Sonthofen: Raiba will auf Oberallgäuer Platz bauen

Im Herzen der Stadt

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Wie soll der Oberallgäuer Platz in Zukunft aussehen, wie die Verkehrsführung in diesem Bereich gestaltet sein? Darüber sollen sich renommierte Architekturbüros in einem Ideenwettbewerb Gedanken machen.

Sonthofen – Die Stadt Sonthofen will einen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Oberallgäuer Platzes ausloben. Hintergrund ist die prekäre Verkehrssituation in diesem Bereich der Stadt sowie die Suche der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu nach einem Bauplatz für ihre neue Hauptgeschäftsstelle.

„Der Oberallgäuer Platz ist die 1A-Lage in Sonthofen“, hob Stadtbaumeister Lutz-Holger Behre in einem Pressegespräch vergangene Woche die exponierte Lage des Platzes zwischen Rathaus und Landratsamt hervor. Der größte Teil des etwa 4500 Quadratmeter großen Platzes ist derzeit Grünfläche, der Rest wird als Parkplatz genutzt.Die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu e.V. habe ihren Hauptsitz bei der Fusion Anfang des Jahres bewußt in Sonthofen gewählt, so Vorstandsvorsitzender Heinrich Beerenwinkel.

In der jetzigen Geschäftsstelle in der Marktstraße herrsche seit Jahren Raumnot: es gebe zu wenig Beraterzimmer, die Schalterhalle genüge den heutigen Ansprüchen nicht mehr und auch die Wärmedämmung lasse zu wünschen übrig. Auch sei die Parkplatzsituation „nicht ideal“, so Beerenwinkel weiter. Das eigentliche Vorhaben, an das bestehende Gebäude anzubauen, sei aus verschiedensten Gründen nicht möglich – deshalb sei die Raiffeisenbank auf der Suche nach einem neuen Grundstück auch an die Stadt Sonthofen herangetreten. Ein Neubau an einem wirklich guten Standort, mit Gestaltungsmöglichkeiten und Raumkapa- zitäten auch für die Zukunft, sei für die Raiffeisenbank sinnvoller. „Die Raiffeisenbank tut viel Gutes für Sonthofen“, so Erster Bürgermeister Christian Wilhelm. Daher habe die Stadt bei der Standortsuche gerne mitgeholfen.

„Eine Bank hat natürlich den Anspruch, an exponierter Stelle zu stehen“, so Stadtbaumeister Lutz-Holger Behre über die Überlegungen bei der Suche nach einem Bauplatz für die Raiffeisenbank. Als mögliche Standorte waren laut Behre der Marktanger (zu dezentral), die Jägerkaserne (wird zu spät frei) und eben der Oberallgäuer Platz im Gespräch.

In einem Ideenwettbewerb sollen ausgesuchte Architekturbüros sich nun Gedanken darüber machen, wie der Oberallgäuer Platz künftig aussehen könnte. Drei Themenfelder sind laut Behre von Interesse. Zum einen die Verkehrssituation im Bereich Oberallgäuer Platz, Traube-Kreuzung und Schiff. Wie kann die schwierige Verkehrssituation dort gelöst werden? Auch der Parkplatz beim Schiff soll mit in die Überlegungen einbezogen werden.

Die nächste Fragestellung ist, wie und wo man ein Gebäude auf dem Oberallgäuer Platz situieren könnte. Hierbei soll nicht die Gestaltung des Gebäudes im Vordergrund stehen. Vielmehr geht es um die städtebauliche Einpassung des Gebäudes, die Platzierung und die Gebäudehöhe.

Zu guter Letzt stellt sich für die Teilnehmer am Wettbewerb die Frage, wie künftig die Freiräume auf dem Platz gestaltet werden sollen.

Der Stadtbaumeister will den Wettbewerb Anfang 2015 ausloben. Derzeit befinde er sich in Gesprächen mit der Regierung von Schwaben. Schließlich solle der Wettbewerb über die Städtebauförderung finanziert werden. Zum Wettbewerb sollen sieben oder acht Büros eingeladen werden. Eine Jury wird dann über den Sieger entscheiden. Für die künftige Gestaltung des Platzes habe die Stadt einen hohen Anspruch; schließlich befinde er sich im Herzen der Kreisstadt.

Heinrich Beerenwinkel hofft, dass die neuen Räume dann bis Ende 2017 bezugsfertig sind. Für das neue Gebäude will die Raiffeisenbank einen einheimischen Architekten engagieren. Die Bank werde aber auf jeden Fall eng mit der Stadt zusammenarbeiten und eventuell auch den Gestaltungsbeirat als Berater hinzuziehen. Mit den anderen beiden Banken, die sich rund um den Oberallgäuer Platz befinden – Volksbank und Sparkasse – habe man bereits gesprochen, so Beerenwinkel weiter. Dies sei schließlich eine Frage der Fairness.

Angedacht ist auch eine Tiefgarage. Die in direkter Nachbarschaft liegende städtische Marktangergarage sei jetzt schon ausgelastet, so Behre. Ob die neue Tiefgarage „nur“ für Kunden der Raiffeisenbank zugänglich wäre oder ob eine unterirdische Verbindung zur Marktangergarage geschaffen werden soll, darüber müsse noch nachgedacht werden, sagte Beerenwinkel.

Eva Veit

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