Qualität hat Zukunft - Oberallgäu Forum der CSU: Idealer Wirtschaftsstandort Allgäu

Das Allgäu ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort, finden Peter-Josef Paffen von AGCO/Fendt (vorne links) und der Oberallgäuer Vize-Landrat Anton Klotz (rechts). Foto: Name

Derber politischer Schlagabtausch am Aschermittwoch ist Schnee von gestern. Seit einigen Jahren setzt die Oberallgäuer CSU mit ihrem „Oberallgäu Forum“ auf konstruktive Beiträge, auf Informationen aus der Hand von Fachleuten aus Wirtschaft und Politik. In der dritten Runde des „Oberallgäu Forums“ widmete sich der Sprecher der Geschäftsführung der Firma Fendt in Marktoberdorf, Peter-Josef Paffen, dem Thema „Das Allgäu - idealer Wirtschaftsstandort!“ Sein Blick auf das Erfolgsunternehmen Fendt - heute unter dem Dach des US-Konzerns AGCO - zeigte: Das Produkt muss stimmen und die Menschen müssten „die Besten sein wollen“. Im Allgäu könnten Unternehmen sehr wohl erfolgreich sein, so Paffens optimistisches Fazit.

„Passen Sie auf, dass Sie am Ende dieses Abends nicht einen Schlepper kaufen“, schickte Peter-Josef Paffen seinen Betrachtung zum Wirtschaftsstandort Allgäu und zum Vorzeige-Unternehmen Fendt voraus. Tatsächlich skizzierte der Sprecher der Fendt-Geschäftsführung eine Erfolgsgeschichte: Der Erfolgskurs des Allgäuer Familienunternehmens Fendt setzte sich mit der Übernahme der Marktoberdorfer Firma durch den US-Konzern AGCO fort. Nicht nur das: Er wurde sogar noch dauerhaft übertroffen. Die Umsatz- und Stückzahlen waren während der Wirtschaftskrise der zurückliegenden Jahre zwar zwischenzeitlich eingebrochen, lagen aber immer noch „um Längen“ über den besten Jahren des einstigen Familienunternehmens Fendt, bemerkte Paffen. Die Übernahme durch den jungen AGCO-Konzern, die in der 1990er Jahren in Marktoberdorf und dem ganzen Allgäu für Unruhe gesorgt hatte, sei „für Fendt die beste Entscheidung gewesen, die es geben konnte“, meint Paffen. AGCO „sammelte“ weltweit auf Landtechnik spezialisierte Industrie-Unternehmen und verschmolz sie in einen schlagkräftigen Technologie- Konzern, der heute zu den Top-3 der Agrartechnik weltweit gehört. „AGCO hat den Wert des Unternehmens Fendt erkannt“, brachte Paffen die Hintergründe der Übernahme auf den Punkt. Das Erfolgsrezept, das einst den Erfolg des Traktoren-Herstellers Fendt begründet habe, setzte AGCO fort: Lösungen anbieten, die über die Erwartungen des Kunden hinausgehen. Mit anderen Worten: die Anforderungen des Praktikers bestmöglich mit dem Ingenieur-Wissen zusammenführen nach dem Motto „wir finden immer eine Lösung“. Paffen: „Fendt will mit überzeugenden Lösungen Weltmarktführer und Technologievorreiter sein!“ Nahrungsmittelproduktion werde die globale Zukunftsaufgabe sein, meinte der gelernte Landwirt Paffen. AGCO wolle mit seiner Vision antreten, um die Werkzeuge anzubieten, die letztendlich die Welternährung sicherstellen können. HighTech für die Agrarbetriebe. Fendt jedenfalls expandiert derzeit massiv. So entsteht bei Leipzig ein neues Traktorenwerk und in Marktoberdorf gehen die Erweiterungen mit einem Investitionsvolumen von 172 Millionen Euro in die Endphase. Mit 17500 Traktoren, die Fendt heuer bauen wird, so deutete Paffen an, könne das Unternehmen die Nachfrage kaum befriedigen. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen 1000 Arbeitsplätze geschaffen, und aktuell will Fendt 80 Mitarbieter einstellen. Patentrezepte für wirtschaftlichen Erfolg gebe es genauso wenig wie ein Patentrezept, wie man leistungsstarke Unternehmen ins Allgäu holen könnte, räumte der 57-jährige Rheinländer ein. Das größte Problem ist es Paffen zufolge, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. „Im Allgäu herrscht Vollbeschäftigung.“ Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, die Menschen in der Region zu halten, „nicht nur zum Urlaubmachen“. Entsprechende Rahmenbedingungen - Infrastrukturen im weitesten Sinn - seien wesentliche Voraussetzung, den Wirtschaftstandort dauerhaft zu stärken. Was sich für Fendt als erfolgsverprechend erwiesen habe, sieht Paffen generell als Erfolgsrezept und als Stärkung der Region. „Solange wir die Besten sind, tut uns keiner was.“ Sobald man diese Position einbüße, müsse man den hinderlichen Teil abschneiden. Sofort. „Eine permante Aufgabe“, so Paffen. Langes Beharren und Verharren sei tödlich. „Treffen Sie Entscheidungen; lieber eine falsche als gar keine.“ Qualität sei Trumpf, nicht die Massenware. Ein gerüttelt Maß an Flexibilität ebenso. Und vor allem motivierte eine Stammbelegschaft, die fachliche Kompetenz mit Freude an der Arbeit und am Erfolg des Unternehmens vereine. Im Allgäu finde man das alles, meinte Paffen abschließend und lobt den Menschenschlag, den er als Wahlallgäuer in 15 Jahren schätzen gelernt habe. „Das Allgäu ist ein attraktiver Standort. Die Kompetenz ist da. Im Allgäu kann man erfolgreich sein.“

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