstützt werden.

„Wenn Tagesgäste diesen Service zwar nutzen, aber teilweise keine Wertschöpfung erwirken, wenn etwa nicht mal mehr zum Essen gegangen wird, man aber alles nutzen möchte, stellt sich schon die Frage: was lernen wir daraus?“, so Franz Horn, ÖDP-Vorstandsmitglied aus Missen-Wilhams. „Der Tagesgast lernt momentan, dass vieles umsonst und so einfach zu erreichen ist. Der Dauergast fragt sich irgendwann, warum zahl‘ ich mehr und steh‘ in der gleichen Schlange an wie der Kurzzeitgast.“

Der Wählervereinigung ÖDP / UB sei sehr wohl bewusst, dass jeder das Recht auf ein „freies Betreten der Natur“ habe, allerdings müsse der entsprechende Service rund um deren Nutzung erbracht werden: Wege müssen gepflegt und die touristischen Strukturen in ihrer Gänze finanziert werden, geben Finger und seine Mitstreiter zu bedenken.

„Tourismus muss getragen werden von den Menschen vor Ort. Wenn wir zum Tagesgästediscounter werden, verliert wahrscheinlicher mancher die Lust und Liebe für den Tourismus zu arbeiten“, so Michael Finger.

Eine alte Idee der ÖDP wäre, meint der Oberstdorfer Gemeinderat Finger weiter, die in vielen Oberallgäuer Orten verankerte Beteiligung der Tagesgäste an der Kurtaxe in der Praxis umzusetzen. Exemplarisch zitiert er den Standardsatz, der sich in vielen kommunalen Kursatzungen findet: „Personen, die sich zu Kur- und Erholungszwecken im Kurgebiet…aufhalten…, sind verpflichtet, einen Kurbeitrag zu entrichten“. Diese Verpflichtung sei nicht davon abhängig, ob oder in welchem Umfang Kur- und Erholungseinrichtungen tatsächlich in Anspruch genommen würden, erklärt Finger.

Die Gebühr könnte man zum Beispiel über Parkplatzgebühren erheben; Besitzer der Allgäu Walser Karte oder einer Bürgerkarte könnten im Menü des Parkautomaten das entsprechende Ticket anwählen. Alternativ könne man sich auch eine pauschale Tagesparkvignette für den Landkreis vorstellen.

Die ÖDP / UB will demnächst auch im Kreistag Oberallgäu das Thema Kurtaxe und deren mögliche Anwendung zur Diskussion stellen.

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