Ofterschwang setzt auf "Gutes vom Dorf"

Unter dem Motto „Gutes vom Dorf“ sollen in Ofterschwang jetzt heimische Produkte, Erzeugnisse aus dem Dorf, Vorfahrt haben. Mit einem schlüssigen Konzept wollen Bürgermeister Alois Ried und Ofterschwangs neuer Gästeamtsleiter, Stefan Nitschke, Nägel mit Köpfen machen und Tourismus und Landwirtschaft noch näher zusammen bringen.

Neu sei die Idee vom Schulterschluss von Tourismus und Landwirtschaft nicht, räumt Ofterschwangs Bürgermeister, Alois Ried, ein. Was er vermisse, sei die nachhaltige Zusammenarbeit. „Wir wollen nicht länger auf die Politik warten, sondern jetzt selbst etwas tun!“ sagt Ried und ist optimistisch: „Das werden wir hier wohl auf die Reihe bringen.“ Tatsächlich sieht Ried in Ofterschwang und den kleinen Ortsteilen ein „großes Potential“: Zwei Käsereien mit einer Vielzahl von Molkereiprodukten, die Vollwert-Bäckerei in Westerhofen, Bauernhof-Eis, das Schlachthaus Sonthofen, Kräuterhof-Partner, sowie die Imkerei in Tiefenberg. Das Angebot überraschte auch Stefan Nitschke, der vor wenigen Wochen die Leitung des Gästeamtes übernahm: „Ein solch vielfältiges Angebot findet sich nur in wenigen Allgäuer Orten. Da liegt es nahe, diesen Vorteil zu nutzen und die Erzeugnisse besser zu vermarkten.“ In Bügermeister Ried habe er schnell einen engagierten Mitstreiter für die Idee gewonnen, so Nitschke weiter. Die Partner vor Ort seien dann ebenfalls vom Konzept überzeugt gewesen und begeistert „ins Boot“ gekommen. Dabei soll es nicht mit einem Alibi-Produkt auf der Speisekarte oder dem Frühstücksbuffet bleiben, betont Bürgermeister Alois Ried. Der optische Eindruck, der typische Geschmack vom Dorf soll auf den Tisch und dem Gast das Gefühl geben, dass er „in seinem Urlaub vollständig angekommen“ ist, so die Philosophie. Und im kleinen - Ofterschwanger - Rahmen sei das Konzept „Gutes vom Dorf“ sehr gut in der Praxis zu verwirklichen. Für Ried der ideale Schulterschluss: Wertschöpfung vor Ort und Mehrwert für den Gast: „Wenn der Gast beim Frühstück hochwertige heimische Produkte unserer Landwirte genießt, statt Käse und Joghurt aus dem Supermarkt, die genauso schmecken wie zuhause, ist das einfach etwas anderes. Ried spricht von einem „klaren Mehrwert für den Gast“. Der Mehrwert für die Landwirtschaft liege ebenfalls klar auf der Hand. Wenn die heimischen Sennereien mehr Erzeugnisse im Ort verkaufen, bleibe die Milch im Dorf und müsse nicht zu niedrigen Preisen an Großabnehmer verkauft werden. Nur förderlich könne es daher sein, wenn neben den örtlichen Pensionen, Gasthäusern und Privatvermietern auch „starke Partner“ gewonnen würden, wissen Stefan Nitschke und Alois Ried. Mit renommierten Häusern wie der „Sonnenalp“ oder dem „Allgäuer Berghof“ laufen bereits Gespräche. Dann ginge es auch um Größenordnungen, die im Ort spürbar seien, hoffen Ried und Nitschke weiter. Damit für jeden erkennbar ist, wer mit der Karte „Gutes vom Dorf“ spielt, wird es ein Zertifikat geben. Grundsätzlich kann jeder Gastgeber und Wirt an dem Projekt teilnehmen - von der Ferienwohnung bis zum Hotel. Kleinbetriebe müssen mindestens zwei Dorf-Produkte ständig anbieten; die größeren sind mit fünf dabei. „Das Beste ist“, so ergänzt Bürgermeister Ried, „dass die Teilnahme niemanden etwas kostet! Weder den Gastgeber, noch den Wirt, noch die Direktvermarkter.“ Natürlich wird das Projekt auch im Internet-Auftritt der Gemeinde optimal platziert. Die Vorteile für den Gast sollen ins Auge fallen und den Weg zu den teilnehmenden Partnerbetrieben ebnen. Immerhin verzeichnet der Ort 300000 Übernachtungen jährlich. Bürgermeister Alois Ried und Gästeamtsleiter Stefan Nitschke wissen, dass „Gutes vom Dorf“ erst einmal ein Alleingang ist. Sie hoffen aber auf Nachahmer im Allgäu - und schließlich auf ein richtiges Netzwerk.

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