In der Täufer Johannis Kirche in Sonthofen wurde die frisch sanierte Orgel geweiht

Die "altehrwürdige Dame" spielt wieder

+
Dekan Jörg Dittmar (links) und der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes Roland von Bressensdorf mit der geweihten Orgelpfeife.

Sonthofen –Nach rund elf Jahren kann die Orgel der Sonthofer Täufer Johannis Kirche wieder voll erklingen. Mit einem festlichen Gottesdienst wurde das Instrument jetzt geweiht und darf einen „zweiten Frühling“ erleben.

Allerdings staunten die Gottesdienstbesucher nicht schlecht, die am kühlen Festsonntag zur Orgeleinweihung gekommen waren. Die ansonsten wohltemperierte evangelische Kirche war kalt und das erste Lied mussten sogar ohne Orgel gesungen werden. Pfarrer Gerhard Scharrer lüftete alsbald das Geheimnis. Die niedrige Temperatur sei der Orgelstimmung geschuldet. Wärme hätte der „altehrwürdigen Dame“ nicht so gut getan, nachdem sie bei niedrigeren Temperaturen wohl gestimmt worden sei. Außerdem sei die Orgel noch nicht vollständig. Ihr fehle noch eine Pfeife.

Mit der Weihe der letzten Pfeife durch Dekan Jörg Dittmar und Pfarrer Wolfram Henning wurde stellvertretend die ganze Orgel geweiht. Feierlich wurde die geweihte Orgelpfeife in die Hände der Gemeinde übergeben und bis nach hinten durchgereicht, wo sie von den Altstädter Orgelbauern Alfons Zeilhuber und Christine Albiez-Zeilhuber in Empfang genommen und in die Orgel eingebaut wurde. Auf diesen Moment hatte sich die Organistin Christine Kopp schon seit Monaten gefreut und ließ nun ihre Orgel zu Gottes Lob in allen Registern triumphieren und jubilieren.

Die „altehrwürdige Dame“, wie Dekan Jörg Dittmar die Orgel liebevoll nannte, könne wegen der Kunst der Orgelbauer nach einer rund zehnmonatigen Sanierung „jetzt ihren zweiten Frühling erleben“, vermutlich noch viele Jahrzehnte lang. Es sei bewundernswert, wie Orgelbauer tausende Teile Holz, Leder und Metall zusammenfügen und zum Klingen bringen könnten. Hier stecke sehr viel Handarbeit drin. So wundere es auch nicht, dass eine Orgelsanierung teuer sei. 200 000 Euro habe die Sanierung gekostet, informierte Pfarrer Wolfram Henning, Erster Vorsitzender des Orgelbauvereins.

Henning erinnerte, dass im Jahr 2004 die Renovierungsbedürftigkeit der Orgel erkannt worden sei. Es sei von Anfang an klar gewesen: „Wer eine Orgel renovieren möchte, der braucht Mut und Geld.“ Deshalb sei im Jahr 2005 der Orgelbauverein e.V. mit dem Zweck einer Sanierung oder eines Neukaufs gegründet worden.

In den elf Jahren habe der Verein konzeptionell wie finanziell maßgeblich zur erfolgreichen Sanierung beigetragen. Mit Projekten wie Orgelbasar, Bufettkonzert und Orgelpfeifen-Patenschaft hat der Verein Spenden in Höhe von 106 287 Euro sammeln können.

Mit weiteren großen und kleinen Spenden von Bürgern, Firmen und Stiftungen – auch die Stadt Sonthofen hat großzügig mitgeholfen – kamen 182 000 Euro zusammen. Henning dankte allen großen und kleinen Spendern und bat für die noch fehlenden 18 000 Euro um weitere Unterstützung.

Pfarrer Gerhard Scharrer dankte den Altstädter Orgelbauern Alfons Zeilhuber und Christine Albiez-Zeilhuber für ihre hervorragende Arbeit. Mit dem neuen Orgelprospekt hätten sie einen neuen Akzent gesetzt und den Kirchenraum aufgewertet. Er bewundere die Professionalität und die Geduld, den Respekt und das Einfühlungsvermögen der Zeilhubers bei der Sanierung.

Um die „altehrwürdige Dame“ einmal so richtig von ihrer besten Seite kennenzulernen, lädt die Kirchengemeinde zum Festkonzert ein am Sonntag, 1. Mai, um 19 Uhr. Regionalkantorin Katharina Pohl spielt unter anderem Werke von Bach und Mendelssohn-Bartholdy. Der Eintritt ist frei. Die Besucher werden jedoch um eine Spende zugunsten der Orgel gebeten.

Hans Ehrenfeld

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Zum Auftakt drei Kunstpreise
Zum Auftakt drei Kunstpreise
Lebenshilfe feiert Jubiläum
Lebenshilfe feiert Jubiläum
Zu zweit unterm Baum
Zu zweit unterm Baum

Kommentare