Die Reisewirtschaft hofft auf bessere Zeiten und verständnisvolle Kunden

Wer Reisen liebt, verschiebt

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Urlaubsexperten wie Alexander Huber von In Via Reisen sind derzeit insbesondere als Krisenmanager tätig: Sie stornieren Reisen oder buchen um und holen Urlauber aus der ganzen Welt zurück.

Allgäu – Rund eine viertel Million gestrandete Urlauber sind wieder sicher heimgekehrt. Nun richtet die Reisewirtschaft den Blick in die Zukunft und hofft auf die Rückkehr der Reiselust, sobald die Krise überstanden ist.

Weltweit zusammengebrochener Flugverkehr, abgesagte Reisen und viele offene Fragen – die Corona-Pandemie hat die Reisebranche schwer getroffen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat jedoch auch eine gute Nachricht: „In einem solidarischen Kraftakt haben wir es seit Mitte März geschafft über 250 000 Pauschalreisende sicher nach Hause zurück zu bringen“, erklärt Norbert Fiebig, DRV-Präsident. 

Auch Alexander Huber von der In Via Reise & Kreuzfahrt GmbH aus Burgberg berichtet, dass er sich in den letzten Wochen „für jeden einzelnen Gast“ ins Zeug gelegt hat, um alle wieder sicher nach Hause zu bringen. „Das ist der große Vorteil, wenn man bei einem regionalen Reisebüro bucht. Wir kümmern uns in Krisenfällen zuverlässig um unsere Gäste.“

Thomas Engel vom Reisebüro Alpenvogel betont ebenfalls, wie dankbar die Kundinnen und Kunden im Moment über einen direkten Ansprechpartner sind. „Wir geben Zuspruch und wickeln die Absagen so gut es geht ab. Leider ist im Moment jedoch vieles Unklar. Die Regierung, Veranstalter und Fluggesellschaften ändern ihr Vorgehen manchmal sogar täglich entsprechend der aktuellen Entwicklungen. Da ist es schwer klare Empfehlungen für unsere Kundinnen und Kunden auszusprechen. Wir reden gut zu, aber im Moment ist das Beste noch abzuwarten.“ Klaus-Peter Kracker betreut die Alpenvogel Busreisen und bestätigt: „Das Problem ist, man weiß nicht, wann es wieder los geht.“

Auf dem Rollfeld des Allgäu Airports in Memmingen ist es ruhig. Starts und Landungen finden im Moment nur nach vorheriger Anmeldung statt.

Der Allgäu Airport berichtet derweil über einen massiven Einbruch der Passagierzahlen. „Im März mussten wir einen Rückgang um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen“, so Geschäftsführer Ralf Schmid. Am Flughafen Memmingen finden Starts und Landungen vorerst nur nach vorheriger Anmeldung statt. Viele Fluggesellschaften haben geplante Flüge reduziert oder ganz gestrichen. Wie es weiter geht kann „konkret“, so Flughafen Geschäftsführer Schmid, „heute niemand vorhersagen.“

Auch Alexander Huber berichtet über viele Stornierungen. Dabei empfiehlt der DRV geplante Reisen zu verschieben anstatt zu stornieren. Wenn Kunden auf Erstattungsansprüche bestehen, droht die Gefahr, dass viele Unternehmen in der Reisebranche durch die massenhaften Rückzahlungen in die Insolvenz geraten. Der bessere Weg sei daher die Reise zu verschieben. Oft ist die Umbuchung kostenlos. Einige Reiseveranstalter stellen Gutscheine über den Wert der bereits gebuchten Reise aus. So kann die Reise zu einem späteren Zeitpunkt angetreten werden.

Viele Reisebüros unterstützten die Aktion des DRV „Wer reisen liebt, verschiebt“. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die Reisebüros trotz geschlossener Türen auch weiterhin telefonisch und per Email erreichbar sind. Alexander Huber appelliert zudem an alle, die eine Reise planen, sich an ein lokales Unternehmen zu wenden. Denn die aktuelle Krise habe gezeigt, dass ein persönlicher Ansprechpartner bei Schwierigkeiten während der Reise unglaublich wertvoll sei. „Nicht zuletzt gilt: Jede Krise ist irgendwann vorbei und Reisen können wieder stattfinden. Ab diesem Sommer gibt es schon wieder tolle Angebote. Und gerade in schweren Zeiten ist die Vorfreude auf eine Reise ja auch ein Lichtblick“, so Huber.

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