"Große Katastrophe"

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Die Forschung ist sich inzwischen darüber einig, dass Deutschland nicht allein die Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges trägt, hob Oberst a.D. Eberhard Möschel in seinem Vortrag bei der ERH hervor.

Sonthofen – 100 Jahre Erster Weltkrieg – dieses Datum nahm die Kameradschaft ehemaliger Soldaten, Reservisten und Hinterbliebener (ERH) Sonthofen im Deutschen BundeswehrVerband zum Anlass, sich zu Ursachen, Hintergründen und Verlauf bis Ende 1914 informieren zu lassen.

Mit Oberst a. D. Eberhard Möschel aus Radolfzell konnte hierzu ein renommierter Geschichtswissenschaftler gewonnen werden, der aufgrund seines Studiums während seiner aktiven Dienstzeit auch am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg tätig war.

Über 100 Gäste waren zu der Veranstaltung ins Casino der Betreuungsgesellschaft Sonthofen gekommen, um den Ausführungen des ehemaligen Generalstabsoffiziers und Starfighter-Piloten zu folgen. Beginnend mit der Situation in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte Möschel, der unter anderem Leiter der Militärattachéstäbe in Kairo, Peking und Ulan Bator war, die Entwicklungen auf, die letztlich zur „Großen Katastrophe“ 1914 führten. Einig ist sich die Wissenschaft nach seiner Aussage inzwischen darüber, dass alle am Ersten Weltkrieg beteiligten Nationen ihren Teil an der Verantwortung für dieses Desaster trugen. Letztlich waren die Politiker aller Seiten aufgrund verschiedenster Bündnisse und Abkommen, die ihnen auf vielfältige Art und Weise die Hände banden, nicht mehr in der Lage, das Verderben zu vermeiden. Die derzeitige Lage in Europa sei zwar durchaus ähnlich, jedoch nicht dieselbe, so der Referent. Insofern könne man keine analogen Schlussfolgerungen ziehen.

Um den gesamten Komplex der Zeit bis 1918 darzustellen reiche die für den Vortrag zur Verfügung stehende Zeit nicht aus, jedoch seien bereits Ende 1914 die Zeichen deutlich gewesen, wie der Verlauf des Krieges sich darstellen würde. Insofern mussten sich die Zuhörer mit einer guten Stunde Vortrag zufrieden geben, nicht jedoch ohne Eberhard Möschel die Zusage abzuringen, zu einem späteren Zeitpunkt das Thema erweitert zu ergänzen.

Nach so viel historischen Einzelheiten ließen sich die Teilnehmer im Anschluss umso mehr die Martinigans oder -ente schmecken, wobei sich noch so manches angeregte Gespräch zum Vortrag ergab.

Alfred Veit

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