"Dammbruch" nach Lockerungen

Am Pfingstwochenende wurde das Oberallgäu vom Ausflugsverkehr überrollt

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Saisonstart an der Fellhornbahn: Wegen begrenzter Auslastung ging es im Stau zu den Kabinen.

Oberstdorf – Im Oberallgäu hat nach vielen Wochen Stillstand die Tourismussaison begonnen. In einer der beliebtesten Ferienregionen Bayerns mit Oberstdorf als Spitzenferienort. Nach dem Corona Lockdown kam es am Pfingstwochenende zum erwarteten Gästeansturm, als Übernachtungsbetriebe, Campingplätze und Bergbahnen – wenn auch in reduzierter Form – wieder öffneten. So begannen am Pfingstsamstag die große Anreisewelle und die „neue Normalität“ in der Tourismusbranche.

Hinzu kam der Tagesausflugsverkehr, der bereits am Wochenende zuvor und dem Feiertag Christi Himmelfahrt für massive Probleme gesorgt hatte. Nach den langen Wochen der Beschränkungen drängte verständlicherweise alles ins Freie. Staus, Warteschlangen und zum Teil chaotische Parkverhältnisse waren die Folge.

An den touristischen Brennpunkte überall dasselbe Bild: Seitenstreifen und Bankette wurden kurzerhand zu Parkplätzen.

An den touristischen „Hotspots“ bei Oberstdorf stauten sich Einheimische, Übernachtungsgäste und Tagesausflügler. Wer zu spät kam, fand oft keinen Parkplatz und musste sich auf lange Wartezeiten einrichten. Die Ausflugsparkplätze waren zum Teil völlig überfüllt. Autos wurden dann im Parkverbot oder einfach irgendwo in der Natur oder am Straßenrand abgestellt. Im Bereich der Kreisstraße OA 4 – am Aufstieg zur Gaisalpe – verteilte die Polizei Knöllchen an Falschparker.

An der Fellhornbahn herrschte reger Betrieb. Ordner und Kontrollen sorgten für einen geregelten Ablauf. Auch wenn sich eine lange Schlange bildete, die bis auf den Parkplatz reichte. Nicht zuletzt, weil Nebelhorn- und Söllereckbahn wegen Umbauarbeiten derzeit geschlossen sind und die Kapazität in den Kabinen auf 35 Prozent zurückgefahren wurde.

An der Breitachklamm bildete sich am Eingang eine lange Warteschlange. Obwohl an der Bundesstraße Schilder zeigten, dass die Parkplätze belegt sind, kamen ständig neue Autos hinzu. Geparkt wurde dann – neben dem offiziellen Parkplatz - wo auch immer sich ein Platz fand. In der Wiese, am Straßenrand im Halteverbot und im Wald.

Auch an den Zugängen zu Bächen und Seen war jedes freie Plätzchen belegt, da die Freibäder noch nicht geöffnet hatten. Auch im Ort waren Fußgängerzone und Kurpark wieder gut belebt. Während in den Biergärten und auf den Restaurantterrassen trotz Abstandsregelung durchaus noch leere Tische zu finden waren. Die Radler zog es in großer Zahl vor allem in die Oberstdorfer Täler und an die Iller. Selbst auf Bergen wie Himmelsschrofen und Kegelkopf, die als Geheimtipps gelten, drängelten sich die Bergwanderer.

Staus hin und Parkplatz-Notstand her – die Gastronomie- und Tourismusbranche zeigte sich erleichtert über die ersten „echten Lockerungen“.

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