Sportliche Gemeinderäte

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Kein „richtiger“ Sportverein, aber eine starke Gemeinschaft, die Flagge zeige für den Glauben: die Läuferinnen und Läufer des Pfarrgemeinderates von St. Peter und Paul im Oberallgäuer Altstädten.

Altstädten - Im Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul in Altstädten bei Sonthofen „läuft’s“. Nicht allein, was die Arbeit des Gremiums angeht – auch sportlich ist der PGR in Altstädten ganz schön fit. Und oft haben einige der engagierten Mitglieder schon ein paar Kilometer auf Wald- und Feldwegen hinter sich gebracht, bevor sich die Runde abends trifft, um Angelegenheiten der Pfarrgemeinde zu beraten.

„Uns tut der Sport, Bewegung, das Laufen einfach gut“, bringt es Meinrad Briechle auf den Punkt. Und irgendwann kam dann die Idee auf, Flagge als Pfarrgemeinderat zu zeigen und zusammen bei Laufveranstaltungen in der Region anzutreten. Natürlich sind alle Sportler im Pfarrgemeinderat auch in „richtigen“ Sportvereinen, doch die Idee, als Mitglied eines etwas anderen Vereins, des PGR eben, da und dort aufzutreten, war anscheinend verführerisch und zog schnell Kreise.

„Unsere Läufer bringen so auf eindrucksvolle Weise christliche Werte ins Spiel und zeigen, dass Bewegung und Begeisterung Kirche und Sport durchaus verbinden“, sagt Lothar Koch, einer der Senioren im Altstädter PGR. Das jüngste Mitglied ist 20, das älteste 80 Jahre alt. Gut findet Koch zudem, dass die Mitglieder des PGR immer wieder mit anderen Vereinen vor Ort Mannschaften bilden. Das leiste einen Beitrag zum Zusammengehörigkeitsgefühl und zum guten gesellschaftliche Klima im Ort.

Publicity-süchtig sind die drei laufenden PGR’ler nicht, aber ihr Engagement in der Pfarrgemeinde dürfe man durchaus wahrnehmen, meinen Christian Schröttle, Meinrad Briechle und Rupert Rothmayr und ziehen sich ihr schwarzes Trikot mit dem goldfarbenen Aufdruck PGR auf der Brustseite an. Zuletzt waren die PGR’ler aus Altstädten beim Nikolauslauf in Immenstadt mit dabei – verstärkt durch „Sympathisanten“ aus der Pfarrgemeinde, die diese Idee gerne unterstützen.

Sport „eckt“ schon mal an, bei der Kirche im Dorf. Dass eingefleischte Fußballfans etwa ihrer Leidenschaft frönen und den Vorabendgottesdienst zugunsten einer TV-Übertragung sausen lassen, soll es tatsächlich geben. Allerdings ist längst auch das kirchliche „Angebot“ so vielfältig und flexibel, dass sich alles in der Praxis unter einen Hut bringen lässt, wie die PGR’ler aus Altstädten betonen. Und im benachbarten Oberstdorf fällt – mit Rücksicht auf den sonntäglichen Gottesdienstbeginn – der Startschuss für den bekannten Berglauf auf das Nebelhorn zwar keine zehn Meter vom Kirchenportal entfernt, doch seit Jahren etwas früher als manchem Sportler lieb ist.

Wirklich erwähnt wird „der Sport“ wie wir ihn heute kennen in der Bibel übrigens nicht. Die Auffassung, dass ein gesunder Geist am besten in einem gesunden Körper aufgehoben sei, wird den antiken Griechen zugeschrieben. „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat“, heißt es im Neuen Testament (Mk 2,27). Mit anderen Worten: das Wohl des Menschen steht über der formalen Erfüllung von Vorschriften und Gesetzen. Für die PGR-Laufgruppe in Altstädten jedenfalls habe Sport keinen Kult-Charakter, versichern die Pfarrgemeinderäte einhellig. „Das tut halt gut...“

Josef Gutsmiedl

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