Eine der sichersten Regionen

Polizeiinspektion Sonthofen legt Kriminalstatistik 2020 vor

Kuchendiagramm: Kriminalstatistik 2020 Sonthofen
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Insgesamt 1334 Straftaten wurden 2020 im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Sonthofen registriert.

Sonthofen – Im Jahr 2020 wurden bei der Polizeiinspektion Sonthofen 1 334 Straftaten registriert. Das bedeutet einen Anstieg von rund neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme der Fallzahlen zog sich nahezu durch alle Deliktsbereiche. Die Polizeiinspektion Sonthofen betreut neben der Stadt Sonthofen die Gemeinden Burgberg, Bad Hindelang, Fischen, Ofterschwang und Bolsterlang.

„Nach wie vor belegt auch die Kriminalstatistik 2020, dass die Bürgerinnen und Bürger, sowie die Besucher in unserem Dienstbereich in einer der sichersten Regionen Deutschlands leben.“ Diese erfreuliche Nachricht zieht der Leiter der Polizeiinspektion Sonthofen, Andreas Islar, aus dem jetzt vorgestellten Jahresbericht 2020.

Gute Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote (AQ) der PI Sonthofen für das Jahr 2020 liege wieder bei einem „sehr guten Wert von 71,8 Prozent“ wie der Leiter der Polizeiinspektion Sonthofen betont, und damit im Mittel für den Gesamtbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (74 Prozent). Im bayernweiten Vergleich können sowohl das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West als auch die PI Sonthofen eine überdurchschnittliche Aufklärungsquote vorweisen. In Bayern lag diese im Jahr 2020 bei 68,1 Prozent.

Die Kriminalitätshäufigkeitsziffer (KHZ) ist die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten, errechnet auf eine Einwohnerzahl von 100 000 Einwohner. Dadurch lassen sich auch Ballungsräume mit ländlich geprägten Regionen vergleichen. Ein niedriger Wert bedeutet einen hohen Sicherheitsstandard.

So hat sich die Kriminalität in den letzten 10 Jahren verändert

Erfreuliche Tendenz

Während in Bayern 4 291 Straftaten pro 100 000 Einwohner registriert wurden, lag die KHZ für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Sonthofen für das vergangene Jahr bei 3 576. Erster Polizeihauptkommissar Andreas Islar: „Dies stellt erneut einen hervorragenden Wert dar.“

Eine erfreuliche Tendenz zeigt sich im Bereich der Gewaltkriminalität, welche im Vergleich zu 2019 mit nur fünf Fällen zwar um 12,8 Prozent gestiegen ist, zu den Vorjahren aber weiterhin deutlich niedriger blieb.

Der Anstieg der Widerstandsdelikte (welche eigentlich nicht zur Deliktgruppe „Gewaltkriminalität“ zählen) dagegen ist dem PI-Chef zufolge erschreckend aber genauso schwer erklärbar. Zu Widerstandshandlungen oder tätlichen Angriffen gegen Polizeibeamte, kam es bei den verschiedensten Anlässen. Angefangen bei dem betrunkenen Kraftfahrer, welcher sich der Blutentnahme entziehen wollte, bis hin zum Familienstreit. Eine Fallhäufung bei bestimmten Anlässen war allerdings nicht ersichtlich, nur der Umstand, dass die Täter oder die Täterinnen in den meisten Fällen alkoholisiert waren.

Vermögensdelikte rückläufig

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sind die Zahlen weiterhin rückläufig. Dennoch sind die Fallzahlen, gerade im Bereich „Callcenterbetrug“ weiterhon hoch – angeführt von den Phänomenen „Falscher Polizeibeamter, Enkeltrick und Gewinnversprechen“. Dies gilt auch für Warenbetrügereien im Internet.

„Zum Glück handelte es sich in unserem Dienstbereich in den allermeisten Fällen der Callcenter-Delikte um reine Versuchstaten, da die Geschädigten in der Regel die Betrugsabsicht erkannten“, erklärt Islar. Aus diesem Grund sei es wichtig, diese Masche sowohl innerhalb der Familie als auch im Bekanntenkreis zu thematisieren und dadurch die Menschen für diese Art von Betrug zu sensibilisieren.

Tipps der Polizei: So verhalten Sie sich richtig bei betrügerischen Anrufen

  • Hinterfragen Sie die Geschichte, denken Sie darüber nach, ob der Anruf einen realen Hintergrund hat.
    Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
  • Bedenken Sie, dass die Polizei nie mit der Rufnummer 110 bei Ihnen anruft! Die Polizei fordert auch niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen.
  • Legen Sie auf und verständigen Sie umgehend unter der Notrufnummer 110 die Polizei. Verwenden Sie nie die angezeigte Rufnummer und nützen Sie nicht die Wahlwiederholung!
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Verständigen Sie deshalb auch dann die Polizei, wenn Ihr vermeintlicher Enkel Geld fordert oder Ihnen weisgemacht wird, dass Ihr Geld nicht auf der Bank bleiben kann!
  • Im Zweifel: Polizeinotruf 110

Canabis ist häufigstes Drogendelikt

Die Fallzahl ist um fast 17 Prozent rückläufig, das ist – die letzten Jahre betrachtet – ein sehr guter Wert.
Die Einstiegsdroge Cannabis wurde im Bereich der PI Sonthofen am häufigsten festgestellt, gefolgt von Amphetamin und Opiaten. Fälle mit sogenannten „harten Drogen“, wie Heroin und Kokain, wurden keine bekannt.

Die Diebstahlkriminalität nahm um zehn Fälle (+ 3,6 Prozent) zum Vorjahr zu. Während Fälle von schwerem Diebstahl stark zurückgingen, musste bei den einfachen Diebstählen eine Steigerung auf 233 Fälle verzeichnet werden. Bei vier angezeigten Wohnungseinbrüchen handelte es sich um versuchte Taten. Hier ist somit kein Entwendungsschaden eingetreten, da der oder die Täter letztlich nicht in die Wohnungen gelangten.

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