Anhörung zum "Alpenplan" im Umweltausschuss

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Allgäu – Mit Spannung war die Anhörung zum bayerischen Alpenplan im Umweltausschuss des Landtags erwartet worden. Anlass für das Gespräch war letztlich das umstrittene Projekt eines geplanten Skiliftverbundes am Riedberger Horn im Oberallgäu, das eine Änderung des Alpenplans bedingen würde.

Was wie die Quadratur des Kreises aussieht, hat eine erfolgreiche Realisierung hinter sich: 1972 erlassen, gilt der Alpenplan als raumplanerische Erfolgsgeschichte. Die Abgeordneten des Umwelt- und Verbraucherausschusses informierten sich nun bei Sachverständigen, wie sich der Alpenplan zum Schutz der Alpen und als Grundlage für deren nachhaltige Entwicklung weiter verbessern lässt.

Zu Beginn wiesen die Naturschutzverbände unter darauf hin, dass der Alpenplan in erster Linie ein raumplanerisches und kein naturschutzfachliches Instrument sei, hervorragend geeignet zur Realisierung der Alpenkonvention und über viele Jahre bewährt. Er habe zentrale Bedeutung, sobald es darum gehe, Nutzungsansprüche zu regeln und solle substanziell nicht geändert werden. Vor allem mit Blick auf den Streit um das Riedberger Horn warnten sie vor einem „Dammbruch“. Wenn solche Deregulierungen Schule machten, dann entstehe durch wachsende Konkurrenz zwischen den Tourismusregionen eine Erschließungsspirale, die eine Flut von weiteren Ausnahmen nach sich ziehe.

So sah der Vorsitzende des Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern, Norbert Schäffer, die Gefahr des Rückfalls in Einzelentscheidungen: „Der Alpenplan ist das Grundgesetz der Raumplanung. Damit geht man nicht leichtfertig um.“ Seine große Stärke sei die erreichte Planungssicherheit. Unterstützung erhielt er vom Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins, DAV, Rudolf Erlacher, der nicht versäumte, auf den ästhetischen Aspekt der Alpenregion, die Schönheit und Faszination für die Berge, hinzuweisen. Erlacher sieht keinen Anlass, an der Einteilung der bayerischen Alpen in drei Entwicklungszonen etwas zu ändern. Die Erschließungs-Zone A (35 Prozent des bayerischen Alpenraums), die Übergangszone B (22 Prozent) und die Ruhezone C (43 Prozent) gewähre allen Nutzungsinteressen Raum.

Den „ausgewogenen Ganzjahrestourismus“ im bayerischen Alpenraum lobte der Bund Naturschutz als positive Folge des Alpenplans. Obwohl in den bayerischen Alpen die Anzahl der Neuerschließungen abgenommen habe, so der Vorsitzende Hubert Weiger, sei eine räumlich begrenzte Entwicklung bestehender Skigebiete möglich geblieben. Im Vergleich mit dem benachbarten Österreich seien dort durch die ständige Ausweitung der Skigebietsinfrastruktur bestimmte Regionen für den Sommertourismus unattraktiv geworden.

Dem widersprach Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH. „Ich will keine Käseglocke über unsere Region stülpen“, versicherte Fischer und zeigte sich überzeugt, dass Skigebiete selbst für Nicht-Skifahrer ein interessantes Flair produzierten. Fischer ist zudem kein Freund einer Ausweitung der Zonierung im Alpenplan auf Tallagen. „Wo soll dann die Entwicklung stattfinden?“, fragte er.

Immer wieder drehte sich das Gespräch um das Beispiel Riedberger Horn. So mahnten die Vertreter des Bund Naturschutzes und des Landesbundes für Vogelschutz sowie des DAV, der gemeinwohlorientierte, übergreifende und verbindliche Ansatz des Alpenplans dürfe nicht nur wegen lokaler Einzelinteressen geändert werden. Die geplante Änderung dort sei „kein guter Deal“, sondern bringe einen Nettoverlust, was die Natur angehe, denn es gehe nicht um Quantität, dafür aber um die Qualität unzerschnittener Landschaftsräume. Der Allgäuer Tourismusexperte Klaus Fischer konterte mit dem Verweis auf ökonomische Erfordernisse: „Wintertourismus ist bei uns nur mit einem Skiangebot denkbar.“

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