Freie Wähler Oberallgäu und Kempten: Zuständig für gute Ideen

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Ecco Meineke sorgte mit Humor, Gesang und Musik für Unterhaltung.

Kempten – Für ihren Politischen Aschermittwoch hatten die Freien Wähler den Münchner Kabarettisten Ecco Meineke als „Stargast“ nach Kempten eingeladen. Vergangene und aktuelle Themen aus der Kommunalpolitik und Kollegen aus der Stadtratsfraktion bekamen beim Stadträte-Kabarett ihr Fett weg.

„Alle großen Parteien sind korrupt, das ist die große Chance für die Freien Wähler, das „Produkt einer gerissenen Politikverdrossenheit“, betonte Kabarettist Ecco Meineke. Zu Beginn nahm er den Kemptener Dauerbrenner, das „Große Loch“, auf die Schippe. „In Kempten wachsen Hotels nicht in den Himmel“, in Kempten werde vielmehr gerne gegraben, zum einen wegen der Römer, zum anderen einfach zum Spaß. Der Kabarettist schlug zugleich vor, das Loch doch als Tiefgarage zu „stopfen“ und mit der geplanten Sparkassen-Tiefgarage unter dem Stadtpark zu verbinden. Schließlich gebe es in der Kommunalpolitik für alles Lösungen und Kompromisse und in Kempten sei eh alles „bodenmüller...ääh... -ständig“: ein Hotelturm wird also niedriger, dafür werden die Parkgebühren erhöht, derbleckte Meineke. „So etwas wäre in Kempten nicht passiert, der Kokain-Schmuggel wird dort von der Drogen-Fahndung selbst übernommen“, polterte er in Anspielung an einen Kokain-Rekordfund in Hamburg Anfang des Jahres, bevor er das Wort an die Stadträte Hans-Peter Hartmann, Alexander Hold, Dieter Zacherle und Hans-Peter Wegscheider weiter gab.

Diese widmeten sich nach den jüngst eingeführten Parkgebühren, die die Berufsschüler mit drei Euro pro Woche schon hart träfen, dem City-Management. Das habe den Weihnachtsmarkt bis zur Freitreppe verlängert, allerdings „ohne, dass es jemand gemerkt hat“ und auch der Fasching fand am vergangenen Dienstag in Kempten unter dem Motto „Shoppen statt Feiern statt“, wobei es vormittags in der Stadt ruhig war, nur nachmittags habe es dann nachgelassen, scherzte Zacherle.

Bei den Haushaltsberatungen habe es Diskussionen um das Loipenspurgerät an den Eschacher Liften gegeben und am Ende sei die Frage im Raum gestanden, was denn Kempten nun damit zu tun habe? „Des hat ma scho immer so gmacht“, sei die Universalantwort, die auch in dieser Thematik gelte. Als Fahrer für das Spurgerät schlugen die vier Laien-Kabarettisten Kemptens Wirtschaftsreferenten Dr. Richard Schießl vor – „damit er wieder in Spur kommt, wenn er jetzt entlastet wird.“

Copyright für Gedankengut: Fehlanzeige

Schließlich brauche man in Kempten jemanden, „der Unglaubliches tut“, jemand der Kontakt hält zu den Unternehmen und dafür sorgt, dass es mit den Gewerbeflächen in Zukunft besser läuft. Also könnte eine Stabstelle Wirtschaftsförderung eingerichtet werden, so die Idee von OB Thomas Kiechle – „das geht aber nicht, daher war‘s am Ende die Idee von der CSU“. Denn nicht nur Ministerpräsident Horst Seehofer vergesse gelegentlich, dass die guten Anträge von den Freien Wähler kommen, im „Kopieren“ will die CSU auch in Kempten noch besser werden, polterten die Stadträte munter drauf los.

Die SPD mit ihrer „SPD-Bachelorette“ Katharina Schrader habe es am Ende ja auch so gemacht, prangerten die Freien Wähler auch ihre roten Stadtratskollegen an. Die Idee auf Ausweitung des Busfahrplans am Abend und an den Wochenenden sei ursprünglich auch von den Freien Wähler gekommen, der Antrag aber dann von der SPD gestellt worden.

Doktortitelhandel in Spitzers Praxis

Dann wurde „live“ in die Arztpraxis von FDP-Stadtrat Dr. Dominik Spitzer (gespielt von Klaus Knoll) geschaltet, der sich mit Hans-Peter Wegscheider über FDP-Stadtrat Ulli Kremser unterhielt, denn der habe trotz einer Körpergröße von 1,50 Meter ein „großes Problem“, so Knoll alias Spitzer: Kremser ist der einzige in der Fraktion ohne Doktortitel. Die Idee: vielleicht kann Robert Wiedenmann von den Freien Wählern ja einen seiner zwei Doktortitel an Kremser übertragen?

Die Freien Wähler hatten an ihrem Politischen Aschermittwoch noch mehr Visionen: wie wäre es mit einer „Döner-Polizei“, die allen das Essen abnimmt, die ihren Döner nach 22 Uhr im Freien in der Kronenstraße verspeisen? Oder einem „Wipper-Drive“ – man bekommt seine Breze gereicht, ohne die Kronenstraße zuparken zu müssen; das könnte auch die Altstadtfreunde freuen. Ein Hochbeet mit „Bürotürmle“ könnte zudem für mehr Grün am Berliner Platz sorgen und den 63 Meter hohen Turm kaschieren. Für den richtigen Anstrich dieses Hochbeets könnte Hans-Peter Hartmann sorgen, denn als „BMW-Fraktion“ verfüge man neben einem Bäcker und einem Wirt auch über einen Maler in den Reihen der Freien Wähler.

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