Polizei Bilanz zum Osterwochenende: Besonnenes Verhalten der Bevölkerung

Polizei Bilanz zum Osterwochenende: Fast 300 Einsätze mit Corona Bezug

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Die "Corona-Streifenbesatzungen" der PI Immenstadt

Die Polizei Schwaben Süd/West blickt auf ein insgesamt ruhiges Osterwochenende unter den zurzeit herrschenden besonderen Umständen zurück. Der weit überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger befolgte die Regelungen der geltenden Ausgangsbeschränkungen.

Zwischen 250 und 300 Beamtinnen und Beamte waren am Osterwochenende täglich für Kontrollen im Dienst. Vor allem in städtischen Bereichen und an Ausflugszielen erhielt die Bereitschaftspolizei der Dienststellen Unterstützung. Die Bergregionen wurden unter anderem durch einen Polizeihubschrauber sowie Beamte der Alpinen Einsatzgruppe des Präsidiums kontrolliert.

Fast 300 Einsätze von Karfreitag bis Ostermontag

Das Einsatzgeschehen war das gesamte Osterwochenende über insgesamt ruhig. Am Samstag- und Sonntagnachmittag stieg die Einsatzbelastung jedoch etwas an, da sich der Ausflugsverkehr aufgrund des guten Wetters bemerkbar machte. Am Freitag rückten die Beamtinnen und Beamten zu etwa 45 Einsätzen mit Corona-Bezug aus, am Samstag waren es 136 Einsätze und Sonntag 93. Am Ostermontag waren es bis Mittag lediglich noch 10 Einsätze. In der Regel war der Anlass für einen Einsatz der Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen, die von den Beamtinnen und Beamten überprüft wurde.

Party in Akams trotz Quarantäne: Nach Gerangel mit Polizei ist eine Familie in Gewahrsam 

Am Samstagabend wurde der Immenstädter Polizei mitgeteilt, dass im Ortsteil Akams eine Familie Gäste empfing, obwohl sie positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Wie die anschließende Kontrolle ergab, hielten sich auf Einladung eines 21-jährigen Mannes weitere fünf Personen im Alter zwischen 24 und 28 Jahren in dem Garten der Familie auf. Die Gäste erhielten einen Platzverweis, die Beamten nahmen zudem Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz gegen alle Beteiligten auf. In der darauffolgenden Nacht kam es dann zwischen der 55-jährigen Mutter und ihren 23- bis 27-jährigen Kindern zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Weil die beteiligten Personen aufgrund ihrer Infektion eine behördliche Quarantäneanordnung zu befolgen hatten, wurden sie in polizeilichen Gewahrsam genommen, um weitere Gewalttätigkeiten untereinander zu vermeiden. Dabei kam es schließlich zu Widerständen mit Fußtritten gegen eingesetzte Polizeibeamte. Weil bei dem Gerangel teilweise die Schutzausrüstung der Polizisten, mit der sie aufgrund der bekannten Infektion bereits vor Ort erschienen waren, verrutschte, mussten für vier Beamte der Dienst beendet werden. Die Beteiligten erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Unabhängig davon bestand weiterhin eine Infektionsgefahr für Dritte. Da sich die Personen gegenüber der Polizei uneinsichtig zeigten und die Gefahr bestand, dass sie die Quarantäne-Anordnung erneut missachten, wurden sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ nach einer Anhörung am Montag für zwei Personen (die 55-jährige Mutter und einen 23-Jährigen) einen längerfristigen Gewahrsam bis 15.04. beziehungsweise 20.04.2020. Beide wurden in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Zwei weitere 25- und 27-jährige Frauen müssen ihre Quarantäne nun an unterschiedlichen Orten verbringen.

Wenig Verkehr über das gesamte Wochenende

Es herrschte das gesamte Osterwochenende vergleichsweise wenig Verkehr, darunter auch kaum Ausflugsverkehr. Auswärtige Fahrzeuge und Motorräder wurden an allen drei Tagen nur vereinzelt festgestellt. Die Hauptverkehrswege (BAB 7, BAB 980, B12 und 19) wiesen ein extrem niedriges Verkehrsaufkommen auf (Ausnahme: B19 am Samstag im Bereich Sonthofen, dort zeitweise reger Verkehrs mit überwiegend örtlichen Kennzeichen an den Fahrzeugen). Bei den durchgeführten Kontrollen konnten die Fahrzeugführerinnen und -führer in der Regel triftige Gründe für ihren Fahrtantritt geltend machen.

Der lokal vor Ort festgestellte Verkehr waren ganz überwiegend Spaziergänger und Radfahrer aus der näheren geografischen Umgebung. Von den Ausflugszielen abgesehen (siehe unterhalb) handelte es sich dabei nahezu ausschließlich um Einheimische. Vor allem der Rad(ausflugs-)verkehr stieg aufgrund des guten Wetters stark an.

Ausflugsverkehr in die Berge und an die Seen

Der Ausflugsverkehr in die Alpen wurde, wie am vergangenen Wochenende auch schon, sporadisch durch die Polizei überwacht. Hierbei stellten die Beamtinnen und Beamten, mit Ausnahme nachfolgender Meldungen, keinen besonders gesteigerten Wandererandrang fest: 

  • BAD HINDELANG - Im frei zugänglichen Klettergarten „Am Weiher“ trafen die Beamten am Freitag nach einer Mitteilung etwa 15 Kletterer an. 10 Personen waren Familien oder lebten in häuslicher Gemeinschaft, fünf Personen konnten keine Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung in Anspruch nehmen, daher leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren ein. Die anderen Personen wurden in Bezug auf die Ausführung einer gefahrgeneigten Tätigkeit und der damit verbundenen Unfallgefahr belehrt und zeigten sich einsichtig. 
  • OBERSTAUFEN - An der Talstation der Hochgrat-Bahn stellte eine Streifenbesatzung sowohl am Freitag als auch am Samstag mehrere parkende Fahrzeuge fest. Überwiegend handelte es sich dabei um örtliche Kennzeichen. Ermittlungsverfahren nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz wegen des herrschenden Parkverbots wurden eingeleitet.
  • WERTACH - Bei Wertach nahm am Samstag ein Bürger einen Gleitschirmflieger war. Bei einer anschließenden Kontrolle durch die Polizei zeigte sich der Mann uneinsichtig. Derzeit ist noch unklar, ob der Mann eine Start- und Landeerlaubnis hatte, Papiere führte er nicht mit sich. Zu Bergunfällen, wie am letzten Wochenende, kam es diesmal nicht.

An den größeren Seen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Schwaben (Bodensee, Weißensee, Forgensee, Hopfensee, Schwansee, Alpsee) stellte die Polizei insbesondere am Samstag ab der Mittagszeit vergleichsweise hohes Besucheraufkommen fest. Die Bürgerinnen und Bürger hielten sich allerdings überwiegend an die bekannten Rahmenbedingungen, es gab daher wenig Grund zu Beanstandungen für die Beamtinnen und Beamten.

Ein Dank der Polizei an die Bevölkerung

Der bei weitem überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger hielt sich vorbildlich an die Schutzmaßnahmen, die Polizei bedankt sich für die Disziplin und Rücksichtnahme der Bevölkerung. Wo ein Einschreiten nötig war, konnte die Situation oftmals kommunikativ mit einem Appell an die Vernunft gelöst werden, da sich die Beteiligten einsichtig zeigten.

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