Depressionen im Alter

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Zum Gelingen des Senioren-Informationstages trugen bei (von links): Helen Schmidmeier (Seniorenamt Landkreis Oberallgäu), Dr. Christian Moosbrugger (Referent), Ralph Eichbauer (Abteilungsleiter Mensch & Soziales im Landratsamt), Gisela Bock (Seniorenbeauftragte des Landkreises Oberallgäu) sowie Marlene Greising (Referentin).

Sonthofen – Auf großes Besucherinteresse stieß der Senioren-Informationstag 2017 im Landratsamt in Sonthofen. Im Mittelpunkt stand der Vortrag „Depressionen im Alter – immer noch ein Tabuthema“ von Prof. Dr. Markus Jäger, ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Kempten.

Neben weiteren wertvollen Informationen zu den Themen Demenz und Pflegestärkungsgesetz gab es eine humorvolle Begegnung mit den Clowns „Angeli & Angelo“. „Wir wollen, dass ältere Menschen im Oberallgäu das bestmögliche Umfeld für einen erfüllten Lebensabend finden“, betonten die Organisatorinnen Gisela Bock (Seniorenbeauftragte) und Helen Schmidmeier (Seniorenamt). Landrat Anton Klotz als Schirmherr verwies auf die Herausforderungen, die das Älterwerden mit sich bringt. Gesundheitliche Einschränkungen und individuelle persönliche Veränderungen gelte es in möglichst positiver Weise anzunehmen. Gemeinsam mit den Gemeinden, den Verbänden, Vereinen und Initiativen der Wohlfahrtspflege sowie großer ehrenamtlicher Unterstützung habe der Landkreis Oberallgäu ein umfangreiches Angebot geschaffen, das den speziellen Bedürfnissen älterer Menschen gerecht wird.

Viele Tiefs normal?

Niemand könne sich dem Älterwerden entziehen, so Prof. Jäger in seinem Vortrag. Und dennoch erlebe jeder diesen Prozess anders, abhängig von zahlreichen nicht beeinflussbaren Faktoren. Zu den Ursachen für Depressionen im Alter könnten etwa der Verlust des Partners, Einsamkeit, das Gefühl von Nutzlosigkeit oder auch die Angst vor dem Tod sein. Ebenso könnten chronisch schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates zu einer dauerhaften Niedergeschlagenheit und Traurigkeit führen. Die Kombination von körperlichen, seelischen und sozial bedingten Ursachen und Faktoren seien erschwerend für die Diagnose einer Depression im Alter.

Auch würden viele mentale Tiefs als normal hingenommen oder einfach als Stimmungsschwankung abgetan. Gerade ältere Menschen würden sich zudem oft nicht getrauen, eine verschlechterte Stimmungslage zuzugeben oder gar als Krankheit anzuerkennen. Stellt der Hausarzt eine mögliche Depression fest, kann er eine Überweisung an den Facharzt vornehmen. Ist die Diagnose eindeutig, stehen Psychotherapie und Medikamente im Zentrum der Therapie.

Umgang mit Demenz

Wertvolle Tipps zum Umgang mit demenzkranken Menschen sowie Infos zu Begegnungs- und Entlastungsangebote gab es von Pflegeberaterin Marlene Greising. Sozialberater Dr. Christian Moosbrugger verwies darauf, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen bis zum Jahr 2030 um ein Drittel ansteigen wird. Das Pflegestärkungsgesetz II mit neuen Pflegegraden lege den Fokus auf die Pflege Betroffener möglichst in ihrem privaten Umfeld.

Dazu gehören ambulante Pflege, teilstationäre Leistungen, Pflegesachleistungen und niedrigschwellige Alltagshilfen wie etwa Unterstützung im Haushalt.

Als Belohnung unterhielten am Nachmittag die Clowns „Angeli und Angelo“. Sie legten ihre Beobachtungen und Ansichten über das Älterwerden in humoristischer Form dar. Und spätestens beim „Körperzellen-Lied“ mit den Spaßmachern kamen die Senioren richtig in Schwung. Auf reges Interesse stießen nicht zuletzt Wohlfahrtsverbände und andere Institutionen mit ihren Infoständen.

cis

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