Arbeitsmarkt unter Saisoneinfluss:  Leicht erhöhte Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent

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Allgäu – Im Herbst legt der Tourismus im Allgäu für einige Wochen eine Pause ein, ehe es vor dem Jahreswechsel wieder mehr Gäste gibt, die für zahlreiche Beschäftigungen in diesem Gewerbe sorgen. Diese Phase machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im November gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte, sie lag bei 2,5 Prozent. Aktuell waren etwas mehr als 9 400 Menschen bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Oktober bedeutete das einen Zuwachs um knapp 800 Frauen und Männer. Insgesamt zeigte sich der Arbeitsmarkt dennoch weiter stabil. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote beim höheren Wert von 2,9 Prozent, seinerzeit waren gut 1 300 Kräfte mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Ein Indiz für die Stabilität ist auch der Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften. Und der blieb weiter hoch, denn Arbeitgeber stellten annährend 7 500 Stellenangebote zur Verfügung, ähnlich viele wie bereits im Oktober.

„Im November nahm die Arbeitslosigkeit vorübergehend zu, auch weil in der Übergangsphase zwischen Herbst- und Wintersaison zahlreiche Menschen in Hotellerie und Gastronomie für wenige Wochen keine Beschäftigung haben. Die anhaltende Auslastung vieler heimischer Betriebe hält jedoch insgesamt den Bedarf an Arbeitskräften hoch. Das zeigt sich auch an der großen Zahl der gemeldeten Stellen“, sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Damit haben auch Personengruppen, die es in der Vergangenheit schwerer hatten einen Arbeitsplatz zu bekommen, derzeit günstigere Rahmenbedingungen. Ein Beispiel sind Menschen mit Behinderung.“

Menschen mit Behinderung

Bereits seit mehreren Jahren nimmt die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen kontinuierlich zu. Während im Jahresdurchschnitt 2011 knapp 4 900 schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen bei Arbeitgebern mit 20 und mehr Arbeitsplätzen beschäftigt waren, steigerte sich die Zahl auf 5 649 Kräfte im Durchschnitt des Jahres 2015.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre waren merklich weniger schwerbehinderte Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Während im Januar 2016 noch mehr als 1 000 behinderte Frauen und Männer arbeitslos gemeldet waren, ging die Zahl im November dieses Jahres auf 855 Personen zurück.

Unter ihnen befanden sich zuletzt knapp 550 Personen, die über einen Mittelschul- oder Realschulabschluss verfügten, mehr als 80 hatten sogar die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. Die überwiegende Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen gilt als Fachkraft. Knapp 500 konnten eine betriebliche oder schulische Ausbildung vorweisen, 40 Kräfte hatten einen akademischen Abschluss zu bieten.

Die Agentur für Arbeit setzt zur intensiven und individuellen Beratung und Vermittlung von arbeitslosen Menschen mit Behinderung ein eigenständiges Team von Spezialisten ein. Um eine Arbeitsaufnahme zu ermöglichen, werden bei Bedarf zusätzlich individuelle Lösungen mit Hilfe eines technischen Beraters erarbeitet – zum Beispiel technische Hilfen für Gehörlose, Blinde; Spezialsoftware; auch behindertengerechte Umbauten am Arbeitsplatz und/oder Umrüstung von Fahrzeugen.

Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich wenigstens zwanzig Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigen, sind verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Wenn diese gesetzliche Vorgabe nicht erfüllt ist, muss der Betrieb eine Ausgleichabgabe zahlen. Im Allgäu haben Unternehmen die geforderte Quote nicht erreicht. Dasselbe gilt für alle Teilregionen im Bezirk der Agentur für Arbeit.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,5 Prozent den niedrigsten Novemberwert der letzten zehn Jahre. Diese günstige Entwicklung setzte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. In allen Regionen ging die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zurück. Auch verzeichnete die Mehrzahl der Regionen bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma. Den niedrigsten Wert erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim. Hier stand bei der Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent sogar eine Eins an der Spitze. Im südlichen Oberallgäu lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent (vor einem Jahr 4,1 Prozent), im gesamten Oberallgäu bei 2,9 Prozent (November 2017: 3,1 Prozent).

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