"Im Glauben wachsen"

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Pater Stanislaw Rutka vertritt in der Pfarreiengemeinschaft Bad Hindelang Pfarrer Martin Finkel während dessen Urlaubs. Hier besucht er die Hintersteiner Kirche St. Antonius, die direkt neben seinem Domizil liegt, dem Hintersteiner Pfarrhof.

„Die Berge sind für mich wichtig, denn ich bin in den Bergen geboren“, stellt der 63-jährige Pater Stanislaw Rutka mit leuchtenden Augen fest und schaut aus dem Hintersteiner Pfarrhaus hinauf in die Allgäuer Alpen.

Der in Kaminieca/Polen geborene Geistliche vertritt derzeit den Leiter der Pfarreiengemeinschaft Bad Hindelang, Pfarrer Martin Finkel, während dessen Urlaub. 

Bei der Bergmesse auf der Hornalpe freute er sich auch über die tierischen Zuhörer, die Kühe. „Die Kühe gehören dazu, wenn wir dort draußen Gottesdienst feiern“, schmunzelt Rutka.

Das Allgäu ist für den Pater kein Neuland, denn bereits 1991 trat er seine erste pastorale Stelle im Kloster Kalzhofen bei Oberstaufen an. Als Kaplan, Hausgeistlicher des Klosters und Religionslehrer wirkte er dort bis zum Jahr 2000. 1978 war er in Polen in die Kongregation des Heiligsten Erlösers, allgemein bekannt als die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen, eingetreten und wurde 1986 in Tuchow zum Priester geweiht. Erste seelsorgerische Stationen waren Elbing und Wartha in Niederschlesien.

Nach seiner Tätigkeit in Kalzhofen folgten für den Priester die Stationen Lindau und Neumarkt in der Oberpfalz. In den Jahren 2007 bis 2016 wirkte Rutka im Pfarrverband Oberpullendorf/Österreich. Viele Jahre organisierte und leitete er in Österreich, Deutschland und Ungarn Besinnungstage, Exerzitien und Volksmissionen, deren Ziel es war, den Glauben zu vertiefen sowie das religiöse und apostolische Leben der Gläubigen zu beleben. In Dänemark betreute Rutka von 2016 bis 2017 die dortigen polnischen Pfarrgemeinden, bevor er bis 2018 seelsorglich in der Pfarreiengemeinschaft in Seeg und in der Wallfahrtskirche in Speiden (Maria Hilf) eingesetzt war. Seit September 2018 wirkte er im Dekanat Günzburg als Aushilfspriester, wo er an seinem Wohnsitz Maria Vesperbild ebenfalls gerne mitgeholfen hat. Hier lernte er auch den damaligen Günzburger Dekan Finkel kennen, der im Oktober letzten Jahres in Bad Hindelang die Nachfolge von Pfarrer Karl-Bert Matthias angetreten hat. Dekan Matthias war im Herbst 2018 als neuer Leiter der Pfarreiengemeinschaft Oberstaufen in den Schrothkurort gewechselt.

„Gott wirkt, hilft und beschützt. Das habe ich selbst erlebt“, stellt Pater Rutka mit Blick auf sein bisheriges Leben fest. Ihm sei es wichtig, dass „die Menschen im Glauben wachsen, dass sie Halt haben“, denn dann würden sie auch im Glauben leben, so der 63-Jährige. Diesen geistlichen Ansatz hat er auch als Autor zweier Bücher vertieft: „Der Glaube und das Bemühen um seine Weitergabe im Lichte der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils“ und „Den Glauben leben“.

Die Gläubigkeit und der Zusammenhalt unter der Bevölkerung seien auf dem Land grundsätzlich stärker als in der Stadt, weiß der Priester aus seiner langjährigen Tätigkeit. „Bei Beerdigungen kommt oft das ganze Dorf zusammen“, erzählt Rutka. Das sei eine schöne Erfahrung, fährt er fort. In seine Vertretungszeit fallen außerdem zwei Taufen und eine Trauung, berichtet der Pater von seinen Aufgaben.

Viele Kontakte hat er in der Pfarreiengemeinschaft bereits geknüpft, Einladungen zum Essen wurden ebenfalls ausgesprochen. Pater Rutka fühlt sich inmitten der Allgäuer Berge und seinen Gläubigen jedenfalls sehr wohl.

pdsf

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