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Polizei schlägt Alarm: Anrufbetrüger im Allgäu auf dem Vormarsch

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Finger wählt Nummer auf Telefon
Durch ein Telefonat versuchen die Betrüger an Geld zu kommen. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / belchonock

Allgäu – Insgesamt 41 Mitteilungen über Betrugsversuche am Telefon gingen allein gestern bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ein.

Mit schockierenden Nachrichten versuchen Callcenter-Betrüger vornehmlich Seniorinnen und Senioren um Geld und Wertgegenstände zu bringen. Die Anrufer geben sich als Enkel in Not, angebliche Polizeibeamte oder Ärzte aus. Erneut nahmen Anrufbetrüger die Menschen im Oberallgäu, Kempten und dem Ostallgäu ins Visier. Allein am gestrigen Dienstag erreichten die zuständigen Dienststellen insgesamt 41 Meldungen von betrügerischen Anrufen.

„Wenngleich sich die Anrufer unter verschiedenen Legenden meldeten, die Masche ist immer die gleiche. Ein Familienmitglied hätte einen schweren Unfall verursacht oder erlitten. Im Anschluss werden fünfstellige Geldsummen gefordert. Entweder zur dringenden Begleichung von Arztkosten oder zur Entrichtung einer Kaution, weil der Angehörige in Untersuchungshaft sitzen würde“, so die Polizei.

Geld an falschen Staatsanwalt übergeben

Bislang wurde ein Fall bekannt, in dem die Täter erfolgreich waren. „Ein Kemptener Senior wurde am Dienstagvormittag von einem angeblichen Staatsanwalt angerufen. Dieser schockte den Senior mit der Nachricht ‚Ihre Tochter hat jemanden überfahren’. Die Tochter sei nun festgenommen worden und könne nur durch Zahlung einer Kaution in Höhe von 70.000 Euro aus der Haft entlassen werden.“ Der Senior sei im weiteren Verlauf zu seiner Hausbank gefahren, und habe dort 30.000 Euro abgehoben. Das Geld habe er dann am Nachmittag an einem vereinbarten Treffpunkt an einen Unbekannten übergeben. „Als dem Senior dann am Abend Zweifel kamen, rief er seine Tochter an und der Betrug flog auf,“ so die Polizei weiter.

Mit solchen Maschen erbeuteten Callcenterbetrüger im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in diesem Jahr bereits über 1,7 Millionen Euro. 

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