Obermaiselstein: Maßarbeit beim Tunnelbau

+
Millimetergenau muss der Schalwagen in die Tunnelröhre passen.

Obermaiselstein – Gut im Zeitplan liegt der Tunnelneubau in Obermaiselstein. Derzeit sind die Betonarbeiten der eigentlichen Tunnelröhre im Gang. Wenn es reibungslos weiter geht könnte das rückkehrende Alpvieh Ende September bereits für den neuen Sound beim Marsch durch die Tunnelröhre sorgen.

Die Arbeiter des Bauunternehmens Baresel sehen schon das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels. Im Innern der 65 Meter langen Röhre am Einstieg zur Riedbergpass-Straße, der OA 9, laufen derzeit die Betonierungsarbeiten. „Eine Schwierigkeit ist dabei, dass wir kopfüber arbeiten müsen“, berichtet Bauleiter Markus Vorholzer, als der Bauausschuss des Oberallgäuer Kreistages bei seiner jährlichen Baustellenbesichtigung auch Station in Obermaiselstein macht, wo seit Ende März die Bauarbeiten für den neuen Tunnel durch den Burgschrofen laufen.

Auf „vollen Touren“ laufen die Arbeiten; in der Regel wird auch am Wochenende und an Feiertagen gearbeitet. Vertraglich soll im Oktober die neue Röhre unter Betrieb genommen werden, betont Christoph Wipper von der Kreistiefbauverwaltung. „Aber wenn es gut läuft und der Tunel bis zum Obermaiselsteiner Viehscheid fertig ist, gibt es eine Beschleunigungsvergütung.“ Und Markus Vorholzer ist wie Wipper optimistisch, dass dieses Ziel erreicht wird.

Dabei verlangen die Arbeiten in der Röhre viel Knowhow und Fingerspitzengefühl. In mehreren Abschnitten wird derzeit die eigentliche Röhre betoniert. Bei jedem Segment werden rund 100 Kubikmeter Beton und 15 Tonnen Armierungsstahl verbaut, weiß Vorholzer. „Eine runde Röhre ist sehr viel schwierig zu bauen.“ Dazu benötigt es ganz speziellen Beton; der ist schwierig zu mischen“, ergänzt Wipper. Der Beton wird dabei hinter die Schalungskonstruktion gepumpt. Das entscheidende Moment ist die gleichmäßige Verteilung; es dürfen keine Hohlräume entstehen. Überaus aufwändig ist zudem die Schalungskonstruktion, die alle drei Tage neu platziert werden muss.

Der Tunnel, der während der Bauzeit „Claudia-Tunnel“ heißt und später wohl Burgschrofen-Tunnel genannt wird, ist – bautechnisch gesehen – eigentlich gar kein Tunnel. Dazu ist er zu kurz und benötigt daher weder eine Beleuchtungs- noch eine Brandschutzausstattung. Dennoch werden Vorkehrungen getroffen, dass im Fall des Falles der Beton der Röhre nicht in unzähligen Mini-Explosionen abplatzt und einen Eingriff der Feuerwehr quasi unmöglich macht. Spezielle „Ventile“ und ein Zusatzstoff im Beton sollen im Fall einer solchen Katastrophe für Druckentlastung sorgen.

Demächst wird das Tunnelpotal betoniert. „Diese Fassade wird zwar in Beton ausgeführt, aber aussehen wie ein gemauertes Tunnelportal früherer Jahrzehnte...“, schwärmt Christoph Wipper.

Unterm Strich kostet dieser Bauabschnitt rund 3,2 Millionen, wobei allerdings der Feistaat Bayern 90 Prozent der Kosten trägt.

Josef Gutsmiedl

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Schbängli" für "Kilian": Filmpreis für Albert-Schweitzer-Schule
"Schbängli" für "Kilian": Filmpreis für Albert-Schweitzer-Schule
Die Fronten sind weiter verhärtet
Die Fronten sind weiter verhärtet
Faschingsauftakt in Sonthofen
Faschingsauftakt in Sonthofen

Kommentare