Hier ist dein Herzblatt "Angela"

Kuppelshow beim Politischen Aschermittwoch der FDP

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„Angela Merkel“ (Daniela Busse) und ihr „Herzblatt“ „Horst von Bayern“ (Michael Käser). Die Freude über die weitere Zusammenarbeit ist vor allem „Angela“ richtig anzusehen.

Kempten – „Die FDP will Freiheit für die Bürger und das Land statt Stillstand!“ So lautete der Refrain eines Liedes, das FDP-Stadtrat und Vorsitzender des Kreisverbands Kempten, Dr. Dominik Spitzer, am Mittwochabend beim Politischen Aschermittwoch der FDP-Kreisverbände Kempten und Oberallgäu im „Leberkäs‘ Bäck“ in einem Video zum Besten gab. Neben diesem Video, in dem ein „Söder-Spitzer-Fakten-Check“ gezeigt wurde, berichtete Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae über das politische Leben in Berlin und die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen. Für die meisten Lacher sorgten die Julis (Junge Liberale Allgäu), die passend zum Valentinstag in einem Sketch, angelehnt an „Herzblatt“, eine neue Liebe für „Angela Merkel“ suchten.

Thomae freute sich, beim Politischen Aschermittwoch in seiner Heimat zu sein. Heimat sei sowieso derzeit in aller Munde. Markus Söder habe das Heimatministerium als Weg in die Staatskanzlei genommen und Horst Seehofer wolle das Heimatministerium nun als Weg in die Bundesregierung nehmen. Bezug nehmend auf die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen meinte der FDP-Bundestagsabgeordnete, dass „wir eigentlich die sind, die die Haltung bewahrt haben. Wir haben vor der Wahl das Gleiche gesagt wie danach, andere haben dagegen ihre Grundsätze über Bord geworfen“. In den Verhandlungen habe die Kanzlerin geschaut, dass sie die Grünen ins Boot hole, da sie gedacht habe, die FDP sei eh dabei, wenn alle erst einmal ihren Dienstwagen hätten. 

Politischer Aschermittwoch Kempten/Oberallgäu 2018 in Bildern

SPD Kempten © Kustermann
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Freie Wähler © Spielberg
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
Bei der CSU. © Tröger
SPD Kempten © Kustermann
SPD Kempten © Kustermann
SPD Kempten © Kustermann
SPD Kempten © Kustermann
SPD © Kustermann
SPD Kempten © Kustermann
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei der FPD © Weidle
Bei den Grünen in Sulzberg. © Brock
Bei den Grünen in Sulzberg. © Brock
Bei den Grünen in Sulzberg. © Brock
Bei den Grünen in Sulzberg. © Brock
Gesang bei der ÖDP © Stodal

Wer die Aussage, die FDP habe fünf Minuten vor der Einigung die Verhandlungen abgebrochen, glaube, „hat nicht verstanden, was die essentiellen Themen der Freien Demokraten sind“, betonte Thomae. Die FDP habe keine Angst vor Regierungsaufgaben, aber man könne nicht alle Grundsätze „übern Haufen werfen“. Angst hätten dagegen andere wie die CSU, die jetzt die vieldiskutierte dritte Startbahn für den Münchner Flughafen aus dem Programm genommen habe, weil sie Angst vor den Wählern habe.

Durch den Verzicht mitzuregieren habe die FDP die SPD in Verlegenheit gebracht. „Denn die waren die ersten, die am Abend der Bundestagswahl am 24. September gesagt hatten ‚wir sind raus, wir fliehen aus der Verantwortung‘“, stichelte Thomae. Das Hin und Her von Martin Schulz habe dazu geführt, dass er am Ende von den eigenen Leuten aufs Abstellgleis gestellt worden sei. Der Werdegang von Schulz sei eine „tragische Geschichte“, vom Präsidenten des Europäischen Parlaments über die 100-prozentige Wahl zum Parteichef bis zur jüngsten Entwicklung. „Jetzt bleibt fast nur noch, dass er Dschungelkönig wird“, witzelte Thomae und erntete dafür viele Lacher und lauten Applaus der rund 50 Gäste.

Der FDP-Politiker ist sich sicher, dass weitere Opfer folgen werden. Die Kanzlerin als „Schwarze Witwe“ habe schon einige Opfer auf dem Gewissen, sowohl in ihrer eigenen Partei als auch bei den verschiedenen Koalitionspartnern seit ihrer ersten Wahl zur Kanzlerin.

