Auf die richtige Kuh setzen

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Original Braunvieh: Geländegängig, robust und vielseitig.

Mehr als 30 Akteure und Interessierte aus der Region folgten der Einladung des Naturpark Nagelfluhkette gemeinsam mit den Original Braunviehzuchtverbänden von Vorarlberg und dem Allgäu sowie der Universität München, um über die Zukunft der Zweinutzungsrasse „Original Braunvieh“ zu diskutieren.

Rahmen für die Vernetzungsveranstaltung war das Interregprojekt AlpFoodway, bei dem es um das Erbe der Alpinen Esskultur geht.

Die Themen reichten vom aktuellen Zustand der Rasse, ihrer Merkmale und der Haltung, über die Zukunftsfähigkeit angesichts derzeitiger Entwicklungen in der Grünlandwirtschaft bis hin zur Vermarktung. Wie alte Nutztierrassen durch regionale Vermarktung erhalten werden können, erläuterte Jürgen Lochbihler, Gastronom und Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung des Murnau-Werdenfelser Rindes. Der Verein hat es geschafft die vom Aussterben bedrohte ehemalige „Dreinutzungsrasse“ zu einer eigenen Marke zu machen und so den Bestand zu sichern. Auch der Fortbestand des Original Braunvieh OVB ist keineswegs gesichert. Daher wird die Zucht der gefährdeten Nutztierrasse gefördert. Seit dem Tiefpunkt um die Jahrtausendwende steigt die Zahl der Tiere in Vorarl­berg und dem Allgäu langsam aber stetig wieder an.

Robust und gesund

OBV-Betriebe schätzen die Milchleistung bei extensiven Futtermitteleinsatz, die auch bei der Alpung ohne Zufütterung nicht sinkt. Pluspunkte sind auch die Alptauglichkeit und Robustheit, sowie der guten Charakter der Tiere, so Kuno Staudacher vom Arbeitskreis Original Braunvieh.

Auch was die Fleischqualität angeht kann das Original Braunvieh punkten, meinte Carina Niedermair vom Naturpark Nagelfluhkette, die die Metzgerei Naturpark Nagelfluhkette und das Naturpark Vollmilchkalb vorstellte. Durch die Fülligkeit und den leichten Knochenbau steht das Original Braunvieh der weit verbreiteten Mastrasse Fleckvieh was die Fleischausbeute angeht, um nichts nach.

Über die Qualitäten der Rasse informierte die Gastgeber-Familie Lingenhel. Die Familie liefert Milch an die Sennerei oder verarbeitet sie am Hof und verkauft die Milchprodukte und das eigene Fleisch in Bioqualität im hofeigenen Laden. Bewusst verzichten die Lingenhels auf Kraftfutter und freuen sich über gesunde Tiere.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass es bei der Vermarktung und Information Bedarf gibt. Derzeit ist die Unterscheidung zwischen Original Braunvieh und Braunvieh (Brown Swiss), welches den Großteil ausmacht, zu wenig gegeben. Über die Zukunftsfähigkeit der Zweinutzungsrasse und ihren Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft, insbesondere der Alpen, sowie einen Beitrag zum Kreislauf in der Grünlandwirtschaft herrschte bei den Allgäuer und Vorarlberger Teilnehmern kein Zweifel. Information zum Projekt Alp­Foodway unter www.alpfoodway.e u.

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