Drei Feste auf einmal

Patrozinium – Sanierung – Priesterjubiläum: Grund zu feiern in Oberstaufen

Dekan Karl-Bert Matthias
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Dekan Karl-Bert Matthias segnete die neue Schutzmantelmadonna, die Kirchenbesucher im Vorraum der Pfarrkirche „begrüßt“.

Oberstaufen – Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes zum Patrozinium am Sonntag stand die Segnung der neuen Schutzmantelmadonna im Vorraum der Pfarrkirche St. Peter und Paul durch Dekan Karl-Bert Matthias.

Groß war das Interesse der Gläubigen, die nicht nur die Segnung der Statue miterlebten, sondern auch den Abschluss der Renovierungsarbeiten am Staufener Gotteshaus und das 30-jährige Priesterjubiläum ihres Pfarrers mitfeierten.

Er sei dankbar, nach dem Abschluss der gelungenen Renovierung in einer hellen und auf den neuesten Stand gebrachten Kirche stehen zu dürfen, betonte der Jubilar zu Beginn des Gottesdienstes. Mit einem Präsent dankte er Kirchenpflegerin Judith Höß für ihren unermüdlichen Einsatz während der Renovierung und bedankte sich außerdem bei den Spendern der bisher zusammen gekommenen 70 000 Euro für den Eigenanteil der Pfarrei.

Bauarbeiten abgeschlossen

Bauleiter David Müller vom Ingenieurbüro Dr. Schütz zog ein kurzes Resümee zu den Bauarbeiten. Nach der Deckenprüfung sei ein Sanierungskonzept erstellt und die Finanzierung 2019 festgezurrt worden. Im Mai 2020 wurden das Gerüst aufgebaut und die Innenarbeiten an der Decke sowie der Raumschale samt Reinigung und Überarbeitung der Ausstattung durchgeführt. Im Mai 2021 fanden sie ihren Abschluss, der Kostenrahmen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro wurde dabei eingehalten, so der Bauleiter.

Eine Kirche sei ein besonderes Gebäude, betonte Dekan Matthias in seiner Predigt, sie sei ein Ort der Verkündigung. „Wir haben die Kirche schöngemacht. Nun steht die Einladung an die Menschen, zu kommen und sie mit Leben zu füllen“, stellte der Pfarrer fest. Vor 30 Jahren sei er im Kölner Dom zum Priester geweiht worden – 28 seien sie damals gewesen, gestern habe Bischof Bertram im Augsburger Dom gerade einmal vier junge Diakone zum Priester geweiht, bedauerte Matthias.

Priester in den Bergen

Während seiner Studienzeit in Innsbruck habe er sich immer gewünscht, einmal Pfarrer in den Bergen zu sein. „Dass mich mein Weg hierher führen würde, wusste ich nicht“, erinnerte sich der Dekan. 18 Jahre habe er im Ostrachtal in Bad Hindelang gewirkt, zunächst als Prodekan, ab 2016 als Dekan. Seit gut zwei Jahren sei er nun in Oberstaufen. „Dass ich als Kölner einmal für die Pfarrer des Dekanats Sonthofen zuständig bin, hätte ich nicht gedacht“, blickte Matthias mit humorvollen Zwischentönen zurück.

„Ich bin dankbar für die Zeit, mit allen Höhen und Tiefen“, so der Pfarrer. Bei aller Dankbarkeit stelle er jedoch auch fest, dass sich vieles verändert habe und die Kirche nicht mehr so sei, wie er sie als Kind kannte. Eine machtvolle Kirche gebe es – gottlob – schon lang nicht mehr, es gebe nicht mehr den Herrn Hochwürden, sondern lediglich den Pfarrer.

Kirche darf kein Deckmantel, sondern muss Schutzmantel sein

„Wieviel wurde unter dem Deckmantel der Kirche versteckt?“, fragte er zum Thema Missbrauch. Die Herzen von Jugendlichen seien zerstört und gebrochen worden von Priestern und Mitarbeitern. Diese Risse könne man nicht einfach überstreichen wie bei einer Renovierung und anschließend sagen, jetzt ist alles wieder gut, betonte Matthias. Menschen zu helfen, sei Aufgabe und Verantwortung der Kirche. Die Christen müssten Stellung beziehen – die Bewegung dazu komme von unten, begrüßte er die Entwicklung. Es sei kein Schlusspunkt erreicht, sondern der Wendepunkt sei gekommen, so Matthias.

Wenn er heute zurückblicke, so müsse er zugeben, dass ihm heute die Entscheidung Priester zu werden, nicht mehr so leicht fallen würde wie vor 30 Jahren. Aber er würde sich immer wieder für diesen Weg entscheiden. „Ich bin Pfarrer mit Leib und Seele“, bekannte Dekan Karl-Bert Matthias.

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