Renoviertes "Dichterhaus"

In den vergangenen beiden Jahren wurde das sogenannte Haus Bonatz im Oberstdorfer Ortsteil Kornau behutsam renoviert. Das Anwesen war mehrere Jahrzehnte Wohnort des bekannten Schwäbischen Schrift- stellers Arthur Maximilian Miller.

Der Bezirk Schwaben, der das Anwesen seit 1992 besitzt, hat hier eine Stätte der Dokumentation des Lebens und Schaffens des Schriftstellers geschaffen und zugänglich gemacht. Der Markt Oberstdorf kann das denkmalgeschützte Haus jetzt auch für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Arthur Maximilian Miller (1901 - 1992) lebte von 1953 bis 1989 mit seiner Frau Magdalena in Kornau und übertrug vor 20 Jahren das kleine Haus dem Bezirk Schwaben. Miller hatte das Anwesen „aus zweiter Hand“ von dem renommierten Stuttgarter Architekten Paul Bonatz (1877 – 1956). Bonatz und seine Frau hatten sich bei vielen Aufenthalten in Kornau in die Gegend und den Platz über dem Tal verliebt und schließlich 1936 das Haus errichten lassen. Malerische Lage „Ein Platz, der Sehnsucht wecken kann“, meinte Oberstdorfs Bürgermeister, Laurent Mies, zur malerischen Lage des „Dichterhauses“ in Kornau. Eine Sehnsucht, die offenbar auch den bekannten schwäbischen Dichter, Arthur Maximilian Miller, an den Ort fesselte, wo er seit 1938 als Dorfschullehrer tätig war. 1953 erwarb der Schriftsteller das Anwesen und lebte und arbeitete mit seiner Frau Magdalena bis ins Jahr 1989 hier. Millers umfangreiches Werk umfasst 19 Romane, zahlreiche Erzählungen und Novellen, viele Gedichte und Liedtexte, Theaterstücke, Weihnachts- und Schattenspiele. Eines seiner bekanntesten Werke ist die „Schwäbische Weihnacht“, mit der Miller den Stoff um die Heilige Nacht in seine schwäbische Heimat verlegte und die Eigenheiten seiner Landsleute prägnant einarbeitete. Der schriftstellerische Nachlass Millers befindet sich heute in öffentlicher Hand, in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Im Jahr 1990 übertrug Miller das Haus dem Bezirk Schwaben, der für die Pflege des Nachlasses und den Unterhalt des Anwesens mit der schlichten Ausstattung eine bezirkseigene Stiftung einrichtete. Ein „richtiges Museum“ sollte es nie sein, das sogenannte „Haus Bonatz“ in Kornau. Dazu eignene sich die kleinen Räume nicht, wurde es doch in den 1930er Jahren als Ferienhaus für das Ehepaar Paul und Helene Bonatz gebaut. „Aber hinführen an Personen und Werke und zur Beschäftigung damit anregen, soll es sehr wohl“, betonte der Schwäbische Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl. Wenngleich das „Haus Bonatz“ nicht den Platz und den Rahmen bietet, den literarischen Nachlass zu bewahren und zu präsentieren, ist es doch ein idealer Ort, die Leben und Lebenswerke seiner beiden Vorbesitzer zu dokumentieren. In den beiden zurückliegenden Jahren wurde eine Dokumentation zu Leben und Werk von Arthur Maximilian Miller und Paul Bonatz erstellt. Das Kellergeschoss des Hauses wurde behutsam ungestaltet und kann für kleinere kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. "Ideallösung" „Der Bezirk Schwaben hegt und pflegt das Werk Millers“, unterstrich der ehemalige Bundesfinanzminister, Dr. Theo Waigel, in seinen Erinnerungen an den Schriftsteller, mit dem ihm eine lange persönliche Freundschaft verband. „Es ist die Ideallösung, die hier entstand“, würdigte er die einfühlsame Renovierung und Gestaltung des „Haus Bonatz“ bei der kleinen Eröffnungsfeier in Kornau. Miller, so deutete Waigel an, wäre „mit der Art und Weise , wie mit seinem Haus, Hof und Werk umgesprungen werde“ sehr zufrieden. Arthur Maximilian Miller habe sein Werk als Arbeit an der Literatur und an der Kultur Schwabens verstanden; Paul Bonatz sein Schaffen als Auseinandersetzung mit der hiesigen Architektur, sagte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. „Möge das Haus für Literatur, Kultur und Architektur ein anregender Ort werden.“

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