Mit Bypass und Kreisel: Staatliches Bauamt will den "Knotenpunkt OA 5" auflösen

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Ein Kreisverkehr an der sogenannten „McDonalds-Kreuzung“ würde den Fahrzeugverkehr am verbesserten Geiger-Kreisel bei Oberstdorf flüssiger machen, meinen die Planer beim Staatlichen Bauamt Kempten.

Alle Hände voll zu tun haben die Planer beim Staatlichen Bauamt Kempten. Die  laufenden Arbeiten in der Region halten die Mitarbeiter auf Trab – im südlichen Landkreis der  Umbau des Knoten bei Stein oder die Sanierung der B 19 bei Sonthofen sowie der Ersatzneubau von Brücken an der B 19.

Doch beim Bauamt denkt man schon weiter: Das Nadelöhr der B 19 vor den Toren Oberstdorfs am sogenannten „Geiger-Kreisel“ soll leistungssfähiger werden und der Anschluss der Kreisstraße OA 9 über einen Kreisverkehr weitere Entschärfung und mehr Sicherheit bringen.

Bei den Überlegungen, die Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt Kemten jetzt dem Gemeinderat in Fischen vorstellte, ist der Kreisverkehr am „Geiger-Haus“ nur eine Hälfte des Problems. In Spitzenzeiten stoße der Kreisel an seine Kapazität, etwa am Morgen, wenn der Berufsverkehr aus dem Kleinwalsertal und aus Oberstdorf Richtung Norden ströme. Die andere Hälfte des Problems zeigt sich Hanrieder zufolge gut hundert Meter nördlich des Geiger-Kreisels beim „Knotenpunkt OA 5“, der Einmündung der Kreisstraße aus Tiefenbach.

An der sogenannten McDonalds-Kreuzung haben die auf der Kreisstaße nach Norden in die B 19 einfahrenden Verkehrsteilnehmer oft Schwierigkeiten, eine Lücke im dichten Verkehrsfluss zu erwischen. Zusätzlich kompliziert werde die Situation durch die Linksabbiegespur in Richtung Tiefenbach / Rohrmoos auf der B 19. Hier gebe es im Gegensatz zum Geiger-Kreisel auch immer wieder Unfälle, weiß Thomas Hanrieder. Und der Rückstau aus dem Geiger-Kreisverkehr wirke sich auf den Bereich des Knotens OA 5 aus. Hier seien täglich rund 15 000 Fahrzeuge auf der B 19 unterwegs, gibt Hanrieder zu bedenken. „Laut Verkehrszählung aus dem Jahr 2010. Trend steigend. Wir haben hier ein Verkehrsproblem!“

Beim Staatlichen Bauamt laufen Vorplanungen, wie sich dieses Verkehrsproblem zumindest entschärfen lässt. „Es wird nicht immer automatisch ein Kreisverkehr gebaut“, erklärt Hanrieder die Untersuchungen seiner Behörde. Eine Musterlösung sei hier schwierig wegen der bestehenden Straßenkörper. Jedenfalls habe man mehrere Ansätze geprüft.

Ein Gutachten sieht einen anderen Lösungsansatz: Bypass für den Geiger-Kreisel und neuer Kreisverkehr für den Knotenpunkt OA 5. Das bedeutet: der bestehende Kreisverkehr wird „aufgebohrt“ durch eine spezielle Abbiegespur für Fahrzeuge, die Richtung Kleinwalsertal und Skiflugschanze / Fellhornbahn unterwegs sind. Diese Fahrzeuge fahren derzeit in den Kreisverkehr ein, verlassen ihn aber keine 20 Meter weiter bereits wieder. Ein „Bypass“ soll hier den Druck vom Kreisel nehmen, so die Überlegungen beim Bauamt. Der Eingang zum Bypass müsste allerdings schon ein gutes Stück nördlich eröffnet werden, als Abbiegespur der B 19.

Den Knoten OA 5 mit einer Ampelanlage zu entschärfen, hat man beim Bauamt ebenfalls untersucht. Auf dem Papier sei diese Lösung sogar besser als andere, räumt Hanrieder ein. Doch die Taktung sorge selbst bei optimaler Steuerung immer wieder für unerwünschte „Eingriffe“ in den Verkehrsfluss. „Ein Kreisverkehr ist unser klarer Vorschlag wegen der Sicherheit und der Leistungssteigerung. Das wird funktionieren.“ Dieser neue Kreisverkehr ist Hanrieder zufolge leistungsfähiger als der jetztige Geiger-Kreisel.

Wunder, sprich eine völlige Beseitigung des aktuellen Störpotenzials in diesem Bereich, dürfe man sich nicht versprechen, sagt Hanrieder: „Das wird kein Quantensprung, bringt aber eine Verbesserung bei Extremfällen, die auch wirtschaftlich darstellbar ist.“ Rund 3,5 Millionen Euro würde der Umbau der Einmündung kosten.

In Spitzenzeiten werde der verbesserte Geiger-Kreisel ein Nadelöhr bleiben und auch auf den neuen Kreisverkehr ausstrahlen. „Wenn auch nicht so stark wie bisher, da er ja leistungsfähiger sein wird“, betont Thomas Hanrieder. „Das wäre in unseren Augen eine gute Lösung. Damit erreichen wir eine Verbesserung der Verkehrssituation.“ „Gar nichts tun, würde die Situation verschärfen“, pflichtet Fischens Bürgermeister Edgar Rölz bei.

gts

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