Runderneuerung für den Riedbergpass auf der Zielgeraden

Riedbergpass: Bei 180 Grad nichts anbrennen lassen

Die Brotzeit-Würste im Schlepptau dürfen nicht fehlen. Von unten heizt die 180 Grad heiße Asphaltmasse. Foto: Josef Gutsmiedl

Obermaiselstein / Balderschwang – Auf die Zielgerade geht es bei der Dauerbaustelle Riedbergpass. Nach dem Einbau des ersten Teils der Asphalttragschicht Ende Mai folgte nun am Riedbergpass (Kreisstraße OA 9) auf Höhe des Passanstiegs auf Obermaiselsteiner Seite der Einbau von Teil 2 der Tragschicht – wieder unter mehrtägiger Vollsperrung der Straße.

Das Wetter spielte mit: Das Zeitfenster für diesen wichtigen Teil des Straßenbaus passte perfekt, um die Arbeiten in drei Tagen über die Bühne zu bringen. Rund 1 000 Tonnen Asphalt wurden aus der Mischanlage in Thanners angekarrt, um die Straßenfertiger mit „Futter“ zu versorgen. Die beiden versetzt arbeitenden Maschinen brachten die 180 Grad heiße Masse auf den Unterbau der Kreisstraße in einer 14 Zentimeter dicken Schicht nahtlos auf. Im Schneckentempo zwar, aber schließlich waren 450 Meter Straße im Bauabschnitt VII fertiggestellt. Fast: Im August kommt der „Feinschliff“.

"Jetzt sind wir durch"

Nach dem Einbau des ersten Teils der Asphalttragschicht Ende Mai folgte nun am Riedbergpass (Kreisstraße OA 9) auf Höhe des Passanstiegs auf Obermaiselsteiner Seite der Einbau von Teil 2 der Tragschicht – wieder unter mehrtägiger Vollsperrung der Straße. © Josef Gutsmiedl
Für den 450 Meter langen Straßenabschnitt waren 1 000 Tonnen Asphalt erforderlich. © Josef Gutsmiedl
Die Brotzeit-Würste im Schlepptau dürfen nicht fehlen. Von unten heizt die 180 Grad heiße Asphaltmasse. © Josef Gutsmiedl
Nahtlos und mit einer Temperatur von 180 Grad wird die neue Asphalttragschicht auf den Unterbau aufgebracht. © Josef Gutsmiedl
Heißer Job auf dem Straßenfertiger: 180 Grad von unten, 30 Grad von oben. © Josef Gutsmiedl
Die Brotzeit-Würste im Schlepptau dürfen nicht fehlen. Von unten heizt die 180 Grad heiße Asphaltmasse. © Josef Gutsmiedl

Mit dem Bauabschnitt VII sind nicht nur die diesjährigen Arbeiten an der 16 Kilometer langen Kreisstraße OA zwischen Obermaiselstein und Balderschwang abgehakt. Rund 3 Millionen Euro wurden heuer verbaut. Auch das Gesamtkapitel „Pass-Straße“ wird damit geschlossen.

„Ein einfacher Bauabschnitt“ wie Albert Gilb von der Tiefbau-Verwaltung des Landkreises Oberallgäu bemerkt. „Größere Erdbewegungen waren für die neue Straße im Talboden vor dem eigentlichen Passaufstieg zwar erforderlich, aber nicht in schwierigem Gelände.“ Die Steinschlag-Sicherungen waren schon im Vorjahr eingebaut worden. Dank der Corona-Beschränkungen konnte der jüngste Abschnitt schon im zeitigen Frühjahr angepackt werden, so dass man den Zeitplan „unterbiete“, betont Gilb weiter. Anfang August wird es eine letzte zweitägige Vollsperrung geben, wenn die Deckschicht eingebaut wird – ebenfalls nahtlos. „Dann sind wir durch.“

Die Idee, den recht bescheidenen Bergpfad über den Pass zu einer befahrbaren Straße auszubauen, sei in den 1950er Jahren verfolgt worden. Baubeginn war im August 1956, und im folgenden Jahr begann man auf Balderschwanger Seite mit den Arbeiten. Im September 1961 überwand das erste Auto den Riedbergpass auf der neuen Straße. Bereits im vergangenen Herbst vergangenen Jahres hatte der damalige Landrat Anton Klotz an die schon gut 20 Jahre währenden Arbeiten zur Verbesserung der steilen Passstraße erinnert. Rund 65 Millionen Euro habe man in dieser Zeit in den Unterhalt und den Ausbau der Straße gesteckt. Im kommenden Jahr seien noch einige kleinere Arbeiten zu erledigen, so Klotz. „Dann sind wir durch. Darauf dürfen wir stolz sein.“ Allein steht der Landkreis allerdings nicht an der Dauerbaustelle am Riedbergpass: Seit dem Jahr 2008 trägt der Freistaat Bayern 90 Prozent der Kosten.

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