Radiologie noch schonender

Die Untersuchungen sind weniger belastend und die Diagnosen genauer: Besonders Patienten mit Herz- und Gefäßkrankheiten profitieren von dem neuen Magnetresonanztomographen (MRT), der seit wenigen Wochen in der radiologischen Praxis an der Klinik Immenstadt steht. Radiologe Dr. Dieter Weyrauch lobt die „sehr präzisen“ Aufnahmen des Geräts im Wert von rund einer Million Euro. Die Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt, erspart den Patienten der Kliniken Oberallgäu unter anderem aufwendige Katheteruntersuchungen und Röntgenstrahlungen. Weiterer Vorteil: Zeitraubende Fahrten nach Kempten oder Ulm entfallen.

„In vielen Bereichen erhalten wir zusätzliche Informationen“, sagt Prof. Dr. Jan Torzewski vom Herz- und Gefäßzentrum der Kliniken. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie könnten nun etwa Durchblutungsstörungen des Herzens, entzündliche Herzmuskelerkrankungen oder die Funktion der Herzklappen sehr gut beurteilt werden. Torzewski arbeitet eng mit dem Radiologen und Herzdiagnostikspezialisten Dr. Jörg Herzog (52) zusammen, der seinen bisherigen Arbeitsplatz am Klinikum Kempten mit seinem Immenstädter Kollegen Dr. Rainer Pennig getauscht hat. Herzog stammt aus Hamburg und war nach seinem Studium in Tübingen unter anderem an der Uniklinik Ulm tätig. Seit 1986 beschäftigt er sich mit der Magnetresonanztomographie. Gefäßspezialist Privatdozent Dr. Wulf D. Ito, mit Torzewski Leiter des Herz- und Gefäßzentrums, betreut viele Diabetes-Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Beinen. Er freut sich über die genauen Abbildungen besonders der kleinen Blutgefäße in den Unterschenkeln. Damit gehören unangenehme Untersuchungen mit Katheter und Kontrastmitteln der Vergangenheit an. Für die Patienten „eine sehr große Erleichterung“, bestätigt auch Dr. Joachim Rogg, Gefäßchirurg im Krankenhaus Immenstadt. Dank der hochmodernen nicht-invasiven Untersuchungsmöglichkeiten könnten Entscheidungen schneller getroffen werden. „Für die Gefäßmedizin eine Abrundung im diagnostischen Feld.“ Die Angst vor der „Röhre“, wie das tunnelartige Gerät im Volksmund genannt wird, ist unbegründet, versichert Dr. Weyrauch, der im November in München eine Zusatzausbildung zur Diagnostik am Herzen absolvieren wird. Der MRT steht in einem Raum mit Tageslicht und ist hell erleuchtet. Während der Untersuchung, die zwischen fünf und 20 Minuten dauert, hat der Patient Sprechkontakt zum Personal und kann sich sogar seine Lieblingsmusik per Kopfhörer einspielen lassen.

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