Klare Struktur und perfekte Technik

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Das verschlankte Kreuz hängt vor dem neuen Himmelstor in der Pfarrkirche St. Anton in Balderschwang.

Balderschwang – Die Sanierung der Pfarrkirche St. Anton in Balderschwang konnte rechtzeitig vor der Weihnachtszeit abgeschlossen werden. Neueste Technik bietet hier künftig die perfekte Voraussetzung für die Liveübertragungen von Radio Horeb in alle Welt.

Das aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Gottes­haus, das 1847 zu Ehren der Dreifaltigkeit und des heiligen Antonius von Padua geweiht worden ist, erhielt erst 1957 seinen markanten spitzen Kirchturm. Vor zwei Jahren wurde die Außenfassade renoviert und eine Drainage rund um das Gebäude verlegt.

Der Wunsch nach einer klaren Struktur und der Sanierung auf den heutigen Stand der Technik, insbesondere für die vielen Gottesdienstübertragungen von Radio Horeb, wurde in den letzten Monaten erfüllt. Ein neuer Bodenaufbau mit Schotteruntergrund, Betondecke und Isolierung soll gemeinsam mit der Fußbodenheizung die Temperatur über der Frostgrenze halten. „Wir haben uns für eine moderne Erdwärmeheizung entschieden“, so Peter Sonneborn, der als Mitglied der Kirchenverwaltung und Geschäftsführer von Radio Horeb die Bauarbeiten mit betreut hat. Auf diesen Untergrund wurde hellgrauer Granit verlegt, der sich im Altarraum schachbrettartig mit dunklem Granit abwechselt. Rund um den Altar ist weißer Kalkestrich in Kreuzform gegossen worden. Die Wände erhielten einen weißen Anstrich, darauf zieht sich rundherum ein hellgraues Band unterhalb der Fenster. Die restaurierten Apostelkreuze und die neu in Messingrahmen gefassten Kreuzwegstationen heben sich so optisch besser ab. Die beiden Seitenaltäre wurden ebenfalls aufgearbeitet.

Neu ist ein aus zermahlenem, heimischem Nagelfluhgestein gefertigter Altar sowie ein hölzernes Taufbecken, das seinen Platz in der Taufkapelle findet. Hier ist auch ein angedeutetes Chorgestühl angebracht. Zwei große neue Holztüren in Engelflügel-Form lassen sich künftig je nach Anlass öffnen oder schließen – sie regulieren dann den Blick auf das große hintere Fenster. „Vor Jahren hat man auf dem Dachboden diese beiden beschädigten Fenster gefunden, die dann restauriert wurden“, erzählt der neben Pfarrer Dr. Richard Kocher in der Pfarrgemeinde St. Anton tätige Diakon Andreas Martin beim Rundgang durch den Sakralbau und weist auf die Darstellung des „Herz Mariens“ und „Herz Jesu“ hin – jeweils in einer Mandelform (Mandorla) – die links und rechts in der Taufkapelle platziert sind. Das nun schlankere Holzkreuz mit dem restaurierten Korpus hängt künftig hinter dem Altar. Gesäubert und restauriert wurden auch die Deckengemälde. Ein neuer behindertengerechter Beichtstuhl hat seinen Platz gleich nach dem Eingang in die Kirche gefunden.

Zusammen mit der Erdwärmeheizung und einer automatischen Belüftungsanlage soll der Renovierungszustand des Gebäudes lange Zeit erhalten bleiben, wünschen sich die beiden.

Die Innenrenovierung, die von Diözesankonservator Dr. Michael Schmid koordiniert und von den Restaurierungswerkstätten Wiegerling ausgeführt wurde, hat rund 830 000 Euro gekostet. Für die versteckt installierte Technik, die die Kirche für Bild­übertragungen mit flimmerfreiem Licht ausleuchtet, und die versteckten Mikrofone kommt Radio Horeb auf: Licht und Sound sind jetzt auf dem neuesten technischen Stand. „Wir sind froh, die Gottesdienste aus der kleinen Studiokapelle wieder hierher zurückverlegen zu können“, berichtet Sonneborn. Der Platz sei für die Gläubigen oft beengt gewesen, denn allein wochentags seien 40 bis 60 Gottesdienstbesucher da. Und schließlich sei die Kirche für die Balderschwanger Gläubigen ein wichtiger Ort der Besinnung, der jetzt für sie in neuem Glanz erstrahlt.

pdsf

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