Die Ruhe vor dem Sturm

Die KJF Rehaklinik Santa Maria dient als Corona Hilfsklinik im Oberallgäu

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Die KJF Rehaklinik Santa Maria in Oberjoch dient während der Corona-Krise als eine von zwei Hilfskliniken im Oberallgäu. Im Moment ist es noch ruhig.

Bad Hindelang/Oberjoch – Es ist ruhig in der auf rund 1 200 Meter Höhe in den Allgäuer Alpen idyllisch gelegenen KJF Rehaklinik Santa Maria in Oberjoch. Der Reha-Betrieb ruht seit Ende März auf behördliche Anordnung aufgrund der Corona-Pandemie. Es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Denn die Rehaklinik ist eine von zwei möglichen Hilfskliniken des Landkreises Oberallgäu. Steigen die Patientenzahlen an, sollen sie Auslastungsspitzen abfangen und das Gesundheitssystem gut durch die Corona-Krise steuern.

„Wir sind gerüstet“, berichtet Einrichtungsleiter Thomas Schmoltner. Das Team um den Chefarzt und Pandemiebeauftragen der Klinik, Prof. Josef Rosenecker, hat mit seinem Team in kürzester Zeit die Rehaklinik auf die neuen Anforderungen vorbereitet.

Derzeit sind in der Hilfsklinik Santa Maria zwei Stationen für die Aufnahme von insgesamt 40 Patienten vorbereitet. „Sollte es nötig werden, können wir hier sieben Stationen für bis zu 150 Patienten einrichten“, erläutert Schmoltner. Der Flaschenhals sei das Pflegepersonal. Bei Bedarf könnten zusätzliche Kräfte aus anderen KJF Rehakliniken in Murnau und Scheidegg aushelfen. Auch in der Krise stehen die Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg (KJF) zusammen. Aktuell werden die Beschäftigten im Umgang mit den ungewohnten Schutzausrüstungen geschult. „Normalerweise betreuen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kinder und Jugendliche als Reha-Patienten. Die Betreuung von Corona-Patienten ist da natürlich eine ganz andere Herausforderung“, so Schmoltner.

In der KJF Rehaklinik Santa Maria in Oberjoch gibt es weder eine Intensivstation noch Beatmungsgeräte. Dank einer sogenannten mobilen Sauerstoffversorgung könnten dort dennoch beispielsweise Corona-infizierte Patienten behandelt werden, die kurz vor der Genesung stehen und noch zu schwach für die Entlassung sind. Oder Corona-Patienten, die einer stationären, aber keiner intensivstationären Behandlung bedürfen. Vorrangig geplant sei jedoch die Aufnahme von Patienten mit ganz anderen Diagnosen als Corona-Infektionen. Auf diese Weise soll die Hilfsklinik beitragen, Krankenhäuser in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf für ihren Dienst an Corona-Patienten zu entlasten.

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 500 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.

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