Kirche macht Nägel mit Köpfen

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen bekommt komplette Innenrenovierung

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Dekan Karl-Bert Matthias (links) und Kirchenpflegerin Judith Höß besichtigen die Baustelle in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Oberstaufen – Die Gläubigen in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul werden die nächsten Monate mit einem Gerüst zwischen den Bänken leben müssen. Es wurde in diesen Tagen aufgebaut und ist für die Sanierung der Decke des 155 Jahre alten Gotteshauses erforderlich. Bis weit ins nächste Jahr hinein werde die mit 1,1 Millionen Euro veranschlagte komplette Innen-Renovierung dauern, umrissen der Sonthofer Dekan und Pfarrer von Oberstaufen, Karl-Bert Matthias, und die Kirchenpflegerin Judith Höß den Zeitplan der Arbeiten.

„Ich bin gespannt, wie das mit der Umsetzung der Abstandsregeln bei den Gottesdiensten wegen der Corona-Pandemie in dieser Baustelle funktioniert. Das wird noch eine große Herausforderung“, erklärt der Dekan.

Nachdem im Mai 2017 durch den Deckeneinsturz in der Vorderburger Pfarrkirche St. Blasius fünf Menschen durch herabfallende Putzteile verletzt worden waren, veranlasste die Diözese Augsburg die Untersuchung zahlreicher Kirchengewölbe. In Oberstaufen stellte sie einen größeren Schaden fest, der zunächst sogar zu einer Schließung des Gotteshauses führte. Das Anbringen von Sicherungen machte die Öffnung seinerzeit wieder möglich, die Fachleute stellte der Pfarrgemeinde allerdings ein Ultimatum zur Sanierung der Kirchendecke bis zum Jahr 2020.

Komplette Innenrenovierung

„Die letzte Innenrenovierung liegt schon lang zurück und ist vor 40 Jahren unter Pfarrer Meitinger erfolgt“, berichtet der Dekan. Wegen der zu erwartenden Zuschüsse für das Gerüst vonseiten des Bistums Augsburg bot sich die ebenfalls nötige Sanierung der Raumschale an. „Die Kosten für das Gerüst betragen rund ein Fünftel der Gesamtsumme“, stellt Kirchenpflegerin Höß fest. Somit entschloss man sich für eine komplette Innenrenovierung samt Ausstattung der im Jahr 1865 geweihten Kirche: Nägel mit Köpfen.

Um die Sicherheit der Decke zu gewährleisten, werde nun die sogenannte Bockshaut ausgetauscht und eine neue Anbindung an den Deckenputz erstellt. Der Maßnahmenkatalog umfasse weiter: Reinigung und Retusche der Decke sowie der Ausstattung, Glaserarbeiten, Modernisierung der Lautsprecheranlage, Erneuerung der Kirchenpolster sowie die Renovierung der Sakristei, heißt es im Flyer zur Renovierung.

Spenden und Patenschaften

Neben der bereits zugesicherten finanziellen Unterstützung des Bistums Augsburg in Höhe von 364 200 Euro und 100 000 Euro des Marktes Oberstaufen stellte die Kirchenverwaltung Zuschussanträge bei verschiedenen Stellen, deren Bewilligung teils noch ausstünden, so die Kirchenpflegerin. Der Eigenanteil der Pfarrei beliefe sich auf 270 000 Euro.

Die Kirchenverwaltung informiert auf Stellwänden im Kircheninnenraum und mit einem Flyer über die Renovierung. Es wird auch auf die Möglichkeit hingewiesen, durch Spenden eine „Patenschaft“ für ein bestimmtes Kunstwerk zu übernehmen.

Das Spendenkonto lautet: Katholische Kirchenstiftung St. Peter und Paul, DE 70 7336 9823 0002 5129 04 bei der Raiffeisenbank Westallgäu.

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