Eine intakte Gemeinde in Immenstadt

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Prälat Bertram Meier (links) und Stadtpfarrer Anton Siegel zelebrierten zum Ausklang der Pfarreienvisitation eine Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Immenstadt – „Gute Noten“ gab es für die Pfarreigemeinschaft Immenstadt-Bühl-Rauhenzell bei der jüngsten Pastoralvisitation. Die Pfarrei habe in allen Gesprächen „eine guten Atmosphäre“ vermittelt und sei „eine menschlich intakte Gemeinde“, fand Prälat Bertram Meier in seiner Predikt zum Abschlussgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus.

Der Pfarreivisitator, Prälat Bertram Meier, sei auch nicht gekommen, „uns auf die Finger zu klopfen“, stellte Pfarrer Anton Siegel dann auch zu Beginn der Heiligen Messe fest. Vielmehr sei es darum gegangen, Anregungen und Tipps zu erhalten. Und Prälat Meier ergänzte, dass „eigentlich 35 Frauen und Männer an diesem Abend vor der Gemeinde stehen müssten“ nach dem Bibelgespräch am Vorabend zum Auftakt der Pfarreivisitation. Der Gesprächs­abend habe ihn sehr bewegt; viele der Teilnehmer hätte wesentliche Bibelstellen zitiert und die Botschaft überlegt und gut eingeordnet.

Das im Wortgottesdienst verkündete Lukas-Evangelium schilderte die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Für Prälat Meier ein gutes Symbol für das Leben des Menschen. Drei ausgewählte Jünger – Petrus, Johannes und Jakobus – erlebten einen Jesus, der sich in seiner wahren Gestalt als Sohn Gottes gezeigt habe.

Der besondere Ort, hier ein bedeutender Berg, vermittle auch Nähe zu Gott, stellte Meier den Bezug zur Gegenwart her: „Suchen Sie Orte auf, wo Gott Ihnen nahe ist.“ Die Pfarrei besitze etwa mit der Kapelle in Bühl, der Kirche in Rauhenzell oder der Stadtpfarrkirche solche Orte. „Hegen und pflegen Sie diese Schätze nicht nur als Bauwerke, sondern auch als Orte, wo Gott Ihnen nahe ist.“

Noch ein Symbol beinhalte das Evangelium, meinte Prälat Bertram Meier: die Apostel schlafen ein – in einem ganz wichtigen Moment! Meier: „Sehen Sie liebevoll darauf, dass nichts an Elan und guten Ideen einschläft.“ Dann sei er sicher, dass Jesus Christus an der Pfarrei nicht unbemerkt vorbei geht. „Wachsam bleiben!“

Ein Drittes noch zeigte der Prälat in seiner Predigt zur Visitation auf: den Moment des Glücks kann man nicht festhalten. Der Vorschlag Petrus, in dem Moment der Verklärung geäußert, an diesem besonderen Ort drei Hütten zu bauen und sich hier niederzulassen, beinhalte auch das Loslassen. Manches müsse man loslassen, um Neues zu gewinnen, meinte Meier weiter und erinnerte: „Jede gute alte Zeit war einmal eine schlechte neue Zeit.“ In diesem Zusammenhang, so der Prälat, müsse auch die Gemeinde vielleicht von manchen Ansprüchen abrücken, etwa was die Zahl der Gottesdienste angehe.

Es brauche – auch in einer Pfarrei – nicht nur Macher, sondern auch Betende: wer bete, der verändere sich. Bei allem sozialen Engagement, das er auch hier in der Gemeinde vorgefunden habe, ermunterte Meier: „Beten Sie.“

Das Erlebnis des Gipfels sei verbunden mit dem Abstieg in die Täler des Alltags, brachte Prälat Meier seine Bilanz der Visitation auf den Punkt. „Vom Geschenk des Gipfelglücks zehren wir, wenn es dunkel wird, wenn es schwierig wird.“ Er wünsche der Pfarrgemeinde, in der er eine gute Atmosphäre, eine menschlich intakte Gemeinschaft vorgefunden habe, dass diese Stimmung und diese Zusammengehörigkeit im Glauben erhalten bleibe und sich weiter entwickle.

Josef Gutsmiedl

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