Vorerst letzte Kundgebung von "Pulse of Europe" in Sonthofen

"Pulse of Europe in Sonthofen": Ein Bekenntnis zu Europa

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Auch bei der vorerst letzten Polse-of-Europe-Kundgebung in Sonthofen waren wieder zahlreiche Menschen gekommen, um ein klares Zeichen für Europa zu setzen.

„Wenn es notwendig wird, werden wir wieder kommen“, so Peter Siegel bei der vorerst letzten „Pulse of Europe“ Kundgebung in Sonthofen. Sollte sich wieder eine europafeindliche Stimmung breit machen, werde man sich schnell wieder zu Wort melden, wollen die Organisatoren die Entwicklung abwarten.

Siegel betonte die Überparteilichkeit der Vereinigung und bezeichnete die Demonstrationen als Erfolg.

Die Veranstaltungen in der Kreisstadt waren so angelegt, dass sie – in Anlehnung an die europaweite Bewegung – bis zur Bundestagswahl eine positive Stimmung für Europa erzeugen. Die Veranstalter sehen sich als Gegengewicht zu nationalistischen Europagegnern, die nach dem Brexit und dem Erstarken rechtsextremer Parteien in Europa Oberwasser hatten. Dies sei ein gutes Stück gelungen, so Siegel. Sicher nicht erster Linie durch die „Pulse of Europe“ Bewegung sondern auch durch die Wahlen in Frankreich und Holland, wo sich unterm Strich die europafreundlichen Parteien durchsetzten. In Deutschland sei bei Umfragen die Zustimmung zur Europäischen Union von 34 Prozent im Frühjahr auf aktuell 64 Prozent gestiegen. Ein bisschen sei man auch daran beteiligt.

Kurz vor der Bundestagswahl rückten die Veranstalter von ihrem bisherigen Modus ab und ließen auch Politiker aller wichtigen Parteien – darunter Bundestagskandidaten – zu Wort kommen. In Fünfminuten-Statements konnten sie ihre Sicht auf Europa und wie sie sich die Zukunft vorstellen, schildern. Die Gelegenheit nutzten CSU, SPD Grüne, FDP, Freie Wähler, ÖDP und AfD. Von den Linken kam eine Absage. Bei allen Rednern gab es eine positive Sicht auf Europa. Wie das europäische Friedensprojekt nach der blutigen Geschichte des Kontinents, die Durchsetzung demokratische Strukturen und die Reisefreiheit. Unterschiede wurden trotzdem deutlich, vor allem was die Wirtschaftspolitik, die Aufnahme von Flüchtlingen und den Umgang mit anderen Staaten betrifft. Auch Reformen, wie mehr Solidarität in der Flüchtlingsfrage, die Zusammenarbeit beim Klimaschutz, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und mehr Kompetenzen für das Europäische Parlament wurden angemahnt. Wurden die meisten Politiker-Reden von den etwa 300 Zuhörern mit Beifall bedacht, gab es bei dem Vortrag des AfD-Redners auch Pfiffe und Buhrufe.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten die Schulband der Realschule Sonthofen und „Sunnehänglar“ Reinhard Pargent aus Bad Hindelang mit einem Europalied. Vor dem gemeinsamen Singen der Europahymne gab es noch ein dickes Dankeschön an die Europafreunde, die sich seit April mit viel Herzblut für die Einheit Europas eingesetzt haben.

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