"Ich mach das!" - Geschichte einer Berufung

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Auf Einladung von Dekan Karl-Bert Matthias war Priesteramtskandidat André Harder zu Gast in Bad Hindelang. Dort berichtete er von seiner Berufung für einen geistlichen Beruf.

Bad Hindelang – Für Berufungen im kirchlichen Dienst haben Gläubige in verschiedenen Pfarreien des Dekanats vor einer von Papst Johannes Paul II. gesegneten Berufungsmonstranz gebetet. Als Beispiel für eine Berufung schilderte der Priesteramtskandidat André Harder in Bad Hindelang seinen Werdegang.

Im Rahmen seiner Priesterausbildung ist der 26-jährige Krumbacher André Harder seit September 2016 als Pastoralpraktikant in St. Lorenz in Kempten tätig. Am 6. Mai wird er im Hohen Dom zu Augsburg zum Diakon geweiht, ein Jahr später folgt die Priesterweihe. Pfarrer Matthias hatte den jungen Mann nach Bad Hindelang eingeladen, um vor allem den Jugendlichen Gelegenheit zu einem Gespräch zu geben.

Der Krumbacher war zunächst Ministrant, dann Oberministrant und hat im Jahr 2010 sein Abitur abgelegt. In der Oberstufe sei die Frage „Was willst du später einmal machen?“ immer drängender geworden. „Studieren in München, vielleicht Informatik?“, überlegte er damals kurz. Doch dann habe ihn ein Gedanke nicht mehr losgelassen: „Was passiert, wenn ich zum Studieren weggehe, sind die elf Jahre als Ministrant dann vergebens gewesen?“ Nach einem Gespräch mit seinem Heimatpfarrer schaute er sich das Priesterseminar an, führte Gespräche und nach einer fünfzehn Kilometer langen Pilgernacht wusste André Harder: „Ich mach das!“

In Regensburg fand die einjährige Vorbereitung statt, insgesamt standen dann noch fünf Jahre Studium in Augsburg und Würzburg an, bis er schließlich als Pastoralpraktikant nach Kempten kam. Die Reaktionen der Eltern auf seine Entscheidung, Priester zu werden, seien gemischt, aber dann positiv gewesen. Von Leuten, von denen er es am wenigsten erwartet hätte, bekam er zu hören: „Du wirfst dein Leben weg!“ Andere wiederum akzeptieren seinen Weg. „Man bleibt doch schließlich man selbst“, betont der angehende Priester. Er ist sich sicher, dass er nach der anstehenden Diakonenweihe ein anderes Gefühl haben werde, doch auch danach weiß er: „Ich kann trotzdem ich selber sein.“

André Harder richtete sich an die Gläubigen und bat sie, im Gebet den Boden zu bereiten, dass junge Menschen darüber nachdenken können, einen Beruf im kirchlichen Bereich zu ergreifen, „damit solche Berufungen wieder entstehen können.“

„Haben sie schon die ganze Bibel gelesen?“, wollte ein Mittelschüler beispielsweise von André Harder wissen. „Beinahe ganz“, war die Antwort. Oder auch praktische Dinge wie „Gefällt ihnen die Kleidung für Pfarrer?“ waren einige der Themen, die die Mädchen und Jungen aus der Mittelschule in Bad Hindelang interessierten. Gemeindeassistentin Julia Dorille hatte im Vorfeld Fragen mit ihnen erarbeitet. Ob er schon mal eine Freundin hatte, wollten sie auch wissen. „Ja, in der Oberstufe hatte ich eine Freundin“, erzählt er ganz offen. Seine Hobbies verrät er auf Nachfrage auch: In der Natur – im schönen Allgäu – unterwegs sein, wandern und an Computern herumschrauben. „Es ist etwas sehr Schönes in eine Pfarrei eingeladen zu werden und von meiner Berufung zu erzählen“, freut er sich.

pdke

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