Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn

+
Der Kreisjagdverband Oberallgäu kritisiert das umstrittene Liftprojekt am Riedberger Horn.

Oberallgäu – Der Kreisjagdverband Oberallgäu lehnt in einer Stellungnahme das geplante Liftprojekt am Riedberger Horn mit der Verbindung der beiden Skigebiete in Balderschwang und Grasgehren (Obermaiselstein) ab. Die „Tradition“ des bewährten „Bayerischen Alpenplans“ werde geopfert ohne Not.

Der Alpenplan habe über vier Jahrzehnte dazu beigetragen, das von vielen als Urlaubsregion so geschätzte Allgäu mit seinen Bergen, seinen Almen, seiner Flora und auch seiner Fauna weitgehend intakt zu erhalten. Er trage somit zur Wertschöpfung bei.

„Diese Tradition jedoch ist den Orten Balderschwang und Obermaiselstein im wahrsten Sinne der Worte nichts wert. Sie soll für pekuniäre Wünsche einzelner geopfert werden unter dem Deckmantel eines äußerst irrigen Kuhhandels; eines Tausches eines Biotops mit Alleinstellungsmerkmal am Riedberger Horn gegen ein, zugegebenermaßen größeres, Areal in einer Nachbargemeinde, welches allerdings in der spezifischen biologischen Wertigkeit an das erste keinesfalls heranreicht“, beklagt der Pressesprecher des Kreisjagdverbandes, Dr. Bernhard Wagner.

Der Kreisjagdverband Oberallgäu spreche sich „noch einmal sehr deutlich“ in seiner Funktion als Naturschutzverband gegen diesen Traditionsverlust aus. Über Jahrzehnte hinweg würden seit den 1980er Jahren am Ried­berger Horn unter Einsatz von Steuermitteln eine forstliche Politik betrieben, die darin gipfelt, jagdliche Schonzeiten ad acta zu legen und Schutzwald durch den Abschuss von Schalenwild – also Hirsch, Reh und Gams – zu schützen. Dazu würden vom Staat Berufsjäger und Förster beschäftigt, führt der Jagdverband weiter aus.

Der Jagdverband weiter: „Genau dieser Schutzwald soll nun geopfert werden, damit sich die beiden Gemeinden in Zeiten eines für jeden leicht sichtbaren Klimawandels und unsicherer Schneelagen an einem eher unwichtigen Skiberg ein beförderungstechnisches Denkmal setzen können.“ Das Ganze werde unterstützt von genau der Regierung, die die Ausgaben für Berufsjäger, Förster, Waldarbeiter, Aufforstungsprogramme und Pflanzungen dort über Jahrzehnte genehmigt habe.

Die Jägerschaft stelle keinesfalls die Existenzberechtigung von Entwicklung, Tourismus und Wohlstand in Abrede, unterstreicht Dr Wagner. Der Kreisjagdverband erhebe aber deutlich und laut seine Stimme für die, die er vertritt. Die Wildtiere, die in unserer Kulturlandschaft mit den vielfältigen Interessen an der Natur keinen Fürsprecher zu haben scheinen und denen auch in der aktuellen Diskussion in Balderschwang und Obermaiselstein die Daseinsberechtigung abgesprochen werde. „Für den Kreisjagdverband Oberallgäu gilt daher ein klares und striktes Nein zu den Plänen am Riedberger Horn“, schließt die Stellungnahme.

Auch interessant

Meistgelesen

Viermal um die Welt geradelt
Viermal um die Welt geradelt
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Brücke über B19 ab 28. August gesperrt
Brücke über B19 ab 28. August gesperrt
16-Jähriger geht auf Mutter mit Baby los
16-Jähriger geht auf Mutter mit Baby los

Kommentare