Oprtimierte Versorgung

Trotz aller Bemühungen führen Diagnostik und Therapie nicht immer zu einem nachhaltigen Erfolg. Viele Patienten sind deshalb auf der Suche nach einer für sie hilfreichen Behandlung. Eigene Recherchen im Internet und Medienberichte über mögliche Therapien helfen oft nicht weiter oder tragen sogar zur Verunsicherung der Patienten bei. Um zu zeigen, dass gerade hier im Oberallgäu eine hochwertige Versorgung angeboten wird, haben das Klinikum Kempten, die Kliniken Oberallgäu, die Bosch BKK und der Hausarztverein Oberallgäu jetzt eine Kooperation gestartet. Ziel ist es, diesen Patienten mit einem Angebot innerhalb kurzer Zeit zu helfen und sie mit einem ärztlichen Spezialisten der Region zusammenzubringen.

„Sparen durch Optimieren der Versorgung“, bringt Bernhard Mohr, Vorstand der Bosch BKK, das Ziel auf den Punkt. Rund 2500 Euro könne die Bosch BKK pro Patient und Jahr durch die neue Form der Kooperation einsparen. Die Betriebskrankenkasse fahre bislang gut mit dem Projekt Patientenbetreuer, das seit vier Jahren angeboten werde, so Mohr weiter. Auf diesem Modell baue die weitergehende Kooperation von Kliniken, niedergelassenen Ärzten und der Bosch BKK auf. Vor allem Hausärzte sollen hierzu ein Gespräch mit einem solchen Spezialisten vermitteln, der nach einer gründlichen Diagnostik und auf das Krankheitsbild des Patienten zugeschnitten eine Empfehlung für die weitere Behandlung geben soll. Je nach Situation des Patienten kann das eine Behandlung durch Haus- und Fachärzte, im Krankenhaus oder in der Rehabilitation sein. Die an der Betreuung beteiligten Hausärzte, Psychotherapeuten sowie Fachärzte aus dem niedergelas- senen und dem stationären Bereich arbeiten dabei fachübergreifend zusammen und vergeben kurzfristig Termine. Für den Patienten ist die Annahme des Angebots freiwillig. Er kann auch entscheiden, ob ein Patientenbegleiter der Bosch BKK zur Unterstützung der ärztlichen Maßnahmen einbezogen wird. Die Vertragspartner haben zunächst für acht Fachrichtungen derartige Spezialisten bestimmt, die im Rahmen der Kooperation „fachliche Koordinatoren" genannt werden: für psychische Erkrankungen, Orthopädie, Neurologie / Schlaganfall, Nephrologie, Demenz / Geriatrie, Gastroenterologie, Kardiologie und Onkologie. „Die fachlichen Koordinatoren kommen überwiegend aus dem klinischen Umfeld, aber auch niedergelassene Fachärzte sind darunter", erläutert Michael Osberghaus, Geschäftsführer der Kliniken Oberallgäu. „Es gibt immer wieder Patienten, die trotz hausärztlicher Betreuung und fachärztlicher Diagnostik und Therapie im niedergelassenen Bereich auf Grund der Schwere der Erkrankung zu Hause nicht zeitnah und ausreichend versorgt werden können", sagt Dr. Rainer Gramlich, Ehrenvorsitzender des Hausarztvereins Oberallgäu. „Dies kann eine akute, chronische oder wiederkehrende Erkrankung sein, die dann mit Hilfe des Patientenbegleiters der Bosch BKK kurzfristig an einen Koordinator zur Mitbehandlung weitergereicht wird - nach ausführlicher Beratung, um neue zusätzliche Therapiewege oder Weichenstellungen im fachärztlichen Sektor, der stationären und Reha-Einrichtung oder in der sozialen Ebene aufzuzeigen. Erstes Ziel des Vertrages muss sein, die niedergelassenen Fachärzte mit in den Vertrag einzubinden, um den Patienten mit Hilfe des Patientenbegleiters ohne großen bürokratischen Aufwand in seiner Krankheit zu unterstützen." Bernhard Mohr ergänzt dazu: „Das Neue an der Kooperation ist auch, dass Ärzte unterschiedlicher Einrichtungen im Allgäu mit der gleichen Zielrichtung zusammenarbeiten. Chef- und Belegärzte des Klinikums Kempten, der Kliniken Oberallgäu, des Bezirkskrankenhauses Kempten, der geriatrischen Klinik in Sonthofen sowie der orthopädischen Fachklinik in Wasach haben bereits bei ihrer ersten gemeinsamen Zusammenkunft mögliche Handlungsfelder erkannt, wo sie Patienten in ihrer Not tatsächlich weiterhelfen können." Das Projekt wird am 1. Juli starten. Die Hausärzte der Region haben breite Zustimmung signalisiert. Ähnliche Kooperationen wird die Bosch BKK auch in anderen Regionen durchführen und das Vorhaben wissenschaftlich untersuchen lassen. Die Krankenkasse will damit nachweisen, dass Investitionen in eine verbesserte Versorgung der Versicherten sich rechnen können, wenn es dadurch gelingt, stationäre Behandlungen zu vermeiden, die Ausgaben vor allem für Arznei- und Hilfsmittel zu senken sowie Arbeitsunfähigkeitszeiten zu verkürzen.

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