Feierlicher Abschied

Pfarrer Michael Heinrich verlässt das Oberallgäu

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Eine Holzbank mit der eingravierten Grußformel „Gott zum Gruße“ gab es als Geschenk von den Kirchenstiftungen für Pfarrer Michael Heinrich (rechts). Unser Bild zeigt neben ihm von links Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner, die Pastoralratsvorsitzende Balbina Abt (vorn) und Missens Bürgermeisterin Martina Wilhelm.

Missen – Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin in Missen nahm der Leiter der Pfarreiengemeinschaft (PG) Stein, Pfarrer Michael Heinrich, nach neun Jahren Abschied von seiner Gemeinde. Er wechselt in die Pfarreiengemeinschaft Tandern. In seiner Predigt würdigte Dekan Karl-Bert Matthias den scheidenden Geistlichen als „gradlinigen und aufrichtigen Pfarrer und Mitbruder“, den er nur ungern ziehen lasse.

Zahlreiche Gläubige waren nach Missen gekommen, darunter auch Vertreter aus dem politischen und dem kirchlichen Leben, wie das scheidende evangelische Pfarrerehepaar Ulrich und Marlies Gampert aus Immenstadt, die sich mit persönlichen Worten verabschiedete und für die gute Zusammenarbeit bedankte. Der Gottesdienst wurde von Michael Hanel durch Gesang und Orgelspiel gestaltet.

„In der größten Pfarreiengemeinschaft des Dekanats, wo früher vier Pfarrer in sechs Pfarreien tätig waren, da warst du seit 2011 ganz allein verantwortlich“, schilderte Matthias. Der Dekan fragte: „Wodurch wird ein Priester glaubhaft?“ Er spende Sakramente und feiere die Eucharistie, so der Geistliche. Ein Priester müsse Zeugnis abgeben, für das was er sage, fuhr er fort. Während der vergangenen Jahre habe der Dekan erlebt, wie ernst es Pfarrer Heinrich damit sei, die Eucharistiefeier lebendig und erfahrbar für alle zu machen. Er sei Priester mit Leib und Seele, bemerkte er. Heinrichs Aufgaben in der PG Stein seien nicht immer leicht gewesen, erinnerte Matthias. „Wo Menschen sind, da menschelt es halt, sage man“, bemerkte er treffend.

Abschließend wünschte der Dekan dem Pfarrer für seine neue Aufgabe alles Gute und Gottes Segen. In seinem Schlusswort wandte sich der Geistliche mit dem Bild der Arbeit im Weinberg des Herrn an die Anwesenden. Aus den Erfahrungen aus dem Weinberg blicke er zurück auf glückliche und traurige Zeiten und hoffe auf wenig steinige Äcker.

Die Pastoralratsvorsitzende Balbina Abt würdigte Michael Heinrich mit persönlichen Worten. Sie verglich sein Schaffen mit dem Acker als Sinnbild für Mühe, Arbeit und Erfolg. „Ein hohes Maß an Fleiß und Einsatzbereitschaft“ habe der Pfarrer stets gezeigt. In vielen Sitzungen habe man debattiert und doch immer Lösungen gefunden, so Abt. Es sei nicht leicht gewesen, die ihm anvertrauten sechs Pfarreien zusammenwachsen zu lassen. Erst in der Rückschau werde klar, welche Akzente Heinrich gesetzt habe. Die besondere Gestaltung der kirchlichen Hochfeste, sein seelsorgerisches Einfühlungsvermögen etwa bei Beerdigungen oder seine stetige Verfügbarkeit blieben in Erinnerung. Auch sein geschichtliches Interesse sowie die Veröffentlichungen einiger Chroniken seien der Pfarreiengemeinschaft zugutegekommen, fuhr die Pastoralratsvorsitzende fort. Als Andenken an sein Wirken überreichte sie und ihr Stellvertreter Pirmin Mauch mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ ein Fotoalbum mit Aufnahmen der 14 Kapellen der PG und eine Schiefertafel mit einem geistlichen Spruch.

Für seinen Wohnort Missen erinnerte Bürgermeisterin Martina Wilhelm an viele persönliche Erlebnisse mit dem Geistlichen. „Das Jahr 2020 bleibt als ein Jahr des Wandels in Erinnerung: neue Bürgermeisterin, neue Schulleitung und Wechsel in der örtlichen Leitung der katholischen und evangelischen Kirche“, so Wilhelm, die dem Pfarrer alles Gute wünschte und einen Krug sowie Wein überreichte.

Für die Stadt Immenstadt bedankte sich Bürgermeister Nico Sentner bei Michael Heinrich und überreichte ihm das Buch von Dr. Ulrich Sauter „Generationenvertrag Wald“. Kirchenpflegerin Rosmarie Mohr verabschiedete sich in Mundart im Namen aller Kirchenstiftungen und lobte ihn unter anderem für sein Organisationstalent: „Er wusste immer, wo und wie man an Zuschüsse kommt.“ Als Erinnerungsgeschenk der Kirchenstiftungen übergab sie ihm eine Holzbank mit den eingravierten Worten „Gott zum Gruße“.

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