Stromausfall am Montagabend

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Die Freischneide- und Reparaturarbeiten an der beschädigten Hochspannungsleitung gestalteten sich schwierig.

Oberallgäu – Zwei unter der Schneelast umgeknickte Bäume, die auf eine Stromleitung zwischen dem Monta-Klebewerk und dem Immenstädter Horn gefallen waren, waren die Ursache für den großflächigen Stromausfall am Montagabend im südlichen Oberallgäu. Rund 20 000 Haushalte waren betroffen.

Um 18.36 Uhr am Montagabend wurde es in den Bereichen Immenstadt, Sonthofen, Fischen, Oberstdorf und Kleinwalsertal schlagartig dunkel. Zwei Bäume waren in Immenstadt auf eine Hochspannungsleitung gestürzt und hatten diese beschädigt. Ab 19.20 Uhr waren die betroffenen Gebiete laut der Allgäunetz GmbH wieder mit Strom versorgt. Allgäunetz-Sprecher Stefan Nitschke im Interview bei Radio AllgäuHIT: „Wenn eine 110 kV-Leitung ausfällt, können wir über eine andere Leitung den Strom in allen Bereichen unseres Netzes wieder herstellen.“ Die betroffene Leitung wurde noch am Abend von einem Erkundungstrupp geprüft.

Wer während des Stromausfalls noch mit Bekannten und Verwandten in Kontakt treten wollte, hatte vielerorts ebenfalls Pech. Auf den Mobilfunkgeräten war „Kein Netz“ zu lesen. Hintergrund ist, dass auch die Mobilfunkversorgung über das Stromnetz angeschlossen ist. Die Notstromversorgung reicht nach Angaben von Mobilfunkanbietern nicht aus, um ein Netz großflächig in Betrieb halten zu können. Zumindest das analoge Festnetz war nach Angaben der Telekom nicht betroffen.

Wichtige Einrichtungen werden bei Stromausfällen durch Generatoren oder USV-Anlagen gesichert. Dies betrifft zum Beispiel Operationssäle in Kliniken.

Am Dienstag begannen die Reparaturarbeiten an der beschädigten Leitung. Da die betroffene Stelle in einem Waldgebiet liegt, gestalteten sich die Arbeiten als schwierig. Die Hochspannungsleitung war nicht gerissen, sondern fing die unter der Schneelast umgekippten Bäume mehr oder weniger vor einem Sturz auf den Boden ab. Die Stelle musste zunächst einmal freigeschnitten werden. 

Notstrom für Mobilfunk?

Das ausgefallene Mobilfunknetz brachte die ÖDP/UP-Kreistagsfraktion zu einer Anfrage an Landrat Anton Klotz. Dieser möge prüfen, „welche Mobilfunkmasten im Landkreis unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung betrieben werden“ und ob es technisch möglich wäre, beispielsweise per „Batterielösung“, Mobilfunkmasten im Notfall zeitlich begrenzt in Betrieb zu halten. Da inzwischen die meisten Haushalte digitale Telefonie hätten bzw. über Router telefonierten, seien Mobiltelefone die einzige Möglichkeit, bei Stromausfall einen Notruf abzusetzen oder sich per Internet zu informieren. ÖDP-Kreisrat Michael Finger war während des Stromausfalls in einem Aufzug festgesessen und hatte die Hilflosigkeit, keinen Notruf absetzen zu können, selbst erlebt.

th/eva

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