Grünes Licht für die Weißtanne

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Der „Weißtannenpreis 2013“ wurde von WBV-Geschäftsführer Andreas Täger (von rechts) und Prof. Andreas Betz an Sonja Zeh-Rudolph und Martin Metzger überreicht.

Oberallgäu - Mit dem „Internationalen Weißtannenpreis 2013“ wurde jetzt ein grenzübergreifendes Kooperationsprojekt der Regionen Vorarlberg, Nordschwarzwald und Westallgäu abgeschlossen. 

Ziel des Wettbewerbes unter dem Dach der EU-Regionalentwicklung Leader war es, die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten der Tanne als Bau- und Werkstoff aufzuzeigen – und das Image der Weißtanne zu verbessern. Der Regionalpreis Allgäu ging an einen Gewerbebau in Maierhofen. 

Wertschöpfung braucht Wertschätzung. Auf diesen Nenner bringt Dipl. Forstwirt Holger Schütz vom Forum Weißtanne die Zielrichtung des Wettbewerbes und der am Leader-Projekt beteiligten Verbände und Institutionen. Die Tanne ist zum einen eine wertvolle Baumart im Mischwald. Zum anderen besticht sie durch die Eigenschaften ihres Holzes: edel, matt weißliche Farbe, wetterfest mit weitgehender Harzfreiheit. Mithin ein idealer Rohstoff für eine Vielzahl von Verwendungen. Ein Manko allerdings habe die Tanne, wie Holger Schütz betont: im Bewusstsein der Menschen, der Verarbeiter und Handwerker gelte die Tanne als „schwierig“ gegenüber der Fichte. Das Image der Weißtanne aufpolieren sollte der Wettbewerb, verpackt in ein EU-gefördertes Leaderprojekt der Ländlichen Entwicklung. 

Auf den Weg gebracht vom Landwirtschaftsamt Kempten, der Koordinationstelle für alle Leader-Projekte im Allgäu. Zwei Jahre dauerte die Vorarbeit mit Projektentwicklung und Umsetzung im Wettbewerb. „Alle Förderkriterien wurden in diesem Fall mustergültig erfüllt“, sagt Leader-Manager Ethelbert Babel. Aufgrund des hohen Wertschöpfungsansatzes für die Regionen und der grenzübergreifenden Ausrichtung mit Vorarlberg, Baden-Württemberg und Bayern wurde ein Fördersatz von 70 Prozent gewährt. 

Von den Gesamtkosten in Höhe von 38000 Euro sind 22000 Euro über Fördermittel gedeckt. „Gut angelegtes Geld“, wie Babel ergänzt. Die 61 eingereichten Arbeiten für den Weißtannenpreis 2013 in mehreren Kategorien zeigen die Vielfalt und Vielseitigkeit der Weißtanne auf. „Ein Zeichen setzen“ wollte die Waldbesitzervereinigung Westallgäu als Träger des Projektes, wie deren Vorsitzender, Peter Freytag, bei der Preisverleihung in Maierhöfen unterstrich. Noch vor zwei, drei Generationen sei die Tanne im „Weißtannenland Westallgäu“ häufig zum Einsatz gekommen beim Hausbau oder als Fassadenmaterial. 

Im Westallgäu ist der Tannenanteil im Wald inzwischen wieder auf erfreuliche 15 bis 18 Prozent gestiegen. „Die Tanne wurde lange unterschätzt“, bringt Prof. Andreas Betz von der Holzbau-Hochschule in Rosenheim die Trendwende auf den Punkt. „Der Kunde wünscht heute Regionalität.“ Mithin Materialien, die Identität und Bezüge zur Region schafften und die Wertschöpfung vor Ort förderten. Ein Blick in Fachzeitschriften zeige: an der Weißtanne komme die Branche nicht vorbei - ob Massivbauweise oder Innenausbau. 

Der Regionenpreis Westallgäu ging an die IT Werkstatt in Maierhöfen. „Wir haben uns gut informiert und viele Gebäude in Vorarlberg angeschaut, bei denen Weißtanne eine wesentliche Rolle spielt. Für unser Bauvorhaben schien die Tanne dann die Ideallösung zu sein“, so Preisträger Martin Metzger.

Josef Gutsmiedl

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