Feierlicher Auftakt ins Jubiläumsjahr.

Feierlicher Auftakt ins Jubiläumsjahr

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In den historischen Kostümen von 1963 spielten Fanfarenbläser der Jugendblaskapelle die Stadtfanfare. Herold Franziska verlas die Proklamation, mit der am 1. Januar 1963 die Feierlichkeiten zur Stadterhebung eingeleitet wurden.

Sonthofen - Mit einer Proklamationsfeier hat die Stadt Sonthofen vergangenen Freitag die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr zur Stadterhebung vor 50 Jahren eingeleitet. Trotz ungemütlichem Regenwetter verfolgten etwa 300 Besucher den historisch angehauchten Festakt auf dem Rathausplatz. 

Am 1. Januar 1963 wurde mit einer feierlichen Proklamationsfeier das Festjahr zur Stadterhebung Sonthofens eingeleitet. Am 4. Januar wurde mit einer Proklamationsfeier, die in vielen Teilen an jene von 1963 angelehnt war, das Festjahr zum 50. „Geburtstag” der Stadt eingeläutet. 

„Das Jahr 2013 ist für Sonthofen kein gewöhnliches Jahr”, leitete Bürgermeister Hubert Buhl seine Ansprache zur Proklamationsfeier ein. Er betonte die positiven Veränderungen, die die Stadt in den letzten 50 Jahren durchlaufen habe und erinnerte daran, dass „es die Menschen in Sonthofen waren, die die Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist.” Die Entwicklung der Stadt sei „aufgebaut auf dem Engagement der Bürger”, fuhr Buhl fort, und er hoffe auch für die Zukunft auf ein gemeinsames Wirken der Bürgerschaft. 

 Auch Stellvertretender Landrat Heinz Möschel hob die positive Entwicklung Sonthofens in den vergangenen 50 Jahren hervor: aus einem bäuerlich-kleingewerblichen Markt sei ein wichtiges Zentrum im Oberallgäu entstanden. Er erinnerte jedoch daran, dass die Erhebung Sonthofens zur Stadt damals in den Nachbargemeinden nicht nur gut aufgenommen worden sei, so hätte beispielsweise in Immenstadt mancheiner als Zeichen des Protestes eine schwarze Fahnen aus den Fenstern gehängt – heutzutage sei der Zusammenhalt zwischen den Gemeinden allerdings weitaus größer. 

Für Harald Voigt, Zweiter Bürgermeister und Leiter der Projektgruppe, die das Festjahr 2013 gestaltet hat, ist Sonthofen zu einer „jungen und modernen Stadt” geworden. Es sei wichtig, ebenso zurück wie nach vorne zu blicken, um für die Zukunft gerüstet zu sein. 

Neben Heinz Möschel kamen noch weitere Zeitzeugen von 1963 zu Wort. Christa Fischer erinnerte sich daran, dass es „damals” auch geregnet habe – auch vergangenen Freitag harrten die Besucher trotz regnerischem Schmudelwetter auf dem Rathausplatz aus. Besonders in Erinnerung sei ihr „Das Sonthofer Welttheater” geblieben, erzählte Fischer. Fast alle Bürger der Gemeinde hatten im Jahr der Stadterhebung in einem aufwändig inszenierten Theaterstück die Geschichte der Stadt nachgespielt. 

Auch der ehemalige dritte Bürgermeister Eugen Wutz erinnerte sich noch gut an die Ereignisse im Jahr 1963. In der Markthalle hätten über das Jahr verteilt zahlreiche großartige Konzerte und Aufführungen – so beispielsweise von den Münchner Philharmonikern oder den Regensburger Domspatzen – stattgefunden. Wutz hob in seinen Erinnerungen vor allem die Rolle von Leonhard Bröll hervor, der als damaliger Hauptamtsleiter und Vorsitzender des Heimatdienstes maßgeblich an der Organisation des Festjahres beteiligt war. 

Eindrucksvoll war auch die Inszenierung der diesjährigen Proklamationsfeier: angeführt von Fackelträgern der Jugendfeuerwehr waren zunächst Stadtkapelle und Jugendblaskapelle auf den Rathausplatz marschiert, wo sie mit festlichen Klängen auf den Festakt einstimmten. Auch die Fanfarenbläser der Jugendblaskapelle sorgten in den historischen Kostümen von 1963 im weiteren Verlauf des Abends für festliche Stimmung. Ebenfalls in historischen Kostümen präsentierten zwei Pagen die Standarte von 1963: Heimatdienst- Vorsitzender Stefan Kracker stellte mit ihrer Hilfe wichtige Stationen in der wechselvollen Geschichte Sonthofens dar. 

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Verlesung der Proklamation, mit der Sonthofen vor 50 Jahren das Festjahr eingeleitet hatte: Herold Franziska Schilf von der Jugendblaskapelle trug den Originaltext vor, mit dem der damalige Marktgemeinderat am 1. Januar 1963 in altdeutschem Stil die am 18. August anstehende Stadterhebung angekündigt hatte.

Proklamationsfeier in Sonthofen

Zum Abschluss der Proklamationsfeier überreichte Kulturreferentin Gertrude Goldner noch die „Nummer 1”, die erste Jubiläumsmedaille, an Bürgermeister Hubert Buhl. Von der auf 400 Stück limitierten Medaille sei während der Feier schon etwa die Hälfte verkauft worden, freute sich Goldner. 

Die nächste „Festperle” im Jubiläumsjahr wird das Egga-Spiel sein, das am Sonntag, 17. Februar, um 14 Uhr auf dem Marktanger aufgeführt wird. Der Brauch des Egga-Spiels geht bis in die vorchristlich-alemannische Zeit zurück und symbolisiert den Kampf der Menschen mit den Naturgewalten.

Eva Veit

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