"Perle der Stadt Sonthofen"

Die Klasse 9dM der Mittelschule Sonthofen stellt derzeit im Foyer der Sparkasse am Oberallgäuer Platz die Ergebnisse ihrer Projektarbeit „Das Möggenriedhaus – Perle oder altes Glump“ aus. Foto: Eva Veit

„Ich finde es ganz toll, dass sich die Jugend mit diesem Thema beschäftigt – damit wird Geschichte lebendig,“ lobte Bürgermeister Hubert Buhl die Schüler der Klasse 9dM der Mittelschule Sonthofen. Die Klasse beschäftigt sich in einem Projekt mit dem um 1586 erbauten Möggenriedhaus in Sonthofen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie noch bis zum 15. März in einer kleinen Ausstellung im Foyer der Sparkasse am Oberallgäuer Platz.

Die Klasse wurde für das Programm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgewählt. Ziel des Programmes ist es, dass Schüler gebaute Geschichte erleben, den Wert und die Bedeutung von Kulturdenkmälern kennen lernen und das Projekt in der Öffentlichkeit bekannt machen, erläutert Clivia Eberle-Beinl, die Klassenlehrerin der Schüler. Im November bekam die Klasse eine theoretische Schulung zum Thema, unter anderem erläuterte der Architekt und Bauforscher Claudio Ritter ihnen in einer Präsentation und auch vor Ort die Geschichte des denkmalgeschützten Hauses, seine Bauart und als was es in der Vergangenheit genutzt wurde. Bei einer Umfrage in der Fußgängerzone durch die Schüler stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Sonthofer das Möggenried-Haus kennt, über seine Geschichte aber wenig weiß, so Eberle-Beinl weiter. Im weiteren Verlauf des Projektes bearbeiteten die Schüler mit der Unterstützung ihrer Klassenlehrerin, der ehemaligen Lehrerin Monika Acksteiner und des Besitzers des Hauses, Franz-Fredo Möggenried, verschiedene Themenbereiche wie die Nutzungsgeschichte unter anderem als eine der letzten Nagelschmieden Sonthofens, bauliche Besonderheiten, „Geheimnisse“, den Maler Robert Schraudolph, der in dem Haus geboren wurde aber auch Ideen, wie das Möggenried-Haus in Zukunft genutzt werden kann. Die Schüler hatten bei der Arbeit an dem Projekt viel Spaß. Er habe „mehr Verantwortung gelernt“ und empfehle es auch anderen Klassen, bei „denkmal aktiv“ mitzumachen, erzählt Klassensprecher Atakan. Und Nathalie hatte zwar mehr Stress mit Schule und Lernen und Proben, aber es hat sich dennoch gelohnt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie nun in einer Ausstellung im Sparkassen-Foyer, mit dem Ziel, der Bevölkerung die Erhaltung dieses Sonthofer Kleinods nahezubringen. Oder, wie Bürgermeister Hubert Buhl es formulierte „dass viele dazu beitragen, dass das Haus zu einer Perle der Stadt Sonthofen wird.“ Das Möggenried-Haus Das Möggenried-Haus im Mühlenweg zählt zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden in Sonthofen. Die Anfänge seiner Geschichte liegen im Dunkeln, Untersuchungen des verbauten Holzes haben jedoch ergeben, dass es um etwa 1586 erbaut wurde. Der ursprüngliche Zweck seiner Erbauung und auch der Bauherr sind nicht bekannt. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude wahrscheinlich als Nagelschmiede genutzt. 1887 wurde der bekannte Sonthofer Maler Robert Schraudolph im Möggenried-Haus geboren, er gestaltete unter anderem die Fassade der Stadtbücherei und der Firma Alpenvogel. Mit der Einführung moderner Fertigungsmethoden warfen die kleinen Nagelschmiedebetriebe kaum mehr Gewinn ab; 1913 erwarb der Schreiner Friedrich Möggenried das Haus, das seitdem in der Bevölkerung als „Möggenried-Haus“ bekannt ist. Die Schreinerei bestand bis 1949. 1969 wurde das Anwesen verkauft. 1985 wurde es zu Abrißzwecken von einer Baufirma aufgekauft, die ihr Vorhaben jedoch nicht in die Tat umsetzte. Seit 2006 befindet sich das Gebäude wieder im Besitz der Familie Möggenried, Franz-Fredo Möggenried hat seitdem schon viel Zeit, Mühe und Geld in die Renovierung des denkmalgeschützten Hauses hat.

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