Schon als Kind wollte er Pfarrer werden

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Stadtpfarrer Anton Siegel und seine Urlaubsvertretung Pfarrer Richard Ssengudu aus Uganda in der Immenstädter St. Josef-Klosterkirche.

„Ich wollte so werden wie er!“ Dem  45-jährigen Richard Ssendugu aus Kampala war schon als Kind klar, dass er Pfarrer werden wollte. Wie sein großes Vorbild: Der Hilfe eines einheimischen Priesters sei es zu verdanken, dass seine Familie durch die Zeit der Bürgerkriegsunruhen in Uganda gekommen sei.

Und so eiferte der damals junge Mann seinem Vorbild nach und wurde Priester. Pfarrer Richard Ssendugu ist derzeit als Ferienvertretung für Stadtpfarrer Anton Siegel zum zweiten Mal in Folge in der Pfarreiengemeinschaft Immenstadt im Einsatz.

Als Arztsohn wuchs der kleine Richard in der Nähe von Kampala zusammen mit seiner Mutter und 14 Geschwistern auf. Der Vater wurde im Bürgerkrieg inhaftiert, die Familie stand vor dem Nichts. In diesen harten Jahren fanden sie Halt durch den bereits erwähnten befreundeten Priester – dieser unterstützte den jungen Richard auch auf seinem weiteren Weg, bis er schließlich selbst im Jahr 2001 seine Priesterweihe empfing. In seiner Heimat Uganda unterrichtet der Geistliche heute in der Nähe des Victoriasees in einer Schule, dem Kisubi Seminar.

Bereits zum sechsten Mal hat Richard Ssendugu eine Urlaubsvertretung in der Diözese Augsburg übernommen. Durch einen deutschen Freund, der ihn in Uganda besuchte, kam dieser Kontakt zustande und so reiste er 2006 erstmals nach Deutschland. Aus den sich anschließenden drei Einsätzen in Blaichach hat der afrikanische Pfarrer noch gute Kontakte und ist während seines Deutschlandaufenthalts dort öfter zu Besuch bei Freunden.

Gute Kontakte

Im Pfarrhaus von St. Nikolaus in Immenstadt wohnt er in einer kleinen Wohnung, zum Mittagessen geht er in das nahe gelegene Altenheim. Einen Hol- und Bringdienst organisieren die jeweiligen Kirchengemeinden wie Bühl und Rauhenzell. „Das funktioniert problemlos“, lobt Pfarrer Siegel. Die Verständigung klappt ebenfalls, mittlerweile spricht Richard Ssengudu gut deutsch. „Nur wenige Menschen gehen in Deutschland in die Kirche“, bedauert der Geistliche. Als Zeichen der Liebe zu Gott und als Zeichen des Glaubens würden in seiner Heimat viel mehr Gläubige die heilige Messe besuchen, erzählt der sympathische Pfarrer.

Der Kontakt zur Bevölkerung ist gut, manchmal laden ihn Menschen zu sich nach Hause ein. „Dann wollen sie alles über meine Heimat wissen“, so der 45-Jährige. Er erzählt ihnen gern etwas über sein Land, lässt dabei auch die Probleme wie Armut nicht unerwähnt. Die kulturellen Unterschiede seien natürlich groß, fährt er fort.

Den einen oder anderen Ausflug in die Berge oder an den Bodensee hat der Geistliche schon unternommen. „Die Berge finde ich gut“, so Pfarrer Richard. Einige Mitglieder aus der Pfarrgemeinde seien besonders gastfreundlich und nähmen sich seiner an. Womit man ihm allerdings keinen Gefallen tun kann, verrät Anton Siegel lachend: „Kässpatzen mag Richard leider überhaupt nicht!“

pdsf

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