Allgäuer Holz soll punkten

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Zertifiziertes Allgäuer Holz mit, von links: Hugo Wirthensohn (1. Vorstand des Holzforums Allgäu), Peter Fickler (Sprecher Allgäuer Sägerrunde) und Andreas Täger (Geschäftsführer Allgäuholz Markenverband).

Kempten – Im Kempten wurde kürzlich die neue Herkunftsmarke AllgäuHolz vorgestellt. Die Zertifizierung stieß auf großes Interesse nicht nur bei Zimmerern und Sägern. Künftig können damit alle Branchen, die damit zu tun haben, ihr Allgäuer Holz zertifizieren.

„Wir wollen die Wertschöpfungskette der Region stärken und die Identifizierung der Bevölkerung mit regional hergestellten Produkten und Erzeugern mehr in den Fokus rücken. Was wir dafür brauchen ist eine flächendeckende Zusammenarbeit. Wir müssen alle an einem Strang ziehen!“ Mit diesen Worten richtete sich Hugo Wirthensohn, Erster Vorstand des Holzforum Allgäu, an die Zimmerer und Säger, die zur Vorstellung der neuen Herkunftsmarke AllgäuHolz nach Kempten gekommen waren.

Eine starke Regionalmarke benötigt starke Partner. Darin waren sich alle Anwesenden einig. Eine besondere Rolle komme dabei den Branchen mit direktem Kundenkontakt zu. In zweierlei Hinsicht: zum einen kann mit der neuen Marke nun eine bereits bestehende Nachfrage nach regionalem Holz befriedigt werden, andererseits kann mit einer eindeutigen Herkunftszertifizierung nun auch eine neue Nachfrage geschaffen werden.

Bislang hatten viele Anbieter von Holzprodukten das Pro­blem, dass es keinen geeigneten Nachweis für heimisches Holz gab. Mit der neuen Regionalmarke hat dies ein Ende. Anhand einer eindeutigen Kennzeichnung kann nun genau nachvollzogen werden, woher das verwendete Holz stammt. Dank GPS Koordinaten bis auf den Meter genau.

Der Ablauf ist recht simpel: Jeder Waldbesitzer und jede Einrichtung, die mehr als 75 Prozent ihres Waldbesitzes im Allgäu haben und nach PEFC zertifiziert sind, dürfen sich mit der Herkunftsmarke auszeichnen lassen. Anhand einer Holzliste, die jeder Holzlieferung beiliegt und auf der sich GPS Koordinaten befinden, lässt sich die Regionalität eindeutig nachweisen. Anschließend dient diese Holzliste den Sägern sowie allen Weiteren, die in der Kette folgen, als Bestätigung der Herkunft und gleichzeitig als Nachweis für sich selbst, die Herkunftszertifizierung beantragen zu können.

Zweite Grundlage stellt eine Produktionsliste der Allgäuer Säger dar. Dritte Grundlage ist die Mitgliedschaft im Holzforum. Wer das Zertifikat erhalten hat, kann das Logo fortan in seiner kompletten Unternehmenskommunikation verwenden, bekommt eine Herkunftszertifizierung und gegebenenfalls für Produkte einen Einzelnachweis.

Andreas Täger, Geschäftsführer des AllgäuHolz Markenverbands (Inhaber der patentrechtlich geschützten Marke AllgäuHolz), war mit einer der ersten, der die Entwicklung hin zur Regionalmarke vorangetrieben hat. Täger ist zufrieden mit den Ergebnissen, die nun geschaffen wurden und sieht eine reelle Chance, viele im Allgäu dafür zu begeistern: „Bisher gab es noch keinen Nachweis, es war einfach nicht möglich. Nun geben wir den Leuten was an die Hand, mit dem sie werben können, das sie verkaufen können.“

Die Herausforderung, ein Motor für die Entwicklung des ländlichen Raumes zu sein, erfordert allerdings nicht nur ideellen Rückhalt, sondern auch finanziellen. So kostet die Verwendung der Herkunftszertifizierung 200 Euro jährlich.

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