Aufatmen in der Kirche

Sanierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen ist weitgehend abgeschlossen

David Müller, Judith Höß und Karl-Bert Matthias
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Bauleiter David Müller (von links), Kirchenpflegerin Judith Höß und Dekan Pfarrer Karl-Bert Matthias bei einer Besprechung auf der Baustelle in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen.

Oberstaufen – Das Baugerüst in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen gehört der Vergangenheit an. Die im vergangenen Mai begonnene Sanierung der Decke des 155 Jahre alten Gotteshauses ist mittlerweile abgeschlossen und so konnte das Gerüst jetzt abgebaut werden. Nun stehe im Rahmen der mit insgesamt 1,1 Millionen Euro veranschlagten Kirchenrenovierung unter anderem noch die Instandsetzung der Sakristei aus, stellten der Dekan und Pfarrer von Oberstaufen, Karl-Bert Matthias, Kirchenpflegerin Judith Höß sowie Bauleiter David Müller bei einer Besprechung vor Ort fest. Bis zum Osterfest sollten dann alle Arbeiten abgeschlossen sein.

„Jetzt können die Gottesdienstbesucher wieder aufatmen und müssen nicht mehr unter dem einengenden Gerüst sitzen“, bemerkte Matthias. Man habe ihnen schon eine etwas bedrückte Stimmung angemerkt, fuhr er fort. Auch ihm selbst sei es mit der Baustelle teilweise so gegangen. „Man musste schon sehr aufpassen, wohin man seine Füße setzte“, schilderte er die Renovierungsphase, die Einschränkungen für die Lektoren, den Mesner und die Ministranten mit sich brachte. Aus Platzmangel habe man beispielsweise auf die Weihnachtskrippe verzichten müssen, jedoch sei eine große Heilige Familie im Altarraum aufgebaut worden. „Bei einer früheren Renovierung wurden die Krippenfiguren gestohlen“, wusste der Dekan aus Erzählungen. Seither lebe die Pfarrgemeinde mit dem Ersatz, den die damalige Pfarrhausfrau angefertigt hatte. „Vielleicht bekommen wir irgendwann wieder neue Krippenfiguren“, hoffte Matthias.

In Oberstaufen wurde bei einer Begutachtung infolge des Deckeneinsturzes in Vorderburg bei Rettenberg im Mai 2017 ein größerer Schaden festgestellt, für dessen Behebung die Fachleute der Pfarrgemeinde seinerzeit ein Ultimatum bis zum Jahr 2020 gesetzt hatten. Wegen der hohen Kosten für das zur Durchführung der Deckensanierung erforderliche Gerüst (ein Fünftel der Gesamtsumme) bot sich eine komplette Innenrenovierung samt Ausstattung der im Jahr 1865 geweihten Kirche an. In den Sommermonaten erfolgte unter Bauleitung der Firma Dr. Schütz Ingenieure, Kempten, die Deckensanierung. Weiter wurden Decken- und Wandgemälde gereinigt und retuschiert, die Wandflächen gestrichen, alle Figuren, Leuchter, Kreuzwegstationen sowie die Kanzel gereinigt und eine neue Lautsprecheranlage installiert. Die Kirchenpolster werden demnächst erneuert. „Die Arbeiten liefen trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie erstaunlich gut und ohne zeitliche Verzögerung“, schilderte Bauleiter David Müller. Auch sei der Kostenrahmen eingehalten worden, betonte er weiter. Die Sakristeirenovierung einschließlich der Sanitär- und Elektroinstallation wird in einem separaten Bauabschnitt durchgeführt.

Laut Kirchenpflegerin Judith Höß wurden der Kirchenstiftung neben der finanziellen Unterstützung des Bistums Augsburg in Höhe von etwa 364 200 Euro folgende Zuschüsse zugesagt: 100 000 Euro vom Markt Oberstaufen, 1 000 Euro vom Landkreis Oberallgäu, 42 000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung, 15 630 Euro vom Bezirk Schwaben, 2 000 Euro von der Kaiser-Sigwart-Stiftung und weitere 2 000 Euro von den Weißachtal-Kraftwerken eG (WKW) Oberstaufen.

Rund 55 000 Euro gingen bisher an Spenden ein. Der Eigenanteil, den die Pfarrei insgesamt aufbringen müsse, belaufe sich auf mehr als 500 000Euro Mehrere Veranstaltungen zur Finanzierung dieses Anteils seien geplant gewesen, doch wegen der Corona-Pandemie nicht durchführbar, berichtete Dekan Matthias.

Die Kirchenverwaltung weist auch auf die Möglichkeit hin, durch Spenden eine „Patenschaft“ für ein bestimmtes Kunstwerk zu übernehmen. Das Spendenkonto lautet: Katholische Kirchenstiftung „St. Peter und Paul“, DE 70 7336 9823 0002 5129 04 bei der Raiffeisenbank Westallgäu.

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