An einem Tisch

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Handwerk und Politik – beim Handwerker-Frühschoppen der HWK Schwaben wurden wichtige Themen diskutiert.

Allgäu – Der Handwerker-Frühschoppen der HWK Schwaben fand in diesem Jahr bereits zum 15. Mal statt. 23 Politiker waren in den Gromerhof gekommen, an der Spitze der bayerische Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums Franz Josef Pschierer.

Handwerksunternehmer wie auch Beschäftigte in den schwäbischen Handwerksbetrieben sollen sich hier direkt und ohne Umwege mit Politikern austauschen können. In seiner Begrüßungsansprache wies HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner darauf hin, dass die Konjunktur im Handwerk auf sehr hohem Niveau liege, aber dennoch in vielen Bereichen, die die Politik beeinflusst, Handlungsbedarf bestehe. Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben hatten 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet, ebenso viele blicken optimistisch in die Zukunft.

Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben verwies darauf, dass politische Entwicklungen heute rasant vor sich gehen: „Noch vor einem Jahr hätte niemand von uns an den Brexit geglaubt oder einen US-Präsidenten Donald Trump vermutet.“ Beides sei nun Realität und die Auswirkungen auf Europa und unsere Wirtschaft können derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Rauch verlieh auch der Hoffnung Ausdruck, dass die anstehende Bundestagswahlkampf nicht zu Stillstand führen dürfe und notwendige politische Weichenstellungen getroffen werden müssen. Er warnte davor, üppige Leistungen zum Beispiel bei der Mütterrente, zu verteilen. „Das alles sind gute Ideen. Aber ich frage mich, wer das bezahlen soll? Wenn die Beiträge für die Rentenversicherung einigermaßen stabil bleiben sollen , dann ist das fast schon wie die Quadratur des Kreises,“ sagte Rauch.

"Ja" zu Europa

Speziell zum Handwerker-Frühschoppen hatte die Kammer eine Blitzumfrage unter den schwäbischen Handwerksunternehmern durchgeführt. Dabei wurde nach der künftigen Steuerpolitik gefragt. Spitzenreiter mit 91 Prozent war die Forderung, die Steuergerechtigkeit zu verbessern und die Steuerflucht global agierender Konzerne zu verhindern. Von einer Steuererhöhung hielten die Befragten gar nichts, vielmehr sprachen sich 64 Prozent für eine Steuerentlastung mittelständischer Betriebe und ihrer Arbeitnehmer aus. Für das Handwerk hat die Sicherung von Nachwuchskräften und somit eine ausreichende Versorgung mit Fachpersonal größte Bedeutung. Mit Blick auf die große Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland gekommen sind, stellte er fest:

„Die Betriebe müssen Sicherheit haben, dass die Geflüchteten, die sie ausbilden, ihre Lehre auch zu Ende machen können. Die wichtige 3+2 Regelung wurde durch den jüngsten Erlass des Bayerischen Innenministeriums zum Bundesintegrationsgesetz quasi ausgehebelt.“ Derzeit sind über 300 Geflüchtete in Einstiegsqualifizierungen oder Ausbildungen im schwäbischen Handwerk. Rauch zitierte dazu die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer für Schwaben: Dabei stand die Sicherung von Fachkräften sowie die Stärkung des dualen Systems mit 84 Prozent eindeutig an der Spitze.

Dass Deutschland von Europa profitiert ist laut Umfrage für die schwäbischen Handwerker unstrittig und so bekennen sich auch 70 Prozent zur Europäischen Union. Kritik gibt es an der Funktionsweise der EU, die 48 Prozent nicht nachvollziehen können. Bemängelt wird von 52 Prozent der Befragten auch, dass sich Brüssel in zu viele Dinge einmischt.

Eine gute Stimmung herrschte unter den 130 Gästen des Handwerkerfrühschoppens. Viele nutzen die Gelegenheit, mit den Abgeordneten und lokalen Politkern zu diskutieren. Jutta Sonntag, Obermeisterin der Friseurinnung Kempten ist inzwischen Stammgast beim Handwerkerfrühschoppen: „Der Handwerker-Frühschoppen der HWK Schwaben ist für mich ein ganz wichtiger Termin. Ich komme seit vier Jahren nach Illerbeuren und habe hier sehr gute Kontakte zu Politikern knüpfen können. Dies hilft mir bei meiner Arbeit als Obermeisterin.“ Die Ergebnisse der Umfrage sind unter www.hwk-schwaben.de/meinungsspiegel-2016 veröffentlicht.

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