Abschließend meinte Thomae, dass er sich auf den Wahlkampf zur Landtags- und Bezirkstagswahl freue. Es gebe eine Faustregel, dass die Opposition im Wahlkampf zulegen könne. „Wir haben gute Chancen 2018 in den Landtag zurückzukehren“, gab er sich zuversichtlich.

Spitzer, der Kreisvorsitzende und Landtagskandidat für den Stimmkreis Lindau-Sonthofen, präsentierte den Anwesenden ein selbstgemachtes Video unter dem Titel „Söder-Spitzer-Fakten-Check“. Er habe zwischen sich und Söder „n Haufen Gemeinsamkeiten festgestellt“. Beispielsweise haben beide im Januar 1967 das Licht der Welt erblickt, haben beide „bezaubernde Haustiere“, lieben Wasser, sind sehr musikalisch (im Video wird hierbei Söder an der Drehorgel gezeigt, Spitzer singt anschließend das anfangs genannte Lied) und sind im Fasching sehr kreativ. Es gebe jedoch einen gravierenden Unterschied. Während Söder im Film mit dem Aufzug abwärts fährt, fährt Spitzer ganz nach oben in den Landtag.

Der Oberallgäuer Kreisvorsitzende Michael Käser prangerte Bezug nehmend auf die CSU an, dass „die CSU immer weiß, was Sie und ich möchten“. „Nichts ist so sicher wie der Wandel und wir in Bayern verschlafen den Wandel.“ Die Digitalisierung ändere alles, außer in Bayern. Dass die CSU jetzt auch im Bund ein Heimatministerium bekommen solle, sei wie ein Austragshaus für Seehofer. Zum SPD-Führungswechsel meinte er, dass man einen guten Roten (Wein) beim Abgang erkenne, „gut ist von denen keiner“. Abschließend betonte er, dass die Freien Demokraten zu ihrem Wort stehen, „heute, morgen und auch, wenn wir wieder in den Land- und Bezirkstag einziehen“.

Für die meisten Lacher des Abends sorgten die Julis mit ihrem „Herzblatt“-Sketch. Die alleinstehende Kandidatin „Angela Merkel“ aus Berlin habe eine unglückliche Beziehung hinter sich. „Das lag aber nicht an mir, ich wüsste nicht, was ich hätte besser machen können.“ Sie konnte nun auswählen zwischen dem blonden Naturburschen „Toni“ (Anton Hofreiter, Grüne), dem sexy, digital nativ Model Christian (Christian Lindner, FDP) und dem waschechten Bayer Horst (Horst Seehofer, CSU). 

In den verschiedenen Fragen, die „Angela“ den Kandidaten stellte, wurden auf humorvolle Art und Weise Themen wie die Obergrenze, Kindererziehung, Familiennachzug und Überwachung aufgegriffen und die Jamaika-Verhandlungen aufs Korn genommen. Auf die Frage, was die Kandidaten mit ihr an einem verregneten Sommertag machen würden, schlug „Toni“ Regenwürmer retten vor, „Christian“ wollte „Angela“ unter einem gelben Regenschirm fotografieren und „Horst“ fand, dass zu viel Regen nicht erlaubt sei und es eine „Obergrenze für den Niederschlag“ geben müsse.

Bei der Wahl des Siegerkandidaten tat sich „Angela“ schwer, sie wollte gerne „mit allen Dreien ins Bett steigen“. „Christian“ fehlte jedoch die Vertrauensbasis, weshalb er die „Show“ verließ und auch „Toni“ ging. So blieb „Horst“ übrig – alternativ-

los. Zusammen durften die beiden sich auf eine Reise ins „Willy-Brandt-Haus“, eine Führung durchs SPD-Museum und einen Vortrag von Martin Schulz über „Irrungen und Wirrungen eines Politikers“ freuen.

Zum Abschluss des Politischen Aschermittwochs der FDP berichtete Stadtrat Ullrich Kremser noch über die Geschehnisse in der Stadt und griff wie auch Thomae und Käser zuvor kurz das Thema Straßenausbaubeitragssatzung („Strabs“) und das Verhalten der Freien Wähler diesbezüglich auf (der Kreisbote berichtete). Das Thema Stadtpark hinsichtlich des eventuellen Bibliotheksneubaus, der mindestens vier- bis fünfstöckig sein müsste, und das danebenliegende Sparkassen-Viertel müsse mit Argusaugen beobachtet werden.

Melanie Weidle

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