Helferkreis Oberstdorf: Politik soll handeln

Offener Brief vom Helferkreis Oberstdorf: Sie fordern Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingen

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Symbolbild

Oberallgäu – Mit einem offenen Brief wendet sich der Helferkreis Oberstdorf an Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: Tausende von Flüchtlingen harren auf griechischen Inseln unter „humanitär völlig inakzeptablen Zuständen“ aus – jetzt gelte es, ein Zeichen zu setzen und Kinder und Jugendliche aus den Lagern nach Deutschland zu holen!

In Oberstdorf könnten sofort 20 unbegleitete Minderjährige aufgenommen werden, so der Appell des Helferkreises an die Politiker. Wolfgang Burgstaller vom Helferkreis verweist auf die Möglichkeiten und „räumliche Ressourcen“ in Form der „Jungen Gemeinschaftsunterkunft“, das ehemalige Jugendhaus Thea. „Hier könnten sofort wieder 20 unbegleitete Minderjährige aufgenommen werden.“ 

Viele der Flüchtlinge lebten inzwischen gut integriert im Ort und seien meist in der Gastronomie beschäftigt. Der Helferkreis in Oberstdorf verweist in seinem Brief auch auf das „gute Zusammenspiel von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften“. Man könne ganz konkret Hilfe und Unterstützung anbieten. 

Angesichts des aktuellen Leides vieler junger Menschen, das vor allem durch Kriege in den Heimatländern verursacht sei, erscheine es dem Helferkreis „als eine christliche Pflicht und humanitäre Aufgabe“, jetzt zu handeln. 

„Sie als Politiker haben die Macht und die Verantwortung, wenigstens ein Zeichen humanen Handelns zu setzen“, heißt es in dem offenen Brief. Und: Jenseits parteipolitischer Erwägungen wünschen wir uns, dass alle Parteien, die sich Humanität und Demokratie auf ihre Fahnen geschrieben haben, zusammentun und gemeinsam die Aufnahme von unbegleiteten Kindern und jugendlichen Flüchtlingen in nennenswerter Zahl zu ermöglichen.“ Das wäre nicht nur ein „Zeichen gegen rechte Ideologen“, sondern ein Zeichen der Solidarität mit Griechenland. „Wir bitten Sie, Herr Innenminister, setzen Sie ein Zeichen der Humanität und ermöglichen in Verhandlungen und Absprache mit den anderen Parteien die Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingen.“ 

Unterzeichnet ist der offene Brief an Innenminister Seehofer und Bayern Innenminister Herrmann von Vertretern Oberallgäuer Helferkreise, Pfarrern der Kirchengemeinden im südlichen Landkreis, sowie der Vertreterin des Intergrationsbeirates Oberallgäu, Miriam Duran, dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, sowie Klaus King, dem zukünftigen Ersten Bürgermeister Oberstdorfs.

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