TBC-Fahndung läuft weiter

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Bis zum Beginn der Alpsaison soll das TBC-Thema „vom Tisch“ sein.

Oberallgäu - Wie angekündigt werden im Landkreis Oberallgäu die flächendeckenden Reihenuntersuchungen von Rindern fortgesetzt. Inzwischen ist knapp ein Viertel der rund 90.000 Tiere auf TBC-Erreger untersucht. 175 Rinder aus den getesteten Beständen wiesen eine positive Reaktion auf und wurden getötet.

Am Grad der Häufigkeit habe sich nichts geändert, betont Andreas Kaenders vom Landratsamt Oberallgäu. Rund ein Prozent, genau 175 Rinder, der rund 17.300 untersuchten Tiere habe „positiv reagiert“. Kaenders: „Die Infektionsrate entwickelt sich damit bisher gleichmäßig.“ Besondere lokale Brennpunkte könne man nicht feststellen. 

Seite Ende November vergangenen Jahres führt die Veterinärbehörde am Landrats- amt Oberallgäu Reihenuntersuchungen in sämtlichen Rinderbeständen im Landkreis durch. Dabei sollen mögliche Ursachen für das vermehrte Auftreten der Rindertuberkulose aufgeklärt werden und ein eventueller Zusammenhang mit TBC-Befunden beim Rotwild geprüft werden. Parallel dazu werden – auf freiwilliger Basis – auch Proben erlegten Rotwilds (Hirsch, Reh, Gems) untersucht. 

Von den rund 2.000 rinderhaltenden Betrieben im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten sind mittlerweile mehr als 500 Bestände untersucht. Bis Ende vergangener Woche hätten sich in 82 Betrieben positive Ergebnisse bei einzelnen Tieren – jeweils zwei bis drei Tiere – ergeben, so die jüngste Zwischenbilanz. Den Status „anerkannt frei“ haben mittlerweile 361 Betriebe; von den restlichen stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus. 

Die Milch aus gesperrten Betrieben kann nach erfolgter Pasteurisierung in Molkerei- betrieben verwertet werden. Im Landratsamt sieht man hier gleich „doppelte Sicherheit“ für den Verbraucher: zum einen stamme die Milch von Tieren mit negativem Testergebnis; zum anderen werde sie dem – ohnehin obligatorischen – Erhitzungsverfahren unterzogen. 

Im Laufe des Jahres sollen die TBC-Untersuchungen in allen Rinderbeständen durchgezogen sein. Schwerpunktmäßig wollen die Tierärzte bis zum Beginn des Alpsommers jene Betriebe aufsuchen, die Vieh auf die rund 600 Oberallgäuer Alpen schicken. 

Vor dem Hintergrund eines naheliegenden Verdachtes, dass der TBC-Erreger auch vom Rotwild auf Weidevieh übertragen werden kann, drängte der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser auf eine vollständige Erfüllung des Abschusssolls. Dazu wurde sogar die Jagdzeit um mehrere Wochen verlängert. Offenbar mit Erfolg: rund 1500 Stück Rotwild wurden erlegt. „Die Jägerschaft hat in dieser besonderen Situation sehr respektable Leistungen erbracht“, würdigte Kaiser die Revierinhaber und die Jäger.

Josef Gutsmiedl

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